1

Beruf mit Zukunft: Döner-Fleischer

Solange das Abitur für alle noch nicht eingeführt ist, will man in Hamburg eine Berufsausbildung anbieten, für die man – der Zielgruppe angemessen – entweder gar keinen oder höchstens einen Hauptschulabschluss braucht: Eine Fleischerausbildung mit dem Schwerpunkt Dönerherstellung. Drei Jahre soll die Ausbildung der Kebab-Lehrlinge dauern.

Die WELT berichtet:

(…) der Initiator der Idee, Dönerproduzent Ertan Celik, in Branchenkreisen auch „Döner-König“ genannt, geht davon aus, insbesondere solchen Jugendlichen mit Migrationshintergrund helfen zu können, die auf dem Arbeitsmarkt sonst kaum Chancen hätten.

„Außerdem geht es natürlich darum, den Verbrauchern wieder mehr Vertrauen in den Döner zu geben“, sagt Celik. „Viele denken, die Mitarbeiter seien im Berufsalltag unhygienisch. Die Erfahrung zeigt: Je mehr die Mitarbeiter über die Dönerproduktion wissen, desto verantwortungsvoller sind sie auch im Verkauf.“ Celik beschäftigt 51 Angestellte. 13 Interessenten mit sowie sechs ohne Hauptschulabschluss stehen für die Ausbildung schon bereit.

Ob die Verbraucher mehr Vertrauen haben, wenn die „Fachkraft“ nicht mal einen Schulabschluss vorweisen muss?

Hygiene, Fleischzerlegung, Hackfleischverordnung, Lebensmittelrecht – die Liste der Lerninhalte ist lang. Sogar in Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre sollen die Azubis geschult werden. (…) Die überbetriebliche Döner-Ausbildung soll drei Jahre dauern. Die Teilnehmer bilden eine gesonderte Berufschulklasse und sind direkt bei den Produzenten angestellt.

Eine gesonderte Berufsschulklasse? Nicht mal mit angehenden Fleischern zusammen? Soll hier etwa verschleiert werden, wie man ohne Bildung eine berufliche „Qualifikation“ hinterher geworfen bekommt?

(Spürnase: TITO)