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Piening: Konsequente Realitätsverweigerung

Selten demonstriert die gutmenschliche Dressurelite ihre Abgehobenheit von der Realität so deutlich wie der Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration, Günter Piening (Grüne, Foto). Die Einladung der Integrationsbeauftragten des Bundes, Maria Böhmer (CDU) mit Schulleitern aus dem Bezirk Mitte lehnte er konsequenterweise ab, damit die real existierenden Zuwanderungsprobleme nicht seine heile Welt zerstören.

Die Einladung von Böhmer sei „eine ziemlich unüberlegte und auf schnelle Medienwirkung bedachte Reaktion“, sagte Piening der „tageszeitung“. Die CDU-Politikerin hatte nach einem Brandbrief über die prekäre Situation an Schulen im Bezirk Mitte zehn Schulleiter sowie Piening und die Bezirksintegrationsbeauftragte Maryam Stibenz für diesen Dienstag zu einem Gespräch ins Bundeskanzleramt eingeladen.

In dem offenen Schreiben hatten die Schulleiter aller 68 Grund-, Real- und Hauptschulen sowie Gymnasien aus Mitte fehlende personelle und finanzielle Mittel beklagt. Angesichts der großen sozialen Probleme in Teilen des Bezirks mit vielen benachteiligten Familien und einem hohen Migrantenanteil forderten sie eine stärkere Förderung als in besser gestellten Bezirken.

Er sehe nicht, wie das Treffen einen Beitrag dazu leisten könnte, die in dem Brief angeschnittenen Probleme zu lösen, begründete Piening in der Zeitung seine Absage. Böhmers Einladung verstärke in der öffentlichen Wahrnehmung zudem den Eindruck, dass ein hoher Anteil von Einwandererkindern Ursache für Probleme von Schulen sei.

Ein Integrationsbeauftragter, der sich den Problemen seiner Politik verweigert, bezahlt von der Gesellschaft, der er diese verursacht.

(Spürnase: Georg)