Michael Gorbatschow.

Der Tag des ersten großen Volksaufstandes in der DDR, der 17. Juni 1953, jährt sich heute zum 55. Mal, mehr oder weniger unbemerkt, denn mit Vollendung der deutschen Einheit wurde der geschichtsträchtige traditionelle Nationalfeiertag, der „Tag der deutschen Einheit“, am 17. Juni abgeschafft und kurzerhand auf den 3. Oktober, den Tag der Unterzeichnung des Einigungsvertrages, verlegt.

Untrennbar verbunden mit der Vollendung der deutschen Einheit sind zwei Namen: Der des verstorbenen US-Präsidenten Ronald Reagan (1981-1989) und der des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Michael Gorbatschow.

Ronald Reagan war überzeugter Antikommunist, bezeichnete die Sowjetunion als „Reich des Bösen“, und gab die Entspannungspolitik auf, wofür er in der westlichen Welt heftig kritisiert wurde.

Nachdem Reagan in seiner ersten Amtszeit eine neue Runde des Rüstungswettlaufs eingeläutet hatte, der die Sowjetunion aufgrund ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten letztlich nicht mehr folgen konnte, startete er in seiner zweiten Amtszeit mehrere Abrüstungsinitiativen. Gemeinsam mit Gorbatschow wurde die Reduzierung der Mittelstreckenraketen beschlossen.

In welchem Umfang die Reagansche Rüstungspolitik zum Ende des realen Sozialismus in Osteuropa beitrug, hängt vom erkenntnisleitenden Interesse der Forschenden ab. Sicher ist jedenfalls, dass z.B. seine im Ostblock durch Radio Free Europe bekannt gewordenen Reden Menschen mit einer neuen Hoffnung auf Änderung erfüllten. Reagan wird dort bis heute von vielen verehrt.

Gorbatschows Verdienst ist es, die Zeichen der Zeit erkannt und akzeptiert zu haben. Mutig setzte er seine Politik der Glasnost (Offenheit) und der Perestroika (Umbau) gegen innere Widerstände durch die Kommunistische Partei durch und leitete so das Ende des Kalten Krieges ein. Er erhielt 1990 den Friedensnobelpreis. Für seine herausragenden Leistungen verlieh die Bürgergesellschaft Köln-Thielenbruch ihm vor ein paar Tagen den “Orden für Zivilcourage und Charakter”.

PI-NEWS war vor Ort und erlebte einen freundlichen Michael Gorbatschow, der die Nähe der Bürger nicht scheute. Leider kam der ehemalige russische Präsident ohne völlig überflüssiges Amerika-Bashing nicht durch seine Rede. Der Applaus wäre ihm auch so sicher gewesen. Auch hat Gorbatschow mit Sicherheit nicht auf die Stimme seines Volkes, sondern auf die der leeren Staatskassen gehört, als er seine Öffnungspolitik einleitete. Und der Zusammenbruch der Sowjetunion war sicher nicht von ihm gewollt.

Aber Gorbatschows Mut zur Gewaltlosigkeit hat letztendlich die deutsche Einheit ermöglicht. Er hat den aufbegehrenden Völkern eine blutige Niederschlagung ihrer friedlichen Rebellionen erspart. Diese Leistung braucht nicht durch Halbwahrheiten vernebelt zu werden.

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39 KOMMENTARE

  1. Michail Sergejewitschs Vergangenheit als KGB-Funktionär darf bei all dieser Beweihräucherung freilich nie außer Sichtweite geraten.

    Herr Gorbatschow selbst hätte keinen Finger in Richtung „Perestroika“ krumm gemacht, wäre da – wie im Artikel richtig angemerkt – nicht die gähnend leere Staatskasse gewesen.

    So gesehen ist der Zusammenbruch des verbrecherischen Imperiums nicht unbedingt M.S. Gorbatschows Verdienst – der Mann, dem wir alle wirklich das Ende des Kalten Krieges zu verdanken haben, heißt Ronald Reagan. Hut ab und eine Ehrensalve.

  2. Ja der 17. Juni 1953. Von diesem Datum möchte natürlich Deuschtlands Obrigkeit nichts wissen, zeigt es geradezu todesverachtenden Einsatz der Deutschen gegen ein totalitäres System.
    Die zieht es vor uns gebetsmühlenartig an 12 Jahre Faschistische Diktatur zu erinnnern.
    Mein persönlicher Dank gilt da auch dem Spiegel-Magazin, welches sich unermüdlich bemüht uns diese geschichtliche Epsisode fast wöchentlich aufs Brot zu schmieren.

