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Christenmörder vor Gericht

Anfang dieses Jahres sind mitten in Deutschland drei orthodoxe Christen offenbar aus religiösem Hass von Muslimen ermordet worden (PI berichtete). Die drei Autohändler aus Georgien blieben längere Zeit vermisst, bis man ihre Leichen im Altrhein fand. Ein V-Mann des LKA, der aus dem Nahen Osten stammt, wurde damals im Zusammenhang mit der Tat festgenommen, später noch ein zweiter Verdächtiger. Jetzt stehen die beiden Mörder in Frankenthal vor Gericht und die Vermutung erhärtet sich, das Tatmotiv war Christenhass.

Der 40-jährige ehemalige V-Mann des LKA Rheinlandpfalz, Talib O., stammt aus dem Irak und soll die deutschen Behörden jahrelang mit Erkenntnissen aus der Islam- und Terrorszene versorgt haben. Der 26-jährige Ahmed H. stammt aus Somalia und wurde ursprünglich im Auftrag des LKA von Talib O. bespitzelt. Beide Christenmörder wurden in Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt und versuchten ihre Gesichter zu verbergen. Höchste Sicherheitsstufe – die Beamten trugen schusssichere Vesten.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst vermutet, die Tatverdächtigen hätten gemeinsam am 30. Januar 2008 die drei georgischen Gebrauchtwagenhändler Pavle Egadze (48) Spartak Arushanov (39) und Giorgi Gabroshvili (28) aus Habgier ermordet. SpOn beschreibt den Tathergang:

Sie trafen auf Talib O., den zwei der Osteuropäer von früheren Besuchen in Ludwigshafen kannten und der seinen Lebensunterhalt mit Autogeschäften bestritt. Er soll, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, den drei Georgiern einen Mercedes E-Klasse für 6500 Euro angeboten haben, der jedoch im 30 Kilometer entfernten Heppenheim abgestellt sei.

„Die sonst sehr vorsichtig agierenden Georgier wollten zunächst selbst fahren“, sagte Staatsanwalt Lutz Pittner. Doch dann ließen sie sich überreden, bei O. ins Auto einzusteigen.

Unterwegs soll Talib O. seinen Kumpel Ahmed H., mit dem er sich vor zwei Jahren im Auftrag des LKA angefreundet hatte, in Frankenthal aufgelesen haben. Zu fünft fuhren sie zu einem einsamen Gehöft im Odenwald bei Heppenheim. Und zwar in dem weißen Ford Escort Kombi mit Mannheimer Kennzeichen, einem betagten Modell aus dem Jahr 1998, das Talib O. vom LKA zur Verfügung gestellt bekommen hatte und das mit einem GPS-Sender ausgestattet war.

Nahe des Jochimsees sollen sie die Georgier getötet, ihnen zwischen 9000 und 12.000 Euro Bargeld abgenommen und die Leichen im Altrhein bei Mannheim-Sandhofen im Rhein versenkt haben, so Staatsanwalt Pittner.

Doch bald wird im Prozessverlauf klar, dass es nicht bloß um Habgier ging, sondern um blanken Hass auf die „Kinder der Affen und Schweine“.

Talib O. beschuldigt den muslimischen Somalier, die Georgier aus religiösen Gründen getötet zu haben. Dabei tischte der V-Mann, der 1996 mit seiner Frau nach Deutschland einreiste und einen Asylantrag stellte, eine verwirrende Geschichte auf: Demnach habe Ahmed H. während der Fahrt religiöse Lieder gesungen und wissen wollen, warum er „mit diesen Ungläubigen“ Geschäfte mache. Mit dem Ausspruch „Das sind Kinder der Affen und Schweine“, habe Ahmed H. die drei Autohändler gemeinsam mit zwei vermummten Männern, die plötzlich auf der Bildfläche erschienen, getötet.

Ahmed H. schiebt seinerseits die Schuld auf Talib O., zwei der Männer erschossen und den dritten mit einem Palästinensertuch erdrosselt zu haben.

Überrascht sei er gewesen, als er die drei Georgier im Auto entdeckte. Bereits während der Fahrt habe Talib O. nervös gewirkt, sei zu schnell gefahren und habe eine Zigarette nach der anderen geraucht. Völlig unerwartet habe Talib O. dann an dem einsamen Gehöft gehalten, habe sofort den Motor ausgeschaltet, aus dem Kofferraum eine Waffe geholt und den drei Osteuropäern befohlen, sich auf den Bauch zu legen. „Sie gehorchten, ohne sich zu wehren“, sagte Ahmed H. Ihm selbst habe Talib O. befohlen, die Männer mit Stricken Beine und Arme zu fesseln. Aus Angst habe er gehorcht, sagte der 26-jährige Somalier unter Tränen.

Talib O. habe versucht, einen der Männer zu erdrosseln. Da währenddessen die beiden anderen zu fliehen versucht hätten, habe er den einen sofort erschossen und den anderen verfolgt und zurückgebracht. Dann habe sich dieser erneut hinlegen müssen, obwohl er heftige Gegenwehr geleistet habe, und Talib O. habe ihm in den Kopf geschossen. Anschließend habe er den dritten Gebrauchtwagenhändler mit einem schwarz-weißen Palästinenser-Tuch erdrosselt.

Es ist erst der Beginn eines aufwändigen Indizienprozesses ohne Tatwaffe und eindeutige Spurenlage. Das LKA Rheinlandpfalz hält seinerseits mögliche Beweise zurück.

Ahmed H. bezeichnete sich selbst vor Gericht als gläubigen Muslim und präsentiert sich als Unschuldslamm.

„Früher war die Moschee auch ein Mittelpunkt für mich.“ Erklären kann er sich jedoch nicht, warum er ins Visier des LKA geraten ist. „Das würde ich auch gern wissen.“

Talib O. weiß es, er gibt an, den Somalier wegen Verdachts auf terroristische Aktivitäten überwacht zu haben, ist aber offensichtlich selbst kein Freund der USA.

Der Somalier habe nach einer Pilgerreise terroristische Gedanken gehegt und gegen die USA gewettert. Dabei war Talib O. derjenige, der, als es um seinen Asylantrag 1996 ging, harsch sagte: „Jeder in der Welt kennt die politische Lage im Irak. Warum haben die USA denn den Irak provoziert?“

Ein weiteres Rätsel:

An dem Wagen des V-Mannes wurde eine DNA-Spur gesichert, die mit der Spur übereinstimmt, die bei dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter gesichert worden war. Das bedeutet: In dem Auto, das das LKA seinem V-Mann Talib O. im Oktober 2007 zur Verfügung stellte, saß die derzeit meistgesuchte Frau Deutschlands, die Polizistenmörderin von Heilbronn.

Es ist daher durchaus möglich, dass Talib O. die das „Phantom“ genannte Frau kennt. Weitere Zusammenhänge sind bislang unklar. Der Prozess wird fortgesetzt.

(Spürnase: Hannes)