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Kofferbomber beriefen sich auf islamische Fatwa

Im Düsseldorfer Prozess gegen den in Deutschland gefassten Kofferbomber Youssef el-Hajdib hat das Gericht jetzt auch den religiösen Hintergrund des geplanten Massenmordes beleuchtet. Demnach bezogen die zwei libanesischen Studenten ihre Rechtfertigung von einem islamischen Rechtsgutachten aus dem Jahr 1994.

PR-inside meldet:

Das bei den beiden Kofferbombern entdeckte islamische Rechtsgutachten, eine sogenannte Fatwa des Palästinensers Muhammad al-Maqdisi, enthalte den Aufruf zur Tötung von Zivilisten, wenn diese Gott, die islamische Religion oder den Propheten beleidigten, sagte die Bamberger Islamwissenschaftlerin Rotraud Wielandt in dem Prozess.

Die beiden Kofferbomber – Youssef el-Hajdib und Jihad Hamad – hatten als Motiv für ihre Taten die in westlichen Zeitungen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen angegeben. Die Fatwa könne gut dazu «benutzt werden, ein Attentat auf Zivilisten zu rechtfertigen», betonte Wielandt. Personen, die Gott, die islamische Religion oder Mohammed beleidigten, müssten nach dieser Lesart getötet werden, zudem müssten ihnen alle Besitztümer genommen werden.

Nach Angaben der Wissenschaftlerin wurde das Rechtsgutachten zwar schon im Februar 1994 veröffentlicht. Es bot den beiden Kofferbombern aber offenbar auch zwölf Jahre nach Veröffentlichung noch eine ideologische Anleitung für ihre Taten. So konnten der in Düsseldorf angeklagte el-Hajdib und sein bereits in Beirut verurteilter Komplize Hamad aus der Fatwa entnehmen, dass man bei einem Attentat möglichst viele Menschen töten müsse.

Mit dem Islam hat das geplante Verbrechen gegen deutsche Bahnreisende allerdings nichts zu tun.