  3. @ Inclutus, Sie sahen es: Litauen. Dort durften sich die Speznas-Einheiten noch herrlich austoben. Das wie zufällig exakt zu der Zeit, als ganz Westeuropa gegen die bösen-bösen „Amis“ mit Lichterketten auf die Straße ging, nur weil diese den Diktator Saddam H. stürzen wollten. Im Schatten der Gutmenschen-Empörung ließ des Westens Masköttchen „Gorbi“ die sowjetischen Killer-Kommandos auf die Litauer los. Davon wollten die offiziellen Medien bei uns nichts wissen. Ein paar interessante Details habe ich damals von Litauern erfahren, die nach „Gorbis“ Invasion in D Asyl suchten.

    Also bitte gaaaaanz vorsichtig mit dem Leberflecken-auf-der-Glaze-Russen. Er ist nicht der einzige, der sich gern mit Kindern fotografieren lässt. Sowohl sein Vorbild Dschugaschwili als auch Herr Schicklgruber waren diesem Brauch auch nicht abgeneigt.

  4. Sehr guter Artikel!

    Ronald Reagan, für die europäischen Linken neben George W. Bush das personifizierte Böse, hat den real existierenden Sozialismus durch knallharte Politik zu Fall gebracht. Heute lebt Gott sei dank die Demokratie in Osteuropa, niemals hat sich ein Linker bei Reagan dafür bedankt. Genauso wenig, wie sich die Linken bei Papst Johannes Paul bedankt haben. Ein strammer Konservativer und ein gläubiger Christ haben mehr für ein freies Europa getan, als alle Linken zusammen. Mal sehen, vielleicht wird Mr. Bush bald mit Reagan in einem Atemzug genannt. Reagan als Sieger über den Kommunismus, Bush als Sieger über den Islamismus. Ist noch ein weiter Weg bis dahin, aber ich bin mir sicher, in 20 jahren sehen wir George W. Bush anders……

    Die Linken sehen Gorbi übrigens gespalten. Der stalinistische Flügel (der in Deutschland sehr stark ist!) hasst ihn, die Internationalen sehen in ihn jemanden, der den Sozialismus nur reformieren wollte. Ich als Konservativer sehe in ihn jemanden, der die SU gewaltfrei in die Putin „Demokratie“ geführt hat. Also durchaus positiv. Auch wenn die Putin „Demokratie“ keine Demokratie im westlichen Sinne ist.

  5. Gorbi war zeitlebens Kommunist und wollte auch die SU mit all ihren unterdrückten Völkern erhalten.
    Er war lediglich kein Blutsäufer und für die Meisten ist es dank seiner „Weichheit“ gut ausgegangen. Bejubeln können wir Deutschen ihn – aber eigentlich nur wir…

  6. #1 fraglich:

    Panzer hin oder her. Zu dem Zeitpunkt war die UdSSR den USA technologisch und rüstungstechnisch himalayahoch unterlegen. Die hätten einfach keine Chance gehabt, hätten die USA diesmal die diplomatie mit anderen Mitteln fortsetzen wollen – und es war da kaum noch die Frage „ob“, sondern nur noch „wann“. Denn es war Öffentlichkeit geschaffen, u.a. durch die militärische Aufklärung und durch die Freiheitsbewegungen z.B. in Polen. Da konnte der Russe nicht mehr schalten und walten, wie es ihm beliebte. Denn da hätte es ganz schnell recht große Pilze gegeben. Ein Glück, dass das Ganze letztendlich mit wenig Blutvergießen abgelaufen ist. Eine Schande hingegen, dass die Sowjets ihr eigenes Fiasko noch ein letztes Mal propagandistisch als Sieg darstellen konnten, indem sie auf die Idee einer „Perestrojka“ oder „Glasnost“ kamen. Leute, ohne die momentane brutale Überlegenheit der USA wäre es bei einem weiteren „Tauwetter“ geblieben, deren es im Osten -zig gab…

  7. Beide habe bei uns Deutschen was gut.
    Besser wäre es gewesen, wenn die USA die Sowjets nicht durch das Unterstützen der Taliban in Afghanistan geschwächt hätten.
    Jetzt glauben diese verblödeten Eselstreiber und ähnlich Sandleute, sie selbst hätten Afghanistan vom Kommunismus befreit und haben sich nun nicht weniger als die Welt zum Abschuss vorgenommen.
    Seien wir nicht noch mal so dumm so einen Fehler zu begehen.
    Sehen wir zu, dass wir vom Öl loskommen, denn mit jedem verfluchten Pedrodollar, den wir an die Araber zahlen kaufen wir uns ein Stück unseres eigenen Strickes.

