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Priester werden zu „Katho-Kommunisten“

Kämpfte früher noch der schlagfertige, gewitzte Don Camillo gegen den kommunistischen Bürgermeister Peppone, sind heute auch die Priester zu „Katho-Kommunisten“ geworden, wie Italiens Reformminister Roberto Calderoli von der Lega Nord sie beschimpft. Besonders harte Worte fand er für den Mailänder Kardinal Dionigi Tettamanzi (Foto) wegen dessen zustimmenden Äußerungen zu Moscheebauten.

Es sei betrüblich, dass ausgerechnet bei einem Mann der Kirche die „untergegangenen ideologischen Banner des Katho-Kommunismus“ wiedererständen, sagte der Politiker laut Tageszeitung „Il Messaggero“. Er, Calderoli, sei für islamische Kultstätten, sofern sie kontrolliert würden, aber gegen „Kathedralen des Terrorismus“. Kardinal Tettamanzi hatte zuvor in der italienischen Islam-Debatte erklärt, das Bedürfnis nach Stille, Gebet und Orten der Besinnung gelte für alle.

Was würde wohl Don Camillo zu so viel vorauseilendem Gehorsam vor dem Islam und „Katho-Kommunismus“ innerhalb der eigenen Kirche sagen?