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Die Ebensee-Hysterie

Mit Parolen wie „Heil Hitler“ oder „Sieg Heil“ stören vier Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahre am 9. Mai dieses Jahres eine Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Ebensee in Oberösterreich. Die vier Burschen, die aus der Region stammen, pöbeln in den unterirdischen KZ-Stollen französische und italienische Besucher an und beschießen sie mit Plastikkugeln aus Schusswaffenattrappen. Verletzt wird dabei niemand. Das Quartett wird kurz nach dieser Störaktion verhaftet.

Dass diese Tat zu verurteilen ist, ist selbstverständlich, die Gräueltaten der Nazis dürfen keinesfalls verharmlost oder gar geleugnet werden, Opfer der NS-Diktatur bzw. deren Angehörige zu provozieren, noch dazu an diesem Ort, ist letztklassig. Doch der Sturm bzw. die Hysterie, den die vier Jugendlichen (bzw. Kinder) im ganzen Land mit ihrer Aktion auslösen, geht weit über jedes vernünftige Maß hinaus. Wochenlang bestimmt dieses Thema die politische Debatte und die Berichterstattung der österreichischen Medien. Politiker, Journalisten, Kirchenvertreter, „Intellektuelle“ und Künstler entfachen eine regelrechte Hysterie und instrumentalisieren die dumme und entbehrliche Aktion der vier Jugendlichen für eine Hetzkampagne gegen alle, die nicht im linken Mainstream schwimmen.

Die Betreiber und Nutznießer des „Kampfes gegen rechts“ haben nach langer Durststrecke endlich wieder einen Aufhänger gefunden, um ihr bekanntes und bewährtes Repertoire an Mahnungen, Belehrungen, Ausgrenzungen und Diffamierungen einzusetzen. Die ganze Republik steht Kopf wegen der dummen Aktion von vier Halbwüchsigen. Felix Menzel schreibt in seinem Buch „Medienrituale und politische Ikonen“:

Bei den Teilnehmern an diesem Herabwürdigungsritual stellt sich groteskerweise ein besonders „zivilcouragiertes“ Gefühlserlebnis ein, welches als Transzendenz-Surrogat wahrgenommen wird. Es ist, als hätten die Mitmacher durch ihren Protest die alte, gute Ordnung vor dem „Bösen“ bewahrt und dem Gemeinwesen einen uneigennützigen Dienst erwiesen. Sie erwerben sozusagen moderne Ablassbriefe, indem sie sich „laut gegen Nazis“ engagieren. Dieser Akt lässt sie glauben, weiterhin zu den „guten“ Menschen zu zählen.

Die vollkommen überzogenen Reaktionen sind ein Sittenbild der österreichischen Gesellschaft und sie zeigen deutlich auf, dass die Auseinandersetzung mit und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit längst nicht mehr der Ursachenforschung und der Verhinderung von neu aufkeimenden faschistischen und nationalsozialistischen Strömungen dienen, sondern vor allem als Macht- und Herrschaftsinstrument missbraucht werden, um die linke Hegemonie und die Deutungshoheit aufrecht zu erhalten. Der Umgang des Establishments und des Mainstreams mit der dunklen nationalsozialistischen Geschichte hat bereits religiöse bzw. rituelle Wesenszüge angenommen. Nicht mehr „Wehret den Anfängen“ oder „Nie wieder“ sind die Ziele und Dogmen dieses modernen Schuld-Kultes, sondern der Machterhalt des Establishments und die Disziplinierung und Verfolgung von Abweichlern. Martin Walser sagte in seiner berühmten und umstrittenen Rede im Jahr 1998:

Wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. (…) Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube entdecken zu können, dass öfter nicht das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. (…) Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […]

