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Rondorfer Terroristen wollten nur spielen

[1]Sie lockten heimtückisch eine Streifenwagenbesatzung in einen Wald, wollten die Beamten ermorden und deren Waffen erbeuten, um Terroranschläge auszuführen (PI berichtete mehrfach [2]). Ausgerechnet die Staatsanwaltschaft bemüht sich jetzt, die drei jungen Moslems wieder auf freien Fuß zu setzen. Das Vorhaben sei nicht als geplanter Mord, sondern nur als „Raub“ zu beurteilen.

Der Kölner Stadtanzeiger [3] berichtet:

Die Staatsanwaltschaft will nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei Gericht beantragen, dass die Haftbefehle auf versuchten schweren Raub und Verabredung zu einem Verbrechen umgeändert werden. „Ich hielte dies für rechtlich hoch vertretbar, wenn unsere zuständige Dezernentin einen entsprechenden Antrag stellen würde“, bestätigte Oberstaatsanwalt Rainer Wolf am Mittwoch auf Anfrage.

Einer der Täter, 16 Jahre alt, könnte dem Vernehmen nach schon bald mit strengen Meldeauflagen aus dem Gefängnis entlassen werden. Er gilt lediglich als Mitläufer. Sein 17-jähriger Bruder jedoch, den die Ermittler für den Meinungsführer und Haupttäter halten, soll weiterhin in Haft bleiben. Der dritte Verdächtige, 15 Jahre alt, soll von der Justizvollzugsanstalt in eine geschlossene Einrichtung verlegt werden, in der er wieder am Schulunterricht teilnehmen kann. Auch dies soll dem Haftrichter zur Entscheidung vorgelegt werden.

Am 24. September hatte einer der Beschuldigten gegen Mitternacht bei der Polizei angerufen und behauptet, auf einem Waldweg in Rondorf liege ein weinender und betrunkener Jugendlicher. Als ein Streifenwagen eintraf, sprang der vermeintlich Hilflose auf und lief in den Wald. Seine zwei Komplizen kamen hinter einem Baum hervor und bedrohten die Beamten mit Schusswaffen. Als sich die Polizisten jedoch nicht ergaben und zur Warnung in die Luft schossen, flüchteten die Angreifer, die Tags drauf verhaftet wurden.

Bei ihren Waffen hatte es sich um Attrappen gehandelt. In ihrer Vernehmung gaben zwei der Jugendlichen an, sie hätten den Beamten die Pistolen stehlen und sie anschließend töten wollen. Mit den erbeuteten Waffen habe man Anschläge auf amerikanische Militäreinrichtungen verüben wollen. Da auch vom „Märtyrertod“ und „Heiligen Krieg“ die Rede war, gingen die Ermittler von einem islamistischen Hintergrund für die Taten aus.

Die dschihadistischen Hassvideos, die sie sich im Internet angeschaut hätten, seien jedoch frei zugänglich auf Homepages wie YouTube oder Spiegel Online gewesen, betonte Tamer Yakin, der Anwalt des 17-jährigen Täters. Es sei „unverhältnismäßig“, dass sein Mandant im Gefängnis bleiben solle: „Es wäre angebracht, auch ihn von der Haft zu verschonen. Das war kein islamistischer Anschlag und zudem sollte niemand getötet werden.“

Auch Oberstaatsanwalt Wolf geht davon aus, dass es sich bei den drei Jugendlichen „ganz sicher nicht um eine Terrorzelle von Al Kaida handelt“. Dennoch hätten sich die Beschuldigten „zwar diffus, aber durchaus intensiv mit islamistischen Botschaften im Internet beschäftigt, die auf Jugendliche unwahrscheinlich suggestiv wirken können“.

(Spürnase: Skeptiker)

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