  8. Ist sicher korrekt und will ich in keinster Art und weise abstreiten: Die Dinge hatten sich zu ungunsten der UdSSR geändert.
    Nichtsdestrotz hatte man mit Gorbartschow Glück gehabt. Es galt auch damlas nach wie vor das Sicherheitsdilemma der atomaren Bewaffnung.
    In wie weit die NATO es gewagt hätte diese mal einzugreifen, bliebt uns wohl auf alle Ewigkeiten verborgen.

    Und über die Vorfälle in Litauen bin ich nicht informiert, muss ich mal nachlesen. Bin allerdings auch noch ein jüngeres Semester. 😉

  9. Gorbatschow und Reagan haben bei einem Treffen im Jahre 1985 auf der Insel Island die historische Entwicklung einer „Neuen Weltordnung“ vorbereitet und beschlossen.

    Sie haben die Welt verändert und sich um die Menschheit verdient gemacht.

    Sie sind Giganten der Geschichte,

    DANKE GORBI, DANKE RONALD !

  10. @7

    Wovon reden Sie?
    Bush’s beste Freunde sind die Saudis.
    Und diese finanzieren bekanntlich den „Islamismus“

  11. Ronald Reagan gab die Entsapnnungspolitik auf?
    War nicht das Ergebniss der Entspannungspolitik, das die Sowjets in Afghanistan einmarschiert sind? Und als Langzeitfolge stehen heute deutsche Soldaten in diesem Land.
    Und was war die Ursache? Die Kommunisten wollten Afghanistan aus den Mittelalter direkt in die klassenlose Gesellschaft überführen.
    Und das Ergebniss: Osama Bin Laden und Mullah Omar!

  12. @#11 fraglich
    Panzer, Raketen, Atomwaffen. Sicher hatten sie das. Aber um was zu tun.
    Es war vorbei. Sie waren pleite. Es gab keine Zukunft. Das Volk war gegen sie. Man kann nicht ein ganzes Volk unterdrücken, egal wie viele Panzer man hat. Genau wie in der DDR. Wenn die Propaganda es nicht mehr schafft, dafür zu sorgen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung zumindest die Füße still hält, ist es vorbei.
    Auch wenn man die Montagsdemonstrationen niedergeschlagen hätte, wäre die Zeit der DDR abgelaufen gewesen.
    Nur ein Irrer hätte an diesem Zeitpunkt weitergemacht. Und so böse sie waren, durchgeknallte irre, waren sie nicht. Sie haben bis zum Schluss versucht ihr Imperium zu erhalten. Alles was sie getan hatten, diente diesem Zweck, aber es ging nie ums sinnloses Töten, wie bei den Islamisten.

    Die einzige Gefahr, für die Teilnehmer der Montagsdemonstrationen war, dass die DDR Führung zu spät merkt, dass es vorbei ist. Aber in dem Moment, als ihnen klar war, dass sie den Niedergang der DDR nicht mehr stoppen können, hätten sie keine Toten mehr riskiert. Wozu.

  13. All jene die glauben Gorbatschov hätte keine Wahl gehabt als aufzugeben, seien an den Platz des Himmlischen Friedens erinnert. Dank des schnellen und rücksichtslosen Durchgreifen existiert das Kommunistische Regime in China immer noch. Und diese Wahl hätte auch Gorbatschov gehabt. Es ist ihm zu verdanken, dass Polen nicht das Schicksal Ungarns (1956) und der Tschechoslovakei (1968) teilte.

  14. #7 Sauerlaender
    Lieber Sauerländer von welcher westlichen Demokratie sprechen Sie. Wir leben in der EU und nicht in einer Demokratie.

  15. Leider kam der ehemalige russische Präsident ohne völlig überflüssiges Amerika-Bashing nicht durch seine Rede.

    Der ist immer noch ein Kommunist geblieben. Diese alle auftritte als „Demokrat“ sind für ihm einfach die Einnahmequelle. Wie Louis Vuitton Werbung, nicht mehr.

