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„Menschenfleischfressendes Bakterium“

SalamKaum irgendwo wird grüne Heuchelei deutlicher sichtbar als in der Handhabung des Themas Schwulenfeindlichkeit und Islam. Einer der engagiertesten Islamverklärer in Deutschland ist der Grüne Volker Beck. Der homosexuelle Politiker sieht sich selber gerne als Fürsprecher und Schutzpatron der Schwulen in aller Welt – außer natürlich in der islamischen (Foto: Ausschnitt eines Hetzartikels im deutsch-arabisch-türkischen Magazin „al-Salam“).

Denn die ist so Homosexuellen-feindlich, wie es schlimmer nicht geht, aber wer die islamische Zuwanderung als Bereicherung verkaufen will, der befasst sich lieber mit dem Verbot homosexueller Priester durch die katholische Kirche als mit verfolgten und hingerichteten Schwulen im Iran oder in Saudi-Arabien. Und so hat man denn auch seit Monaten nichts über diesen Vorfall gehört:

Das deutsch-arabische Magazin Al-Salam erregt auf den ersten Blick nicht besonderes Aufsehen. Es liegt zu Hunderten in ganz Berlin, ist ein kostenloses Anzeigenblättchen mit bunten Bildern. Doch der Inhalt der Texte ist nicht ganz so harmlos. Im April veröffentlichte das Magazin einen arabischsprachigen Beitrag mit dem Titel „Ein fleischfressendes Bakterium und geschlechtliche Anormalität“. Der Text diffamiert Homosexuelle.

Der Autor, Muhammed Lujain al-Zayn, zitiert eine US-medizinische Studie als Beleg für seine Thesen, dass Homosexualität nicht nur eine individuelle Sünde gegen Gott sei, sondern auch eine gesellschaftliche Gefahr, die es einzudämmen gilt. Schwule bezeichnet der Verfasser als „Verbrecher“ und als „Anormale“, bei denen Krebserkrankungen um ein Vielfaches höher seien als bei „normalen Menschen“. Außerdem sei in der homosexuellen Gemeinschaft in den USA eine „besondere Form der Krebserkrankung“ aufgetaucht, die jedoch noch erforscht werden müsse. Bevor irgendwelche Krankheiten übertragen werden, rät Muhammed Lujain al-Zayn Muslimen, Homosexuellen nicht die Hand zu schütteln: „Denn man weiß nie, was für Bakterien und Keime sich an seiner Hand befinden und Verderben bringen könnten.“

Alexander Zinn, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg (LSVD), regt sich zurecht auf, dass der in einem Berliner Verlag gedruckte Hetzartikel von der Politik kommentarlos übergangen wird.

Er kritisiert, dass sich die Politik nicht an dieses Thema herantraut. „Es ist die Angst, dass man als rassistisch und islamfeindlich angesehen wird“, so Zinn und schiebt hinterher: „Diese Scheu darf kein Grund sein, die Diskriminierung einer Minderheit durch eine andere Minderheit hinzunehmen.

Offenbar kann Volker Beck eher damit leben, als „anormal“ und als „Verbrecher“ bezeichnet zu werden, dem man wegen Seuchenverdachts besser nicht die Hand gibt, als ein Haar in der Islam-Brühe zuzulassen. Verlogener und heuchlerischer gehts nicht.

(Spürnase: tommaso, Thorsten U.)