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Direkte Demokratie ist Deutschland egal

Peer Steinbrück interessiert sich nicht für die direkte Demokratie der Schweizer Steuer-„Indianer“, hinter deren Skalp er her ist, genauso wie ihm die eigenen Bürger im Grunde egal sind. Darum ist er auch weder selbst noch durch seinen Pressesprecher bereit, sich herabzublassen, den „Indianer“-Medien ein Interview zu geben.

Tages-Anzeiger-Chefredaktor Peter Hartmeier, der meint, „eigentlich mag ich die Deutschen ja“, berichtet über seine vergeblichen Bemühungen.

Aufmunitioniert mit lauter schlagenden Argumenten rufe ich die Pressestelle des Finanzministers an und gelange immerhin bis zur Sekretärin von Pressesprecher Albig. Der Stimmlage der Sekretärin entnehme ich innerhalb der ersten Sekunde, wie unangenehm und anmaßend sie meinen Anruf empfindet. Schnippisch teilt sie mir mit, der Pressesprecher sei an Sitzungen und ob er zurückrufe sei unsicher.

So schnell lasse ich mich nicht abwimmeln und bringe höflich meinen vorbereiteten Satz vor, dass es in der Schweiz mit ihrem direktdemokratischen System von Vorteil sein könnte, wenn ein Politiker, der sich so dezidiert über unser Land äußert, sich diesen Fragen stellen würde. „Ja, ja, direkte Demokratie…“ sagt sie und legt auf, ohne sich zu verabschieden.

Was interessiert einen deutschen Minister schon sowas wie Demokratie…

(Karikatur: Wiedenroth, Spürnase: FreeSpeech)