    Gorbatschew war einfach ein ufähiger Mann, der durch Intrigen und Protektionismus seitens Suslov und Andropov an die Macht kam. Seine „Reformen“ reichen von der Wiedereinführung der Militärischen Kommunismus bis zum wirtschaftlicher Anarchie. Gorbatschow hat 2/3 der Goldreserve seines Landes verpufft und aussenverschuldung versechfacht.

  16. #5 Inclutus

    „Naja, ganz freiwillig und friedlich war das ganze nicht. Man muß dazu nur nach Litauen sehen!“

    Sehr richtig, und nicht nur da, auch in Lettland haben sich diese äußerst brutalen, hirngewaschenen „OMON“ – Truppen 1991 ganz übel aufgeführt.

  17. #21 Kalan (17. Jun 2008 21:50)
    All jene die glauben Gorbatschov hätte keine Wahl gehabt als aufzugeben, seien an den Platz des Himmlischen Friedens erinnert. Dank des schnellen und rücksichtslosen Durchgreifen existiert das Kommunistische Regime in China immer noch. Und diese Wahl hätte auch Gorbatschov gehabt. Es ist ihm zu verdanken, dass Polen nicht das Schicksal Ungarns (1956) und der Tschechoslovakei (1968) teilte.

    Quatsch.
    Erstens Brejnew hat in 1981 beim Einführung der Kriegszustand entschieden hatte keine Panzer zu entsenden. Gorbatschjov kam an die Macht fast 5 Jahre später.
    Also Brejnev ist Ihr Vorbildliche Demokrat.
    Der hatte der Wahl. In der tat!

    Zweitens, es waren die KGB und Armee Offiziere die im August 1991 gepuscht hatten und wirklich vor dem Wahl standen – einen Schiessbefehl an die Armee geben oder verlieren. Die haben verloren. Gorbatschow wärendessen hat sich feige in seiner Datscha versteckt und wartete wer siegen wird. (Auch nachdem sein „Hausarrest“ aufgehoben war hat er immer noch gewartet).

    Es wirklich verwunderlich mit wieviel Gutmenschliche Ignoranz über Gorbatschov geschrieben wird.

  18. #20 Andy
    genauso würde ich es auch sehen.

    #21 Kalan
    Die Sowjets sind kulturell in erster Linie Europäer und zwar Waschechte, ob das nun gefällt oder nicht. Der Kulturelle Austausch war über die Jahrhunderte immens.
    Der Kommunismus war gescheitert, er musste scheitern, denn er entspricht nicht dem Wesen des Menschen, da hilft weder gutes Zureden noch unbändiger Druck.
    Also was tut ein Europäer wenn er feststeckt. Er orientiert sich neu.

    Die Chinesen sind keine Europäer, sie haben trotz Marx und Engels kulturell völlig andere Wurzeln.
    Das heißt aber noch lange nicht dass sie dumm sind. Die sind sogar erschreckend clever.
    Die kleine Revolution am Platz des Himmlischen Friedens haben sie niedergeschlagen und sie gleichzeitig unter Beibehaltung der Macht ganz undramatisch und nahezu unbemerkt an der Spitze durchgezogen. Deren Wirtschaftsystem ist trotz rotem Mäntelchen kapitalistischer wie unserer. China ist zwar nach wie vor eine echte Diktatur, aber eine mit großen Freiheiten welche früher oder später in echter Demokratie münden werden.
    Sehnen wir die zu schnell herbei, werden wir mit deren Muslime ggf. auch noch Stress bekommen.
    Chinesen sind eigentlich von Haus aus Geschäftstüchtig und große Pragmatiker. Passen wir besser auf dass die uns nicht ganz undramatisch abhängen.

  19. #10 MrP (17. Jun 2008 20:55) OT
    > Eigentlich bedarf es ja gar keiner Beweise mehr, warum auch die CDU mittlerweile UNWÄHLBAR geworden ist…für alle Gutgläubigen unter uns:

    Wirklich UNWÄHLBAR ist sie erst, wenn es Alternativen gibt, die auch Aussicht auf Erfolg haben.