Dass die von den 68ern dominierte Gesellschaft, die angeblich keine Tabus mehr kennt, vollkommen über und eben nicht adäquat reagiert, wenn Jugendliche das machen, was sie zu allen Zeiten getan haben, nämlich Tabus brechen, um die Mehrheitsgesellschaft zu provozieren, ist ein Indikator für diese bereits verfestigten rituellen und religiösen Wesenszüge. Wer gegen die Dogmen dieses Schuld-Kultes verstößt, der darf, auch wenn es sich um einen dummen unbedarften 14-Jährigen handelt, nicht wie beim Verstoß gegen andere Regeln üblich, auf Verständnis oder Nachsicht hoffen.
Wenn, wie in unseren Breiten mittlerweile alltäglich, junge Migranten aus purem Hass autochthone Jugendliche krankenhausreif prügeln, berichtet bestenfalls – wenn überhaupt – die lokale Presse darüber, die Bedenkenträger und Politiker ignorieren solche Zwischenfälle geflissentlich oder sie machen die Täter zu Opfern. (Jugendliche) Täter mit Migrationshintergrund sind aus Gutmenschenperspektive immer die eigentlichen Opfer (der Gesellschaft, der Umstände, des Bildungssystems, etc.), für Kinder und Jugendliche, wie eben jene aus Ebensee, gilt dieses Prinzip ausnahmslos nicht. Die unterschiedlichen Maßstäbe, die hier angelegt werden, sind ebenso pathologisch, wie der Kult, der sie hervorgebracht hat.

Auch die sogenannten Provokationen und Tabubrüchen der jungen 68er-Epigonen (Linke, Autonome, grüne Fahnenpinkler, etc.), bei denen ebenfalls gerne und oft Massenmörder (Mao, Stalin, Guevara, etc.) und deren Verbrechen an der Menschheit verharmlost oder gefeiert werden, sind hingegen nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sie werden vom Kulturbetrieb und vom Staat in ihrem Denken und Handeln sogar gefördert und angeleitet. Bei diesen sogenannten Tabubrüchen (etwa das bei den Grünen gerne praktizierte Urinieren auf Staatssymbole) handelt es sich aber ohnehin nur um Inszenierungen, um pseudo-subversive Aktionen, mit denen die „Revolutionäre“ lediglich offene Türen einrennen. Schließlich sitzen ihre Vorbilder und Gesinnungsgenossen nach dem Marsch durch die Institutionen längst an den Hebeln der Macht. Auch in diesem Lichte muss die Störaktion der vier Oberösterreicher gesehen werden, was die Tat aber nicht relativieren oder verharmlosen soll. Allerdings ist es völlig überzogen, über zwei 16-Jährige die Untersuchungshaft zu verhängen und sie ins Gefängnis zu stecken, zumal sie laut Polizei keinerlei Beziehungen zur rechten Szene hatten. Hier ist jede Verhältnismäßigkeit verloren gegangen.

Schließlich gilt, wer mit dem Konterfei der Massenmörder Stalin oder Mao am T-Shirt herumläuft, ein Leninbild in seine Büro aufgehängt hat oder den iranischen Präsidenten bewundert, als aufgeschlossen, kritisch, antikapitalistisch und intellektuell. Dem linken Schlächter Che Guevara wurde in Wien sogar ein Denkmal errichtet, bei dessen Enthüllung der sozialistische Bürgermeister Michael Häupl höchst persönlich zugegen war. Wenn das Establishment zwischen „guten“ und „schlechten“ Massenmördern unterscheidet und das Verharmlosen des Kommunismus mit seinen Millionen von Todesopfern längst wieder salonfähig geworden ist, sollten sich die linken Scheinmoralisten nicht wundern, wenn ihnen die Jugendlichen in ihrem verqueren Denken nicht folgen und als Gegenreaktion den falschen Weg einschlagen.

Zudem ist die gutmenschliche Erbsünde, die die 68er für ihren zentralen identitätsstiftenden Schuldkult bzw. Schuldstolz von der Kirche übernommen und adaptiert haben, Jugendlichen nur äußerst schwer zu vermitteln. So wie der Christ durch den Sündenfall Adams belastet geboren wird, kommt der Deutsche /Österreicher ohne Migrationshintergrund wegen der Verbrechen der Nazis schuldig auf die Welt. Erlösung und Vergebung findet der Autochthone nach der orthodoxen Gutmenschen-Glaubenslehre nur dann, wenn er seine eigene kulturelle Identität und seine ethnische Herkunft verleugnet, und den traditionellen Werten und Orientierungspunkten wie Heimat, Nationalstaat, Geborgenheit, Kinder oder Familie abschwört, um damit von der Kollektivschuld des Tätervolkes erlöst zu werden.

