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Moschee olé: Rassist Cem Özdemir

[1]Wer in Deutschland gegen eine Moschee ist, ist ein Nazi und Rassist und muss raus. Das wissen wir spätestens seit dem letzten Wochenende, und wer nicht hören wollte, musste fühlen. Aber selbst hochrangige Grünenpolitiker sind nicht immun gegen die schreckliche Pest. Sie werden besonders dann befallen, wenn das Allahu Akbar in der eigenen Eigentumswohnung zu hören ist. Wir begrüßen in unserem exklusiven Kreis Cem Özdemir, den künftigen Vorsitzenden der Grünen.

Die taz hats [2]:

Auch Kreuzberg hat jetzt seinen Moscheestreit. Einen, wie könnte es anders sein, der besonderen Art: Auf der einen Seite steht die Selahaddin-Eyyubi-Moschee am Kottbusser Tor, die einzige kurdischsprachige der Stadt. Auf der anderen Seite die Bewohner des Hauses, unter ihnen Cem Özdemir, Europaabgeordneter und künftiger Bundesvorsitzender der Grünen.

Die Moschee ist im ersten Stock eines Wohnhauses untergebracht und baulich wie personell mit einem Café im Erdgeschoss verbunden. Früher wurden die Räume von linken türkischen und kurdischen Gruppen genutzt, vor 13 Jahren zog die Moschee ein. Sie gilt als PKK-nah. Im Oktober vorigen Jahres kam es hier zu Ausschreitungen, als ein türkisch-nationalistischer Mob das Café angriff.

Die Haus war war 1979 zunächst von Frauen, darunter vielen Einwanderinnen, besetzt worden. Später bekam man Mietverträge, vor vier Jahren wurden die Wohnungen an die Bewohner verkauft. Einige der einstigen Besetzer wohnen noch hier. Auch die später Hinzugekommenen gehören zur Kreuzberger Mischung aus türkisch/kurdischem und links-alternativem Milieu. Cem Özedemir, der Prominenteste unter ihnen, zog im letzten Jahr mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein.

„Eine Moschee in einem Wohhaus ist unzumutbar“, sagt Özdemir. Die Wohnung sei nicht dafür geschaffen, dass dort regelmäßig hundert Leute verkehrten. Die Gebetsrufe seien im ganzen Haus zu hören, durch Freitagsgebete, Beerdigungszeremonien oder Korankurse sei das Haus ständig belagert, sagen andere Hausbewohner. Hinzu komme ein Sicherheitsproblem, meint Özdemir, nicht nur durch die PKK: „Jederzeit könnte ein türkischer Nationalist einen Brandsatz legen.“

„Der Konflikt geht schon lange“, ergänzt sein Nachbar Hasan Togrulca, selbst ein Kurde. Er führt ein weiteres Ärgernis an: Seine 18-jährige Tochter und andere Frauen seien von Besuchern der Moschee sexuell belästigt worden. Der Vereinsvorstand räume ein, nicht alle Besucher unter Kontrolle zu haben. „Die Leute von der Moschee haben uns immer wieder versichert, dass sie ausziehen“, berichtet er weiter. „Wir haben versucht, ihnen zu helfen, haben Makler kontaktiert, Ersatzobjekte gezeigt. Aber passiert ist nie etwas.“ Darum habe man schließlich gekündigt und Klage eingereicht. Die erste endete Mitte September vor dem Landgericht mit einem Vergleich. Demnach muss das Café bis Mitte März ausziehen. Der Prozess gegen die Moschee ist noch anhängig. Kurz vor dem Beschluss, erzählt Özdemir, habe ihm eine Frau zu verstehen gegeben, dass sie nun seine Ansprechpartner sei. „Für unsere Probleme mit der Moschee hat sie Verständnis geäußert. Aber sie hat auch gesagt: ,Egal, was ihr macht, das Café werden wir niemals verlassen.'“

Am Samstag verbreitete die Firat News Agency einen Bericht über den Streit. Titel: „Grün getarnte Kurdenfeindschaft“. Dem von der Zeitung Yeni Özgür Politika nachgedruckten Text folgten Einträge in PKK-nahen Internetforen: „Wer an eine Moschee pinkelt, wird bestraft“, heißt es in einem Eintrag. Özdemir, „von dem man nicht weiß, ob er Türke oder Jude ist“, sei eine „Marionette des türkischen Staates“, in einem anderen. „Wir haben Angst“, sagt Togrulca. „Nicht vor den Moschee-Leuten, aber vor Radikalen.“ Gefahr bestehe, so Özdemir, auch darin, „dass sich einzelne kurdische Jugendlich dazu berufen fühlen könnten, die vermeintlichen Kurdenfeinde zu bestrafen“.

„Aber“, fährt er fort, „spätestens der Mord an Hatun Sürücü sollte jedem deutlich gemacht haben, dass jedes Appeasement vor patriarchalen, nationalistischen oder islamistischen Orgsanisationen unangebracht ist.“ Das widerspreche nicht seinem Engagement für Moscheebauten. „Ich bin sehr wohl für Moscheen“, sagt er. „Aber sie sollen raus aus den Hinterhöfen und Wohnungen und ans Licht der Öffentlichkeit. Und ich habe ein Problem mit Moscheen, die von Extremisten gleich welcher Couleur beeinflusst werden.“

Von Drohungen weiß Ismail Parmaksiz vom „Bündnis der Kurden und kurdischen Vereine“ nichts. Das sei eine Kampagne von Özdemir, das Gotteshaus habe nichts mit der PKK zu tun, sagte er gestern bei einem Pressegespräch im Café. An dessen Wand: ein Bild von Öcalan.

Özdemir, der in diesen Dingen noch unerfahren ist, empfehlen wir dringend, sich mit den Heinersdorfer Bürgern in Verbindung zu setzen, die seit langem eine ähnlichen Kampf führen. Aber da wir in diesem Fall neutral sind, auch ein Rat an die in ihrer Religionsfreiheit bedrängten Kurden: In Köln haut man Typen, die gegen die Moschee hetzen, vor die Fresse und spült sie im Klo runter. Wir werden gerne über die weitere Entwicklung berichten.

(Vielen Dank den zahlreichen Spürnasen!)

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