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Der Problemkiez und die Quartiersräte

Planungszelle SparrplatzVor zwanzig oder dreißig Jahren war das ein ganz normales Stück Berlin. Ein altes Arbeiterviertel im Süden vom Wedding, etwas schäbig, etwas vernachlässigt, aber trotzdem liebenswert. Eine bunte Mischung aus Berliner Kodderschnauze, Eckkneipen und Zugezogenen: Der Kiez zwischen Sprengelstraße und Sparrplatz.

Doch dann zogen viele Araber und Türken hierher und das Viertel wurde allmählich zum „Problemkiez. Sozialer „Brennpunkt“. Müll auf den Straßen. Sachbeschädigungen. Hohe Kriminalität. Aggressive Stimmung. Anteil der Ausländer an den Grundschulen: knapp 100 Prozent. Und die meisten Schülerfamilien beziehen staatliche „Transferleistungen“.

Um diesen und ähnliche Problemkieze vor dem „Umkippen“ in die totale Anarchie zu bewahren, schuf der Berliner Senat die Einrichtung des „Quartiersmanagements“ und der „Quartiersräte“. Quartiersräte sind Anwohner, die von den Anwohnern gewählt werden, und sie sind ausgestattet mit der Macht, über die Bewilligung von Projekten und die Vergabe von Geldern zu entscheiden.

Jetzt wurde im Sparrplatz-Kiez wieder gewählt und die neuen Quartiersräte heißen „Sultan“, „Ibrahim“, „Mohammad“ und „Abdelaziz „.

Diejenigen, die den Schaden angerichtet haben, sollen es wieder in die Reihe kriegen. Eigentlich eine bestechende Idee, die sich leicht auf andere „Projekte“ übertragen lässt. Aus Steuerhinterziehern machen wir Steuereintreiber und die Banken-Bosse, denen wir die Finanzkrise verdanken, dürfen über die Kredite entscheiden, die ihnen der Staat anschließend gewährt.

(Das Foto oben zeigt die sogenannte „Planungszelle Sparrplatz“)