Wegen angeblicher Blasphemie standen drei Christen im Nordwesten Algeriens vor Gericht. In Algerien ist der Besitz einer Bibel strafbar und gerade in jüngster Zeit ein häufiger Verhaftungsgrund. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Gefängnis gefordert, doch die Christen wurden freigesprochen.

(Gastbeitrag von Open Doors Schweiz)

Youssef Ourahmane, Rachid Seghir und Hamid Ramdani wurden im Februar 2008 wegen Beleidigung des Propheten Mohammeds angeklagt. Seghir leitet eine christliche Gemeinde und steht besonders im Visier der Behörden. Im vergangenen Jahr wurde er dreimal verurteilt: Einmal wegen Blasphemie und zweimal wegen Evangelisierens. Verhaftung und Anklage kann in Algerien bereits eingeleitet werden, wenn Christen hinter den eigenen Mauern beten oder Bibeln besitzen. Rachid Seghir war bereits mehrfach wegen solchen Vergehen angeklagt worden.

Die drei Christen waren auch diesmal der Blasphemie angeklagt. Auslöser war der Muslim Shamouma Al-Aid. Al-Aid hatte die drei aufgesucht und gesagt, er sei Christ geworden. Die drei Christen gewährten ihm Unterkunft, Essen und Zugang in ihre christliche Gemeinde. Al-Aid nahm biblischen Unterricht, pflegte aber weiterhin Kontakt mit islamischen Fundamentalisten. Dann konvertierte er zum Islam zurück und zeigte die Christen an, wegen Beleidigung des Islam. Außerdem hätten ihn die drei bedroht, nachdem er zum Islam zurückgekehrt sei. Der Staatsanwalt hatte nun jeweils drei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von umgerechnet 500 Euro gefordert. Die drei wurden freigesprochen, dies in erster Linie weil sich die Anklage als unbegründet erwies. Laut dem Gericht hätten sie sogar Al-Aid anklagen können, weil dieser trügerische Aussagen machte.

In diesem Jahr häuften sich fragwürdige Klagen gegen Christen, zum Beispiel wegen Bibelbesitz. Zudem wurde vorübergehend rund die Hälfte der Kirchen geschlossen.

Die Lage ist nun etwas weniger angespannt. Youssef Ourahmane, einer der Angeklagten, sagte, dass das harte Vorgehen der Regierung gegen Christen in letzter Zeit abgeschwächt worden sei.

„In den vergangenen vier oder fünf Monaten ist die Regierung etwas zurückgerudert“, so Ourahmane, „Ich denke, der Druck auf sie ist hoch. Ihr Vorgehen wurde verurteilt durch die Außenminister Frankreichs, Italiens, Österreichs, der Schweiz, Spaniens und der USA. Die Reaktionen aus dem Ausland haben die algerische Regierung sehr in Verlegenheit gebracht.“

Hintergrund solcher Blasphemie-Anklagen ist ein Gesetz, das im Jahr 2006 eingeführt wurde. Seither wird die algerische Kirche von der Regierung noch stärker als früher unter Druck gesetzt. Als Vorwand für Kirchenschließungen und Verhaftungen von Christen dient dieses Gesetz, das Aktivitäten nicht-islamischer Religionen einschränkt und Verstöße mit Geld- und Freiheitsstrafen ahndet. So wurde die Hälfte der protestantischen Gemeinden angewiesen zu schließen. Dutzende Christen wurden von der Polizei schikaniert und mit fadenscheinigen Anklagen vor Gericht gebracht. Manche Christen warten seit Monaten auf ein Urteil.

Christen vermuten, dass ein Verfassungsstreit von Präsident Bouteflika einer der Gründe ist, weshalb das Anti-Missionsgesetz jetzt in aller Härte umgesetzt wird, berichtete ein Kontaktmann von Open Doors. Bouteflika will ein drittes Mandat erzwingen und sucht dafür die Unterstützung von radikalen Muslimen. In einer monatelangen Medienkampagne wurden Christen regelrecht verteufelt. Von den rund 33 Millionen Einwohner Algeriens gehört die Mehrheit dem Islam an. Von den rund 11.500 Christen sind die meisten ehemalige Muslime.

