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Bonn wünscht sich eine Großmoschee

Vielleicht nicht ganz Bonn. Aber wenigstens die erste Bürgerin, Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD). Denn die knapp 10% Moslems in Bonn brauchen angemessene Gebetsräume, findet Frau Dieckmann. Mindestens so angemessen wie die berüchtigte „König Fahd Akademie“ (Foto), eine islamische Schule (Lehrplan: Islam, Arabisch und eine Wochenstunde Deutsch) in Bonn, die 1995 von eben derselben Oberbürgermeisterin mit großem Stolz den saudi-arabischen Steinigern übergeben wurde. Nach Fernsehberichten über die antisemitischen und antiwestlichen Inhalte der verwendeten Schulbücher, versuchte 2003 der damalige Kölner Regierungspräsident Jürgen Rothers die fundamental islamische Kaderschmiede zu schließen. Vergeblich. Auch die saudischen Schulbücher sind weiter in Gebrauch.

Jetzt möchte sich Frau Dieckmann ein weiteres Denkmal setzen und lässt den Bonner Muslimen gleich sechs Baugrundstücke aus städtischem Besitz zur Auswahl anbieten. Der Kölner Express berichtet:

30.000 Muslime leben in Bonn. Und die haben „den Wunsch, das Bedürfnis und das Recht auf angemessene Gebetsräume“, stellt Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann klar. Folge: Die Verwaltung hat sechs Grundstücke ausgeguckt, auf denen bald eine neue große Moschee entstehen könnte. Eigentümer der Flächen ist immer die Stadt Bonn. (…)

Ende des monatelangen Zoffs um einen Standort für eine neue Moschee? Neun muslimische Gebetshäuser gibt es bislang in Bonn, meist in Hinterhöfen. Bis zum Sommer soll ein Areal ausgewählt werden, das dann dem Verein Al-Muhajirin angeboten werden kann.

Der hatte eigentlich ein Grundstück in Tannenbusch im Visier, weil die Gebetsstätte in der Theaterstraße aus allen Nähten platzt – doch das Vorhaben wurde in den politischen Gremien gestoppt.

Baasem Jürgen Kannich, Rechtsvertreter von Al-Muhajirin: „Wir sind froh, dass jetzt endlich etwas passiert. Nach mehr als einem Jahr längst überfällig…“ Man stehe den Fachausschüssen jederzeit zur Verfügung. Denn schließlich gehe es bei der Grundstücksfrage auch um wichtige Punkte wie Gebetsrichtung oder Finanzierung.

OB Dieckmann legt Wert darauf, dass die Diskussion um den Standort „sachlich erfolgt“. Und die Integrationsbeauftragte Coletta Manemann hofft, dass sich die Bonner Muslime nicht noch vor den politischen Diskussionen auf einen der sechs Standorte festlegen.

Wie die Moschee dann einmal aussieht, wie hoch das Minarett wird – Zukunftsmusik. Baudezernent Werner Wingenfeld ganz entspannt: „Die Moschee sollte sich ins städtebauliche Umfeld einfügen.“

Übrigens: Die Gebetsstätte des Vereins DITIB, die sich bislang An der Esche in der Nordstadt befindet, wird zum Hochstadenring 43 verlagert.

(Spürnasen: Westermann, Ingo, Vivaldi)