Der Bundesparteivorstand der deutschen Jusos hat unlängst die Abschaffung der Nation gefordert, schließlich sei im Namen der deutschen Nation unendlich viel Leid über die Welt gebracht worden, so die Begründung. Dass immer mehr Jugendliche gegen die abstrusen Lehren der Gutmenschen aufbegehren, ist wenig verwunderlich. Dass einige dabei bis ins rechtsextreme Lager abdriften, ist traurig und zu bekämpfen, aber zumindest erklärbar. Dass genau jene traditionellen Werte, wie Heimat oder Familie, die die Linke so abgrundtief hasst, bei den autochthonen Jugendlichen wieder zunehmend hoch im Kurs stehen, macht die Gutmenschen derzeit so nervös. Die hysterischen Reaktionen, wie etwa im Fall Ebensee, sind die Konsequenz daraus.

Den Hütern der Politischen Korrektheit war die Aktion der vier Jugendlichen jedenfalls höchst willkommen, sie konnten die Tat für ihre eigene Ziele instrumentalisieren, um ihre Position als Hohepriester und Hüter des Schuldkultes zu stärken und den Kampf gegen Rechts weiter zu befeuern und vor allem auf neue gesellschaftliche Felder auszudehnen. Die vier unbedarften Oberösterreicher eigneten sich bestens als dumme Bauernopfer, um die im Aufwind befindliche FPÖ zu diskreditieren, obwohl die Jugendlichen keinerlei Verbindungen zu dieser Partei hatten. Ganz im Gegenteil: kurz nach der Tat stellte sich heraus, dass einer des Quartetts langjähriges Mitglied der roten Falken, einer Kinder-Jugendorganisation der SPÖ, war. Trotz dieses Menetekels nutzte die SPÖ im gerade laufenden EU-Wahlkampf die Ebensee-Störaktion für eine Hetzkampagne gegen die FPÖ, die sich in einen regelrechten politischen Amoklauf steigerte. Höhepunkt dieser Kampagne waren die verbalen Entgleisungen des SPÖ-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl Hannes Swoboda. In einer TV-Diskussion zur EU-Wahl sagte er zum FPÖ-Spitzenkandidaten Andreas Mölzer sinngemäß, Jugendliche werden eingesperrt und Sie laufen frei herum.

Swoboda, der zu diesem Zeitpunkt angesichts der katastrophalen SPÖ-Umfragewerte in Panik geraten war, ließ seine Maske fallen: politisch unliebsame Gegner sollen kriminalisiert und wenn möglich inhaftiert werden. Der EU-Parlamentarier hatte damit das eigentliche Ziel der Ebensee-Kampagne auf den Punkt gebracht, die Desavouierung und Marginalisierung eines sich im Aufwind befindlichen politischen Gegners. In dieses Bild passte auch die Aussage des sozialistischen Bundeskanzlers Werner Faymann, der zu ebendieser Zeit in einem anderen Zusammenhang forderte, FPÖ-Politikern in Zukunft von politischen Ehrenämtern fernzuhalten. Nun kann man viele Positionen der FPÖ durchaus kritisieren oder gar verdammen, aber was SPÖ und Grüne hier entfachten, hat gegen alle demokratischen Regeln und Usancen verstoßen. Die vier Jugendlichen dienten als Feigenblatt für die antidemokratischen Machtgelüste der sich im Abwind befindlichen Sozialisten und Grünen.

Die hysterischen und vollkommenen überzogenen Reaktionen der linken Parteien nach dem Vorfall in Ebensee waren Teil eines Rituals. Die medialen Aufschreie und eingelernten Empörungen des politischen Establishments und der Kulturszene folgten wie bei rituellen und kultischen Handlungen üblich, einem genau festgelegten Ablauf. Alle Akteure hatten, je nach ihrer gesellschaftlichen und politischen Bedeutung und Position, eine ganz bestimmte Rolle zu übernehmen. Und alle hielten sich an die über Jahre und Jahrzehnte tradierten Mikro-, Meso- und Makrorituale des politisch korrekten Schuldkultes.

Vertreter der Parteien, Kirchen, NGOs, Künstler etc. reagierten, sprachen und handelten nach einem fix vorgegebenen Drehbuch. Rituale, Mythen und Kulte haben gemeinhin die Aufgabe, Gesellschaften zusammenzuhalten, Identität und Zusammengehörigkeit zu stiften, die Grenzen zwischen der Wir- und der Sie-Gruppe zu ziehen und gemeinsame emotionale Erlebnisse herzustellen. Wer die umfassende Berichterstattung aufmerksam verfolgt hatte und sich eine kritische Distanz zu den Vorgängen bewahrt hat, dem musste das Religiöse, das Transzendente, das über alle dem lag, zwangsläufig auffallen.