    > http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=4875848.html

    Schlimm und eklig, aber andererseits auch taktisch gut. Die CDU will mehr Wähler von den Grünen. Wenn gleichzeitig der Antinationalismus und Feminismus der Grünen unattraktiver wird, geht die Partei daran hoffentlich zugrunde. SPD und Grüne müssen weg, auch wenn die CDU dafür eine zeitlang weiter nach links rückt. Ausserdem gibt es so mehr Potential auf der Rechten und bei den Liberalen.

  20. #24 Runaju (17. Jun 2008 22:04) #5 Inclutus

    “Naja, ganz freiwillig und friedlich war das ganze nicht. Man muß dazu nur nach Litauen sehen!”

    Sehr richtig, und nicht nur da, auch in Lettland haben sich diese äußerst brutalen, hirngewaschenen “OMON” – Truppen 1991 ganz übel aufgeführt.

    Hmm „Runaju“… labak mutu ciet, tu, stulbenis.

    Das waren die Auseinandersetzungen zwischen der regulären Miliz und deren Sonderabteilung, OMON. Wer damals mehr brutal und hirngewaschen war, darüber kann man streiten.
    Fakt ist, dass die getöteten Reporter in Kreuzfeuer gestorben sind.
    Eigentlich waren die sogar hiter der der OMON. OMON hatte vom Basteikalns aus den damaligen Polizeipräsidium (UWD) beschossen.

  21. Guten Abend, PI-Team! Ich bin heute zum ersten Mal hier und hoffe, nicht auf Dauer „awaiten“ zu müssen!

    Nassauer

  22. #1 Nitribeat (17. Jun 2008 20:20) Michail Sergejewitschs Vergangenheit als KGB-Funktionär darf bei all dieser Beweihräucherung freilich nie außer Sichtweite geraten.

    Gorbatschov war nie in KGB, Sie verwechseln Ihm mit seinem Landsmann (Stavropolski Gebiet) – Andropov. Für KGB er war einfach zu dumm gewesen 😉

    #6 Nitribeat (17. Jun 2008 20:32) Sowohl sein Vorbild Dschugaschwili als auch Herr Schicklgruber waren diesem Brauch auch nicht abgeneigt.

    Schon wieder, schrecken der Pisa.
    Hitler hat nie den Namen seiner Grosmutter Vaterliche seite getragen. Alois Schiklgruber hat seinen Namen 2-3 Jahre vor dem Geburt seiner Sohn Adolf gewechselt.
    Interessant, dass dieser Irrtum – Adolf Hitler in Schicklgruber umbenennen [und sich für einen Expert halten] ist sehr verbreitet in Russland. Vielleicht deswegen, das die Führer der Russischen Revolution eine Neigung zu Pseudonymen hatten:
    Plehanov -> Wolgin
    Uljanow -> Lenin (warscheinlich um Genossen Wolgin zu ärgern)
    Dzhugaschwili -> Stalin
    Bronstein -> Trotzki 😉

  23. Mein „Hallo“ wird veröffentlicht, mein eigentlicher Artikel („Gorbatschow im Pizza Hut“) nicht?

  24. Wer weiss denn nun wirklich, worauf Gorbatschow gehört hat? Wohl nur Gorbatschow.

    Fakt ist, dass grosse Teile der DDR-Bevölkerung ihm zugehört hat und sie hat seine Ausführungen über die Sowjetunion mit ihren Erfahrungen in der DDR verglichen. Und bei der vorherigen, jahrzehntelangen DDR-Politik, in der es hiess, „von der Sowjetunion lernen, heisst siegen lernen“, konnte die DDR-Führung seine Äusserungen auch nicht einfach beiseite tun, wenn es Kurt Hager auch versucht hat. Die Bananenbewegung der DDR war auch deshalb erfolgreich, weil sie den mächtigsten Staatsmann im sozialistischen Lager auf ihrer Seite oder wenigstens nicht gegen sie wusste.

    Wen haben wir auf unserer Seite? Niemanden. Nicht mal Georg Bush, der ständig erzählt, dass Islam Frieden heisst.

  25. Ich glaube Ihr habt´s noch immer nicht verstanden:

    Tag der Deutschen Einheit ist der 17. Juni!
    Am 3. Oktober ist der Tag der offenen Moschee!
    Die DDR ist tot, ebenso die UdSSR.
    Dafür sind die Kommunisten der SED noch quicklebendig.

  26. Wir mußten am 17.6.53 vor den russischen Panzern weglaufen. Mein Sohn konnte 1987
    bei der denkwürdigen Rede Ronald Reagens vor
    dem Brandenburger Tor zuhören.

