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Avigdor Lieberman im Interview mit der FR

Israels in Europa sehr umstrittener Außenminister Avigdor Lieberman (Foto) sprach im Interview mit der FR über den Friedensprozess mit den Palästinensern, die nukleare Bedrohung durch den Iran und über die Beziehungen Israels zur Europäischen Union. Liebermann ist nicht gegen eine Zweistaatenlösung, sondern verfolgt in den Bestrebungen dafür einen anderen, pragmatischeren Ansatz als seine Vorgänger. Sein Image ist ihm dabei Zweitrangig. Ihm geht es um tragfähige Pläne für die Zukunft.

Aus seinen Statements im Folgenden ein paar Auszüge:

Wir hatten Regierungen, die aus politischen Tauben bestanden. … Trotzdem ist der Friedensprozess blockiert. Daher helfen uns die bisher gegebenen, vereinfachenden Antworten nicht weiter. … Der politische Prozess ist nicht vorrangig der Schlüssel für eine dauerhafte Friedenslösung. Es müssen zuerst einige wichtige Dinge für beide Völker erreicht werden, sonst würde auch der von uns angestrebte politische Prozess scheitern. Das wichtigste für uns ist Sicherheit, das wichtigste für die Palästinenser ist der Aufbau der Wirtschaft. Das muss in der ersten Stufe erreicht werden, erst danach können wir zu einer politischen Lösung kommen.

Bis heute hat das Konzept „Land für Frieden“ keine wirklichen Ergebnisse gebracht. Was war das Ergebnis aller Rückzüge? Doch nur: Hisbollah und Raketen. „Land für Frieden“ allein funktioniert also nicht. … Es gibt nicht nur eine Ursache für das Problem, sondern viele. Man darf nicht nur einen Punkt herausgreifen – man muss gleichzeitig in viele Richtungen gehen. … Wir haben weit ernstere Probleme als mein Image. … Image kann kein Argument in einer ernsthaften Politik sein.

Was das iranische Atomprogramm betrifft, muss klar sein, dass, sollte der Iran Atommacht werden, es in der Region zu einem schrecklichen nuklearen Rüstungswettlauf kommen würde. Der beste Weg, das Atomprogramm zu stoppen, sind wirklich harte, sehr harte Sanktionen. Die UN-Resolutionen sind nicht genug; daher müssen der Sicherheitsrat und die EU viel wirksamere und härtere Sanktionen verhängen. Das hat bei Libyen funktioniert. … Wir sprechen über keinen Militärschlag, Israel kann ein Problem, das ein Problem der ganzen Welt ist, nicht militärisch lösen.

Natürlich gibt es Probleme – doch Israel ist die einzige Demokratie in Nahost. Europa sollte auch objektiver gegenüber Israel sein: Wir sind ein kleines Land, in dieser Lage ist es sehr schwierig, zu überleben und die Demokratie zu bewahren. Doch wir tun unser Bestes.

Gutmensch übernehme hier und erkläre nun anhand der obigen Aussagen, warum Avigdor Lieberman, der nicht nur reden will, sondern handfeste, praxisorientierte Ideen für einen möglichen Frieden im nahen Osten hat, ein so schlimmer „Extremist“ sein soll.

(Spürnase: Vivaeuropa)