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Köln: Eine Großmoschee ist nicht genug!

Zwei Tage nachdem der Kölner Rat grünes Licht für den Bau der Großmoschee in Ehrenfeld unter Regie der türkischen Religionsbehörde gegeben hat, lässt Baudezernent Streitberger die Katze aus dem Sack. Nach dem Präzedenzfall melden selbstverständlich auch andere Moslemvereine Ansprüche auf repräsentative Großmoscheen an. Die gutmenschliche Anfangsidee deutscher Weltverbesserer einer „Zentralmoschee“ für alle Kölner Muslime ist längst vom Tisch. Wie wenig musste man von der fremden Kultur wissen, um sich einzubilden, Türken und Araber würden dieselbe Moschee benutzen?

Die Kölnische Rundschau berichtet:

Der neuen, repräsentativen Moschee in Ehrenfeld werden an anderer Stelle in Köln wohl weitere folgen: Baudezernent Bernd Streitberger geht davon aus, dass der Bauantrag der Türkisch-Islamischen Union nicht der letzte sein wird – „wenngleich diese Moschee schon etwas Besonderes ist“. Jedoch habe erst kürzlich der marokkanische Generalkonsul gegenüber Oberbürgermeister Fritz Schramma erklärt, dass die in Köln lebenden Muslime aus seiner Heimat, von denen ein großer Teil im Rechtsrheinischen wohnt, ebenfalls eine Moschee bauen möchten, möglicherweise in Mülheim, sagt OB-Sprecher Gregor Timmer

Tatsächlich existiert im „Araberviertel“ Humbold-Gremberg bereits eine arabische Großmoschee, die bis zu 2.000 Personen Platz bietet. Mit einem unauffälligen Eingang neben einem Gemüseladen erstrecken sich die Moscheeräume gleich über die Hinterhöfe mehrerer Mietshäuser. Das Verkehrschaos bei besonderen Anlässen, die Besucher aus Belgien, Holland und Frankreich anreisen lassen, ist dort legendär.

DITIB aber ist vor dem deutschen Recht ein Verein wie hunderte andere. Eine zentrale Institution des moslemischen Glaubens existiert nicht. Rechtlich gesehen ist ein Verein so gut wie der andere. Es gibt hunderte, und prinzipiell könnte jetzt jeder mit gleichem Recht ein repräsentatives Objekt beanspruchen.

Wenig interkulturelle Kompetenz für orientalisches Verhandeln beweist auch der evangelische Präses Nikolaus Schneider, der allen Ernstes zu glauben scheint, das Engagement seiner Kirche für den Moscheebau, einschließlich der Verleumdung der Kritiker auf Kirchenveranstaltungen würde nun durch die nachträglich geforderte Gegenleistungen belohnt:

Die Evangelische Kirche im Rheinland sieht nun die Ditib in der Pflicht, sich ihrerseits für die Anerkennung christlicher Kirchen in der Türkei einzusetzen. Eine solche Baugenehmigung sei dort für eine christliche Kirche „völlig undenkbar“, erklärte Präses Nikolaus Schneider gegenüber dem WDR.

Eine Ermahnung, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Verhandelt wird, zumal im Orient, vor dem Geschäft und nicht danach. Versprechungen der türkischen Seite sind dabei genau soviel wert, wie die Zusage von deutschsprachigen Predigten, auf der die jahrelange Unterstützung der CDU für die Großmoschee basierte. Inzwischen steht fest: Deutsche Predigten wird es nicht geben. Aber vielleicht eine kurze Zusammenfassung auf deutsch. Verhandlungssache: „Was Du zahle?“

An diesem Wochenende eröffnet im Norden Kölns, in Chorweiler, eine gerade fertiggestellte Moschee. Im benachbarten Feldkassel hatte letztes Jahr die DITIB mit einem Moscheeneubau überrascht, der nur durch die Aufmerksamkeit Kölner Bürger überhaupt bekannt wurde. Im südlichen Porz dauert es noch etwas. Dort ist eine Moschee in Bau. Viele, viele werden folgen.

(Spürnase: Gunther)