    Wir danken Ronald Reagen für alle Zeit !

  27. „[…]ehemalige russische Präsident […]“

    Inhaltlicher Fehler, das ist er definitiv nie gewesen. Er war Generalsekretär der KPdSU und Präsident der UdSSR, Präsident von Russland wurde dann Jelzin.

    @ #9 Nitribeat:
    Vollkommen egal wie unterlegen du die Sowjetunion gern haben würdest, konventionell war sie der Nato haushoch überlegen, auch wenn sie nicht auf dem neuesten technischen Stand war. Das wäre aber vollkommen egal gewesen, denn die Kriegsplanungen der Generalität auf beiden Seiten sahen keinen konventionellen Krieg vor, egal wie oft das behauptet wurde.

  28. #26 LeibaBronstein

    „Fakt ist, dass die getöteten Reporter in Kreuzfeuer gestorben sind.
    Eigentlich waren die sogar hiter der der OMON.“

    Und? Was ändert das nun hinsichtlich der Brutalität dieser OMON-Typen? Meine Frau hat die hautnah kennengelernt, zum Beispiel am Arbeitsplatz, als sie in das Gebäude eindrangen und in sinnloser Zerstörungswut alles kurz und klein schlugen, die Büros verwüsteten, die Leute mit der Waffe bedrohten.

    Aber Sie wissen das ja alles viel besser. Und wer sich sowas von gescheit dünkt, muss natürlich persönlich werden (wie auch gegenüber anderen hier), um das zu demonstrieren.

    Übrigens, wenn man schon in einer anderen Sprache pöbelt, sollte es vielleicht doch fehlerfrei sein: Es heißt nämlich „labak muti ciet…“. Oder sollte ich sagen: Si tacuisses…

  29. @ 19 Kalan

    Ja Sie haben recht, Gorbatschow hatte zu jeder Zeit die Wahl gehabt, die chinesische Karte zu ziehen. Bei dieser Wahl hätte er sich auch der absoluten Loyalität der Roten Armee und des Parteiapparates sicher sein können.
    Die UdSSR war damals ein tödlich verletzter Bär, aber immer noch stark genug um die ganze Welt mit ins Verderben zu reißen..
    Gorbatschow hatte nicht nur die stärkste Panzerarmee einsatzbereit ( ich kenne ernsthafte Aussagen von hohen NVA Offizieren, die sagten frei heraus: Wenn wir gewollt hätten, wären wir am Wochenende bis zum Atlantik durchmarschiert und die Nato hätte es erst am Montag mitbekommen, wenn sie aus dem Wochenendurlaub gekommen wären) sondern auch eine einsatzfähige Atomstreitmacht. Diese Atomstreitmacht war in der Lage unsere Zivilisation viele Male auszulöschen.
    Gegen die ungeheuerliche Zerstörungskraft der russischen Atom U-Bote, die vor den Küsten Amerikas lagen, gab es keinen richtigen Schutz, nur die Gewissheit, dass am Ende beide Seiten untergehen würden.
    Auch die Wahl dieser Karte besaß Gorbatschow.
    Ja Gorbatschow war zu diesem Zeitpunkt ein Kommunist und wollte sicherlich mit seinen eingeleiteten Reformen das Sowjetreich reformieren und retten.
    Ein Beispiel dafür war auch, das Gorbatschow den Alkoholverbrauch einschränken wollte, was die Russen ihn bis heute nicht verzeihen können.
    Aber Gorbatschow war auch ein verantwortungsvoller Mann mit humanistischen Idealen, die es ihm verboten, auf die beiden Karten, wie ich sie beschrieb, zu setzen.
    Gleichzeitig war er in der Lage zu tief greifenden gesellschaftlichen Analysen und zur objektiven Beurteilung der damaligen Situation seines Landes und der Welt insgesamt.
    Die Schlüsse die er aus seinen Analysen und objektiven Beurteilungen zog waren eindeutig – das Grundübel des Landes war der Kommunismus, das System des Kommunismus.
    Auf der Grundlage seiner objektiven Erkenntnisse begann, er mit großen persönlichen Risiken für sich selbst, eine Revolution von oben einzuläuten, deren Früchte dann Jelzin erntete.