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23 KOMMENTARE

  1. 11500 Christen unter 33 Mio. Einwohnern ?

    Da muss doch (ähnlich wie in der Türkei) jeder erkennen, dass die durch ihre schier Masse eine unvorstellbare Bedrohung darstellen…..

    Wahrscheinlich wird uns das hier als „gemäßigter Islam“ (ähnlich der türkischen AKP) verkauft. Die Leben ja schließlich sogar noch, was für eine Mäßigung.

    Zum Heulen.

  2. Die Bundesregierung sollte dieses Entgegenkommen, diese bedingungslose Milde zum Anlass nehmen , endlich auch den Koran von der Liste der verbotenen Bücher zu nehmen. 😉

  3. Hurra … Grandios ….

    Jetzt kennt Jeder, aber wirklich jeder messerbesitzende Depp in Algerien und den umliegenden Islamodiktaturen deren Gesicht. Das ist fast so als hätte man an jede Dattelpalme ein Plakat genagelt

    Wanted: DEAD or Alive…(if you cant avoid it)

  4. Ich hab ausser mehreren Übersetzungen der Bibel auch noch den Talmud und das Buch Mormon. Werd ich jetzt geköpft?

  5. #4 JJPershing (11. Nov 2008 17:14)

    #1 smartshooter (11. Nov 2008 17:08)

    361 Mio US-$/Jahr gesamt, hauptsächlich aus Europa und arabischen Ländern

    🙂 Ja, war der dritte Google-Treffer…

    Auch wenn´s nicht so viel ist, von mir würden die keinen Cent sehen!

  6. Ohne Christen sind die Muslime doch gar nicht lebensfähig, nicht mal ein Feindbild hätten sie ohne Christen und Juden. Während die israelische Wüste blüht, Melonen und Zitronen hervorbringt, versinken die Muslime weltweit trotz Ölmilliarden im Chaos. Alles was muslimische Länder anbauen sind Drogen. Und trotz Öl und Drogen könnten sie dies ohne Christen nicht einmal vermarkten. All diese Realitäten erzeugen das „Underdog-Gefühl“, welches durch diese Rückständigkeit natürlich aufkommen muss. Und dieses Gefühl ist es, was nicht etwa dahin führt, MEHR SINNVOLLE Dinge zu tun (Lernen, Ehrlichkeit, Aufbauarbeit), sondern den schwachsinnigen, einfachen Weg zu gehen „alles auf die Christen und Juden zu schieben“. Und genau dort liegt die größte Schwäche des Islam – er führt nie zum Frieden, sondern immer ins Chaos – Islam ohne Christen und Juden ist Nichts. Der Westen hingegen braucht die Muslime für absolut gar nichts…. Das erzeugt dieses krankhafte und pathologische Hassgefühl.

    Auszug aus: The Best of Josh McDowell: A Ready Defense

  7. wurde verurteilt durch die Außenminister Frankreichs, Italiens, Österreichs, der Schweiz, Spaniens und der USA. Die Reaktionen aus dem Ausland haben die algerische Regierung sehr in Verlegenheit gebracht.
    Schön, dass Deutschland nicht dabei war.
    Da kümmert man sich bestimmt mehr um die Exportmöglichkeiten in den Iran…

  8. Der Frankfurter Radaubruder und gewerbsmäßige Bücherdieb(Zeuge: Kumpan Klein, beteiligt am blutigen Terroranschlag auf die Wiener Opec-Konferenz) sollte sich diese Vorgänge mal zu Gemüte führen.

    Er hat Deutschland nicht nur in aller Welt lächerlich gemacht, sondern auch an die Eurabisierer verkauft. Wenn die Mittelmeerunion zustande kommt, werden Bibeln auch im Europa Karls des Großen verboten sein.

