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Haftstrafen für Vergewaltigung von Bewusstloser

[1]Vor sechs Wochen berichtete PI [2] über die Vergewaltigung einer bewusstlosen jungen Frau durch vier Männer, deren ethnische Herkunft damals ganz offen genannt [3] wurde. Inzwischen wurde das Urteil verkündet, und es herrscht medienübergreifendes Schweigen über nähere Angaben zu den Tätern (s. hier [4], hier [5], hier [6] oder hier [7]).

Es sind eben einfach vier Hamburger.

Die Verteidigung lässt jeglichen Anstand vermissen und verhöhnt das Opfer:

Polizisten hatten die vier Männer mit teils heruntergelassenen oder geöffneten Hosen neben der wehrlosen jungen Mutter angetroffen und festgenommen. Vor Gericht hatten sie geschwiegen. Ihre Verteidiger hatten behauptet, das Erbmaterial des Opfers könne auch durch „nicht-sexuelle Handlungen“ an die Geschlechtsteile ihrer Mandanten geraten sein und beantragten Freisprüche.

Die Richterin verurteilte die vier zu mehrjährigen Haftstrafen.

„Die Tat war besonders verwerflich“, sagte die Amtsrichterin, „die junge Frau muss ihr Leben lang an dem tragen, was in diesen Minuten mir ihr gemacht wurde.“

Nicht jede Frau [8] kann das ertragen:

Der Lebensweg der jungen Frau schien steil nach oben zu führen: Ausbildung mit der Auszeichnung „Beste Bäckereifachverkäuferin Deutschlands“ abgeschlossen, Abi nachgeholt, BWL-Studium begonnen. Doch Nadine M. (22), bildhübsch und ehrgeizig, nahm sich im August 2008 das Leben – acht Monate nachdem zwei Männer sie vergewaltigt hatten. Die mutmaßlichen Täter stehen derzeit in Lübeck vor Gericht.

Es war die Nacht zum 1. Dezember 2007, die Nadines Leben zerstören sollte. In einem Lübecker Szene-Lokal lernte die lebensfrohe Studentin einen jungen Mann kennen. Einen Discjockey, dunkelhäutig, attraktiv. Die beiden unterhielten sich, fanden sich sympathisch, so erzählte Nadine es später einer Freundin. Nadine ließ sich am frühen Morgen von dem jungen Mann in dessen Wohnung einladen, wo sie in einen Albtraum aus Drogen und Gewalt geraten sein soll.

Ihrer Freundin sagte Nadine, dass sie durch eine Substanz betäubt wurde, sich nicht wehren konnte, als ein zweiter Mann in das Zimmer trat und sich gemeinsam mit dem Discjockey an ihr verging. Sechs Stunden lang sollen beide Männer Nadine immer wieder vergewaltigt haben, erst mittags gelang dem geschockten Opfer die Flucht.

Nadine alarmierte die Polizei, Isaac B. (21) und Collins Y. (25) wurden in der Wohnung festgenommen. Laut Lübecker Staatsanwaltschaft sollen beide vorbestraft sein. Dennoch sah das Gericht keine Gründe, die Männer in Untersuchungshaft zu nehmen.

Für Nadine wurde nach jener Nacht nichts mehr, wie es einmal war. Nadine hatte ihren Beruf geliebt, hatte während ihrer Ausbildung auch in der Filiale der Hansebäckerei an der Wandsbeker Königstraße gearbeitet. Für ihre exzellenten Leistungen hatte sie ein Stipendium erhalten. Nun trieben Scham und Verzweiflung die begabte junge Frau in eine Depression, weder die Liebe ihrer Eltern noch ein Aufenthalt in einer Klinik konnten ihr den Lebensmut zurückgeben. „Ich ekle mich vor mir selbst“, sagte sie einmal einer Freundin.

Weil Nadine Opfer war, gab’s keinen Therapieplatz, nur eine Warteliste. Nadine nahm sich das Leben.

(Spürnasen: Gerhard L., Roman, Volker, Heinz W. und Francois)

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