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Die unberührbare Muslima

Noch immer ist in Frankreich die Empörung darüber groß, dass ein Gericht auf Antrag des Ehemannes eine zwischen zwei muslimischen Partnern geschlossene Ehe annulierte, weil die Angetraute keine Jungfrau mehr war. Ist das einfach nur Dummheit oder pure Heuchelei? Schließlich ist die Reduktion des Mädchens bzw. der unverheirateten Frau auf ihr Jungfernhäutchen im islamischen „Kultur“kreis eine allgemein bekannte Tatsache.

Thematisieren darf man das allerdings keinesfalls, denn damit outet man sich unweigerlich als rechtsradikaler Rassist, zumindest als Rechtspopulist, mag man auch Hirsi Ali, Nyamko Sabuni, Necla Kelek oder Seyran Ates heißen. Kritik an Missständen in islamischen Kreisen ist ein „grenzüberschreitendes Verbrechen„, welches nach Ansicht der zahlreichen Edathys Europas verboten und bestraft gehört.

In der Süddeutschen erschien jetzt ein Beitrag über die alltägliche Demütigung der Frau in der islamischen Welt, nicht ohne den Hinweis freilich, dass auch Christen ihre Frauen jahrhundertelang ähnlich behandelt hätten:

Über Jahrhunderte hinweg war dieses Ritual auch in der christlichen Kultur weit verbreitet; und wenn sich herausstellte, dass eine Braut keine Jungfrau mehr war, wurde sie bisweilen zur Strafe statt mit einem Jungfernschmuck aus Myrten mit einem Kranz aus Stroh vor den Altar geschickt. (…) Doch das ist Geschichte. Im islamischen Kulturkreis hingegen sind es bis heute die jungen Frauen allein, die einen hohen Preis zahlen, wenn sich herausstellt, dass sie sich jene sexuellen Freiheiten zu nehmen wagen, die muslimischen Männern zugestanden werden. Ayaan Hirsi Ali, niederländische Autorin und Politikerin, nennt das Leben junger Musliminnen einen „Jungfrauenkäfig“.

Eine Frau mit einem beschädigten Jungfernhäutchen sei „wie ein gebrauchter Gegenstand“, schreibt die gebürtige Somalierin in ihrem Buch „Ich klage an“. Eine Muslimin, die vorehelichen Sex hatte, werde diskriminiert, bestraft, zwangsverheiratet; ihre Familie gelte als entehrt. Ayaan Hirsi Ali verweist auf eine Untersuchung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2003, nach der alljährlich etwa 5000 junge Frauen ermordet würden, weil sie für die Familie „wertlos“ geworden seien.

5000 ermordete Frauen und Mädchen! Und diese Zahl dürfte eher unter der tatsächlichen liegen. Den Edathys dieser Welt ist das egal. Sie attackieren nicht die Mörder, sondern die Überbringer der schlechten Nachrichten. Sie führen statt dessen lieber „Dialoge“ mit den Patriarchen, werten sie als gleichberechtigte Gesprächspartner auf und helfen ihnen, diese Zustände zu zementieren und auch bei uns zu etablieren .Spricht man von Ehrenmorden, verweisen sie auf Hexenverbrennungen. Dabei fühlen sie sich großartig, tolerant und fortschrittlich.

Auch in den Redaktionsstuben der Süddeutschen wird man nicht begreifen, dass man Kopftuch und Schleier nicht von arrangierten Ehen und Ehrenmorden trennen kann. Es sind zwei Seiten derselben Medaille. Es ist verlogen, das eine als Bereicherung zu feiern und Kritik zu tabuisieren und sich über das andere zu empören.

(Spürnase: BDB)