  9. ben Gurion
    dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer:

    „Wie erklärt der Islamist die heutige wirtschaftliche, militärische und technologische Vorherrschaft des perfiden, ungläubigen Westens? Die komme daher, argumentiert er, dass die Muslime nicht mehr der wahren, traditionellen Form des Islam anhingen und sich die Ungläubigen hinterlistig die mangelnde Frömmigkeit der Muslime zunutze gemacht hätten. Diese Logik genügt freilich nicht für die Beantwortung der folgenden Frage: Warum ist die wahre Form des traditionellen Islam, die zu Zeiten Mohammeds und unmittelbar danach vorherrschte – die absolute Vollkommenheit, derzufolge die Weltherrschaft nur dem wahren Gläubigen, dem Muslimen, zustand – untergegangen? Wie kann eine überlegene Kraft unterlegenen Kräften unterliegen? Hier kommt das zweite Denkmodell, neben dem Islam, zum Zuge, mit dem die Araber ihre Probleme erklären: die Verschwörung…“

    Zitat von Leon de Winter aus Cicero 10/2008 sehr lesenswert

  10. Würde an unseren Universitäten wie im Islam aus Zeiten Mohammeds Gelehrt werden wehren wir auch nicht weiter.Wen Islamische Gelehrte Heute noch Predigen die Erde ist ne Scheibe und der Krummsäbel die beste Waffe da Mohamed so einen hatte.Wer die Gegenwart nicht begreift hat auch in der Zukunft keine Chance

  11. @10 david ben gurion

    Dein Beitrag enthält viel Wahrheit. Es ist die grosse Ohnmacht, nichts erreicht zu haben, was viele Muselmanen zur Weissglut treibt. Es ist auch Neid und Missgunst. Was können denn muslimische Länder vorweisen in Sachen Wissenschaft, Technik in der Moderne. Nichts, aber auch gar nichts. Umso schlimmer, dass man sich in unseren dekadent gewordenen Demokratien von dieser Clique derart erniedrigen lässt. Musels am Ruder bedeuten ganz einfach einige hundert Jahre Rückschritt.
    Die Definition des Gründers der modernen Türkei, Kemal Atatürk über den Islam hat nach wie vor Gültigkeit: „Der Islam, diese absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen und Kameltreibers, ist ein in Fäulnis übergegangener Kadaver, der das Leben der Menschen vergiftet“

    Mir ist auch völlig schleierhaft, wie ein einigermassen gebildeter und zivilisierter Mensch in der heutigen Zeit an einen solchen Mist, wie er im Koran steht, glauben kann. Im Prinzip ein Werk des Satans und des bösen.

  12. 11500 Christen unter 33 Millionen Mohamedanern.

    Und sie zittern und wimmern vor ihnen. Und das zu recht. Der größte Feind des Korans ist die Bibel.

    Stellt es euch mal so vor: die ganze Allianz-Arena der Bayern in München, also rund 60.000 Mohamedaner haben Angst vor ca. 20 bibeltreuen Christen, die ebenfalls im Stadion sind.

    Ja, zittert und fürchtet euch ihr Jünger Satans.

    Hebr.4,12-13
    Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

    Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

    Off.1,16
    …und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.

    Off.2,12b-13
    Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert:

    Ich weiß, wo du wohnst, da, wo der Thron des Satans ist; und du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt.

  13. Mit einem Land , dass selbst den Besitz von einer Bibel bestraft, dürfte man keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Und hier wird eine Moschee nach der anderen gebaut.

  14. Ich besitze einen Koran, und ich verstehe, warum die Bibel in Koranländern verboten ist. Nächstenliebe ist nun mal gefährlich.

    Im übrigen stimme ich David ben Gurion et alli zu.

  15. Die Lage ist nun etwas weniger angespannt.

    Der Freispruch ist doch ein sehr gutes Zeichen. Solange das der Regelfall wird, kann man doch mit der Entwicklung mehr als zufrieden sein. Hätte der Anzeigenerstatter noch selbst auf der Anklagebank gesessen und wäre wegen falscher Anschuldigungen verurteilt worden, gäbe es nichts mehr, über was man sich echauffieren könnte.

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