1

Steinmeier enttäuscht vom Irren

Walter Steinmeier, der weise Weltenlenker mit der runden Brille, ist traurig und enttäuscht. Das konnte aber auch wirklich niemand vorhersehen: Der iranische Präsident Ahmadinedschad, der nie etwas anderes behauptet hat, als Israel auslöschen zu wollen, will jetzt entgegen aller Erwartungen und obwohl die Europäer ihn mit so viel schönen Dingen erfreuen wollten, doch nicht auf das dazu nötige Atomwaffenarsenal verzichten!

Auch Sarkozy versteht die Welt nicht mehr. Obwohl er dem syrischen Diktator ausdrücklich gesagt hat, er soll mal mithelfen, den Iran friedlich zu stimmen und Israel lieb zu finden, erklärt dieser, kaum wieder daheim, dass er einen feuchten … na Sie wissen schon …

Der Spiegel berichtet von der für die Politikexperten vollkommen überraschenden Wende des Weltgeschehens:

Er will „kein Jota“ nachgeben: Im Atomkonflikt mit Iran schwindet die Hoffnung auf Verständigung. Präsident Ahmadinedschad hält am Nuklearprogramm seines Landes fest, trotz der Vermittlungsbemühungen des Uno-Sicherheitsrats. Bundesaußenminister Steinmeier droht im SPIEGEL mit schärferen Sanktionen. (…)

Angesichts des ausbleibenden Einlenkens Teherans drohte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit weiteren Sanktionen. Teheran solle „nicht länger auf Zeit spielen“, sondern rasch eine „verwertbare Antwort“ auf das Angebot der Sechsergruppe geben, sagte Steinmeier dem SPIEGEL.

Diplomatische Kreise rechnen nach dieser unverhohlenen Drohung jetzt schon mit dem Schlimmsten: Ein außer Rand und Band geratener Steinmeier könnte in blinder Wut nach Teheran reisen und dort im Duett mit Volker Beck öffentlich singen.

Da mag es tröstlich sein, dass auch Nikolas Sarkozy beim Versuch scheiterte, den syrischen Schurken Assad in die Allianz der Guten einzubinden:

Syrien habe gegenüber Europa seine Ansicht deutlich gemacht, dass jedes Land – auch Iran – ein Recht auf Urananreicherung und ein eigenes Atomprogramm habe, erklärte Assad nach Angaben auf der Website der iranischen Präsidentschaft. Syrien stehe fest an der Seite Irans und werden seine Position nicht ändern, sagte Assad.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte Assad während dessen Besuch in Paris am 14. Juli aufgefordert, im Streit um das Atomprogramm Druck auf die Führung in Teheran auszuüben. Der syrische Präsident war zudem in den indirekten Friedensverhandlungen mit Israel gedrängt worden, die Beziehungen seines Landes zu Iran abzubrechen. Ahmadinedschad erklärte dazu, „gewisse Länder“ täuschten sich, wenn sie glaubten, einen Keil zwischen Syrien und Iran treiben zu können.

Das ist nun wieder übertrieben. Es sind nicht „gewisse Länder“, die sich so auffallend häufig täuschen. Es sind gewisse Politiker aus den Ländern, die dafür bekannt sind, dass dort die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln haben.

(Unser Foto zeigt den iranischen Präsidenten bei der Wiederkunft des zwölften, des entrückten Imam)