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Schweizer Mannschaft kämpft bei EM ohne Kreuz


Die Schweiz ist bekanntlich neben Österreich Gastgeber der Fußball-EM [1], die am Samstag in Basel angepfiffen wird. Eine Gelegenheit, Flagge zu zeigen – könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Statt wie sonst üblich in den Landesfarben mit weißem Kreuz auf rotem Grund, werden die Schweizer Nationalspieler in ihrem Heimatland mit politisch korrektem Trikot ohne Kreuz, lediglich mit winzigem Verbandslogo [2] versehen, auflaufen. Eine „grafische“ Entscheidung, so die Verantwortlichen des Schweizer Fußballverbands – doch Insider vermuten andere Gründe.

Swissinfo dokumentiert die vorgeschobenen Hintergründe [3] dieser Entscheidung, die in der Schweiz bei so manchem Fußballfan Zähneknirschen verursacht. Für die Bürgerlichen ist das Spielen ohne Kreuz ein Verrat an der Heimat. Der Entscheid stört aber auch „Ästheten, die mit Hurrapatriotismus nichts am Hut haben“.

Ehemalige Spieler können es nicht fassen. Norbert Eschmann [4], der selbst für die Schweiz spielte und heute als Journalist arbeitet, hatte früher ein rotes Jersey mit weißem Kreuz getragen. Er meint:

„Wenn die Schweiz spielt, muss man rote Figuren sehen und von Zeit zu Zeit ein weißes Kreuz in Großaufnahme.“

Pierre-Albert Chapuisat [5], der Vater des Ex-Profis von Borussia Dortmund Stéphane Chapuisat [6] äußerte sich ebenfalls nicht gerade wohlwollend über das neue Trikot. Es sei ein „großer“ Irrtum und sehe dorfclub-mäßig aus. Er hätte es in Ordung gefunden,

„wenn zumindest etwas Kleines daran erinnerte, dass man Schweizer ist“.

Politische Stimmen gegen den Entscheid sind am deutlichsten von Seiten der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zu hören. Sie fürchtet, dass die Schweizer Fußballer jetzt mit den Polen verwechselt werden könnten.

Von offizieller Seite will man „modern“ und „zeitgemäß“ sein und außerdem sei der Sponsor wichtiger als das Schweizer-Kreuz. Ob es jedoch nur darum geht, ist zu bezweifeln. Wahrscheinlicher ist, dass der Aufruhr um das Kreuz bei Fußball-Clubs wie Inter Mailand [7] und Eintracht Frankfurt [8] (PI berichtete) zu der Entscheidung geführt haben.

Es ist gut denkbar, dass die Türken, die selber mit Halbmond auf der Brust [9] antreten werden, direkt etwas mit dem Entscheid zu tun haben. Ist doch das Verhältnis der Schweiz zur Türkei angespannt, seit die Schweizer vor zwei Jahren die Türkei in Istanbul aus der WM-Qualifikation geworfen haben, in der Umkleidekabine von den Türken verprügelt wurden [10] und die Unkorrektheit besaßen, sich auch noch zu wehren.

SpOn berichtete [10]:

4:2 gewonnen und doch die WM-Teilnahme verpasst. Das war offenbar für etliche türkische Zuschauer, Spieler und Ordner nur schwer zu verkraften. Nach dem Schlusspfiff im Istanbuler Stadion kam es regelrecht zu Jagdszenen auf die Schweizer Spieler, die sich in den Kabinengang flüchteten. Wurfgeschosse prasselten auf das Plexiglasdach. Die Schweizer wurden geschlagen und getreten. Einige keilten nach Augenzeugenberichten zurück.

Wir erinnern uns an die letzten Minuten des Spiels:

So wurden die Schweizer übrigens damals in der Türkei empfangen:

Dass man zu den türkischen Gästen wesentlich freundlicher sein wird, versteht sich von selbst – bis hin zum selbstunterwerfenden Kreuz-Verzicht. Man will ja schließlich als Gastgeber keine muslimischen Gefühle verletzen…

Wiedenroth [11]

Kontakt:

Schweizerischer Fussballverband (SFV)
Generalsekretariat
Haus des Schweizer Fussballs
Worbstrasse 48
3074 Muri
Tel. 031/ 950 81 11
Fax 031/ 950 81 81
www.football.ch/sfv [12]
E-Mail: sfv.asf@football.ch [13]

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