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Iran exekutiert unschuldige junge Frau

Delara Darabi (Foto) wurde nur 23 Jahre alt. Sie wurde gegen die vom Iran angeblich so hoch gehaltenen UNO-Konventionen und gegen iranisches Recht hingerichtet, weil sie 2003 als 17-jähriges Mädchen die Cousine ihres Vaters ermordet haben soll. Doch alles spricht dafür, dass Delara Darbi zum Zeitpunkt der Tat nicht nur minderjährig war, was allein schon deswegen die Todesstrafe nicht hätte rechtfertigen lassen, sie war auch noch unschuldig.

Sie hatte sich von ihrem damaligen, bereits volljährigen Freund überreden lassen, den von ihm begangenen Mord auf sich zu nehmen.

Die UNO-Kinderrechtskonvention verbietet Todesurteile gegen Minderjährige. Der Iran hat die Konvention unterzeichnet. Die Tötung verstoße gegen internationale Verpflichtungen, die der Iran freiwillig eingegangen sei, betonte auch die
EU-Ratspräsidentschaft.

Dass Darabi am Freitag nach sechs Jahren Haft im Gefängnis der Stadt Rascht am Galgen starb, war jedoch auch aus anderen Gründen selbst nach iranischem Recht illegal: Der Leiter der Justizbehörden hatte die Hinrichtung für zwei Monate ausgesetzt.

Man ließ der jungen Frau nicht einmal richtig Gelegenheit, sich von ihrer Familie zu verabschieden. Erst direkt vor der Hinrichtung durfte sie mit ihrer Mutter telefonieren.

„Ich sehe die Schlaufe des Henkers vor mir. Sie werden mich hinrichten. Bitte rette mich“, sagte die junge Frau laut dem Anwalt. Danach entrissen die Gefängniswärter laut der Schilderung der Todeskandidatin das Telefon und riefen in den Hörer: „Wir werden ihre Tochter jetzt hinrichten, und es gibt nichts, was sie dagegen tun können.“

Und dabei spricht alles dafür, dass Darabi unschuldig war.

Darabi hatte den Mord an einer Cousine ihres Vaters im Jahr 2003 gestanden, zog das Geständnis später jedoch zurück. Laut eigenen Aussagen war sie vom tatsächlichen Täter, ihrem damals bereits volljährigen Freund, zu der Falschaussage überredet worden. … Ihr Freund soll ihr erklärt haben, dass sie ihn so vor dem Tod am Galgen bewahren könne, ihr selbst als Minderjähriger jedoch keine große Gefahr drohe. Er wurde schließlich wegen Komplizenschaft bei dem Mord zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Es gab im ganzen Mordprozess keinen einzigen Beweis gegen Darabi, im Gegenteil jedoch einen Beweis für ihre Unschuld:

Laut den Ermittlungsergebnissen der iranischen Behörden wurde der Mord eindeutig von einem Rechtshänder begangen.

Die am Freitag unschuldig hingerichtete Iranerin war hingegen Linkshänderin.

(Spürnase: Mannimmond)