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„Ehrenmord hat nichts mit dem Islam zu tun“

Michael Kissel [1]Nein, dies ist kein weiterer satirischer Beitrag, es ist purer Ernst und nennt sich „Wormser Charta“. Diese will uns die Wormser Zeitung [2], der Dachverband der Wormser Muslime und OB Michael Kissel (Foto) als „einen großen Schritt in Richtung Integration“ verkaufen. Wichtigster Inhalt des Dhimmi-Dokuments: Weder Ehrenmorde noch Zwangsheiraten haben irgend etwas mit dem Islam zu tun.

Durch die Grundsatzerklärung, die von sämtlichen in Worms beheimateten muslimischen Glaubensgruppierungen unterzeichnet wurde, wolle man mit Vorurteilen aufräumen, betonte Amin Kamal, Vorsitzender des Dachverbandes. „Ein Ehrenmord“, so der Dachverbands-Chef, „hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Gleiches gelte für Zwangsheiraten. „Auch hier wird vom Propheten Mohammed die Zustimmung der Frau verlangt“, erklärte Kamal. Leider seien derartige Glaubensgrundsätze bei Nicht-Muslimen wenig bekannt oder würden ignoriert. Hier soll das bundesweit einmalige Dokument Abhilfe schaffen. Kamal: „Wir haben heute einen großen Schritt in Richtung Integration getan.“

Allerdings verbinden die Muslime mit dem Dokument auch Forderungen. „Integration“, betonte der Dachverbands-Vorsitzende, „ist keine Einbahnstraße.“ Im Klartext: Auch die Bürger, so Kamal, „müssen uns so akzeptieren, wie wir sind.“ Es könne nicht sein, dass eine Frau wegen ihres Kopftuches diskriminiert werde, oder „ein Mann von seinem Arbeitsplatz entlassen wird, weil er fünf Mal am Tag betet.“

Oberbürgermeister Michael Kissel bewertete die Charta als „weitgehendes und mutiges Bekenntnis“, von dem eine Stadt, „in der Menschen aus 130 verschiedenen Nationen leben“, nur profitieren könne. Denn: „Die Charta“, hofft der OB, „soll bei der deutschen Bevölkerung Fragen provozieren und Diskussionen auslösen.“ Die Voraussetzung für „einen Austausch zwischen den Religionen“, findet Kissel. Das „Miteinander“, also ein unbelastetes Verhältnis zwischen Menschen verschiedener Religionen, betrachtet der Stadtchef als Zukunftsaufgabe. Zumal „es Worms immer gut gegangen ist, wenn es gelang, die Potenziale der verschiedenen Kulturen und Religionen zu aktivieren“. Allerdings sei die Charta nicht nur an Nicht-Muslime gerichtet. Auch bei Migranten wolle man mit dem Dokument „Zeichen setzen“. Die Selbstverpflichtung, befand der OB, „ist ein Signal an Migranten“ und zeige, „dass sie ihre Wurzeln, ihre Kultur und ihre Religion behalten dürfen“. Mit der Unterzeichnung der Charta, betonte Kissel, werde „die gute Integrationsarbeit“, die beispielsweise vom Ausländerbeirat oder dem interkulturellen runden Tisch geleistet werde, fortgesetzt. Allerdings bleibe auch hier noch viel zu tun, so der Stadtchef, weshalb man auf „einen hauptamtlichen Integrationsbeauftragten“ setze.

Kontakt:

Büro des Oberbürgermeisters
Michael Kissel
Telefon: (0 62 41) 8 53 – 10 01
Telefax: (0 62 41) 8 53 – 10 90
E-Mail: bueroob@worms.de [3]

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