    Wenn da einige Leute Litauen einwerfen, dann kann ich nur darauf verweisen, dass sie dieses doch bitte im historischen Kontext betrachten möchten. Zu dieser Zeit war Gorbatschow eher mit einem Hochseilartist zu vergleichen, der ständig um Balance bemüht war, um nicht abzustürzen. In der Führung der Roten Armee brodelte es, ein großer Teil der Armeeführung waren knallharte Betonkommunisten und warteten nur auf einen Fehler von Gorbatschow um los schlagen zu können. Wenn dieses geschähen wäre, wie sähe dann heute unsere Welt aus?
    Ich möchte mir dieses nicht so richtig vorstellen, denn ich kann nur an das ungeheure Vernichtungspotenzial erinnern, was in ihren Händen lag. Und über das sie dann ungehindert hätten entscheiden können.

    Ja sicherlich hatte auch Ronald Reagen seine Verdienste, das beide Seiten in dieser Zeit verantwortungsvoll handelten, daher kann ich nur untermauern was Hundepopel sagt:
    Danke Gorbi; Danke Ronald!

    Erstaunlich ist es schon was da ein Nitribeat, LeibaBronstein, Runaja oder Inclutus für einen wissensfreien Schwachsinn ablassen, denn ihre Beiträge erfüllen noch nicht einmal das Kriterium von Halbwissen – Leider.

  30. Natürlich hat man schnellstmöglich den 17. Juni abgeschafft. Er errinnerte schließlich an einen Volkaufstand. Man errinnert ja auch nicht mehr an die Deutsche Revolution von 1848/49 oder an das Aufbegehren der DDR-Bevölkerung die schlußendlich zum Sturz der SED/PDS/Die-Linke Diktatur führte. Unddas bitte auch imer so schreiben

    SED/PDS/Die-Linke

    Das ist die Partei der MAUERMÖDER. Der MINENLEGER, SELBSTSCHUSSAUTOMATEN, SCHNÜFFELPROBEN und der STASI

    Natürlich paßt es den Machthabern nicht ins Konzept, das Volk daran zu errinnern, das von der Macht es oftmals nur wenge Schritte bis zum Strick sind. Das nur Der beherrscht werden kann, Der auch beherrscht werden will.. oder es zumindest duldend in kaufnimmt. Das die sogenannten Mächtigen nur eine handvoll sind, und das es einem Volk jederzeit in den Sinn kommen könte, sich Jener zu entledigen.

  31. @ 37 Phygos

    Ja so ist es leider, jedes Volk hat nur die Regierung die es verdient.

    Mit etwas mehr Zivilcourage könnten wir uns vieleicht eine etwas bessere Regierung suchen.

    !989 hat es schon einmal geklappt, das war in einem Teil Deutschlands in dem die Regierenden nicht mehr konnten und die Regierten nicht mehr wollten.

    Doch wie sieht es heut aus? Die Regierenden können eigendlich schon lange nicht mehr, siehe EU Verträge, aber die Regierten?
    Ich glaube die Mehrheit ist viel zu abgestumpft oder korumpiert von den Regierenden. Aber vieleicht ist PI ein Teil einer beginnenden Dämmerung am östlichen Horizont. Eein heller und hoffnungsvoller Streifen leuchtet bereits.

  32. #18 Andy (17. Jun 2008 21:30)

    Panzer, Raketen, Atomwaffen. Sicher hatten sie das. Aber um was zu tun.
    Es war vorbei. Sie waren pleite. Es gab keine Zukunft. Das Volk war gegen sie. Man kann nicht ein ganzes Volk unterdrücken, egal wie viele Panzer man hat.

    Doch, man kann. Siehe Nordkorea, siehe Kuba, siehe Burma usw.
    Und pleite waren die auch schon vorher. Die waren aber immer „relativ“ pleite.
    Die waren 1930 schon am Ende. Trotzdem waren sie in der Lage, ihr Volk unter der Knute zu halten. Was haben Sie für eine Ahnung von der Leidensfähighkeit des russischen Volkes.
    Wenn 1985 ein Hardliner an die Macht gekommen wäre, dann würde der Kommunismus heute noch in der UdssR und in ganz Osteuropa herrschen, mindestens. Denkbar sind auch noch schlimmere Szenarien.
    Stimmt natürlich, daß Gorbatschov Mitglied der KPDSU war, aber Luther war auch katholischer Prister.
    Übrigens wären Sie, gleichen Geburtsort und Zeit vorausgesetzt vermutlich auch KPDSU Mitglied gewesen.

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