So betitelte etwa die Zeitung „Der Standard“ eine Demonstration in Ebensee gegen Rechtsextremismus mit „Ein Dorf tut Buße“ oder der Vorsitzende des Mauthausen Komitees – der Verein, der die KZ-Gedenkstätte betreut – antwortete, nachdem sich einer der 16-Jährigen für die Aktion schriftlich entschuldigt hatte: „Bei aufrichtiger Reue reichen wir Ihnen die Hand“. Der religiöse Charakter und Gestus bei all den ritualisierten Handlungsweisen und Abläufen – Tabubruch, Sünde, Empörung, Hinrichtung (in diesem Fall eine soziale), Verdammung und Reue – sind unübersehbar.

Ein Charakteristikum aller Religionen oder Kulte ist deren Irrationalität, sie ist integrativer Bestandteil und unterscheidet solche Weltbilder von rationalen und wissenschaftlichen Vorstellungen. So ist etwa die jungfräuliche Geburt nur in der weltlichen Sphäre ein Widerspruch, nicht aber im katholischen Glauben, hier ist sie zentraler Bestandteil der gesamten Heilslehre. Auch der deutsch/österreichische Schuld-Kult hat solche irrationalen Elemente. Am augenscheinlichsten ist das am Verhältnis der Anhänger dieses Kults zu den Juden aus der Historie und der Gegenwart. Denn so sehr sie die Millionen von ermordeten Juden verehren und ihre Nazi-Mörder verachten, so sehr verachten sie die jetzt in Israel lebenden Juden, während sie für die Palästinenser oder den iranischen Präsidenten große Sympathien hegen. Entgegen dem gerne zitierten Spruch, „Wer schweigt, stimmt zu“ wird stets verharmlost, geleugnet und verschwiegen, dass Israel durch die iranische Atombombe vernichtet werden soll oder die Hamas die Vernichtung Israels in ihrer Charta festgeschrieben hat.

Ahmadinedschad wird von den Linken gerne als Kämpfer gegen den westlichen Imperialismus und Neokapitalismus hofiert, die Palästinenser werden stets als Opfer, die jüdischen Israelis immer als Täter vorgeführt. Dass der Schuld-Kult, der in Deutschland und Österreich längst zur dogmatischen Staatsreligion geworden ist, entgegen den ursprünglichen Zielen („Nie wieder“) eine neue und ebenso widerliche Ausprägung des Antisemitismus hervorgebracht hat, gehört zu ebendiesen Irrationalitäten. So beschreibt etwa Autor Walter Schmidt auf der Achse des Guten unter dem Titel „Konjunktur der toten Juden“:

Das Judentum scheint für die Veranstalter vorwiegend aus toten Juden bzw. Gojim zu bestehen, die durch Jiddeln, Klezmer und Gefilte Fish die deutsch-jüdische Aussöhnung befördern sollen.

Der ursprüngliche Zweck der Erinnerung und der Aufarbeitung der Vergangenheit ist mit der Transformation zu einem Kult bzw. zu einer Religion und zu einem Disziplinierungsinstrument des sozialistischen Establishments in sein Gegenteil verkehrt worden. Die Jünger des Schuldkultes unterscheiden sich von den nationalsozialistischen Antisemiten vor allem dadurch, dass sie ihren Judenhass als Antizionismus tarnen.

Israel-Kritik, auch die lächerlichste und inhaltloseste, wird oft als Vorwand und Tarnung für primitiven Antisemitismus missbraucht. Da sind die rechten Antisemiten wenigstens ehrlicher und direkter. (Michael Friedmann in einem Kommentar in der Bildzeitung)

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland wirft der Linken mittlerweile Antisemitismus vor. Die von den Nazis millionenfach ermordeten Juden sind Ihnen nur noch Mittel zum Zweck. Dass die Hohepriester dieses Kultes, die Intellektuellen, die Künstler und die Politiker, etwa die Augen vor dem latenten und zum Teil gewalttätigen Antisemitismus vieler Mohammedaner in Europa die Augen verschließen (wie war das noch mit „Wehret den Anfängen“?) ist eines von vielen Indizien dafür. Zudem macht der Tunnelblick der Gutmenschen in die jüngere Geschichte offenbar auch blind für die gerade in Europa erstarkenden totalitären Ideologien. Keine drei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch des Ostblocks versuchen Kommunisten und Mohammedaner (die beiden Gruppen sind nicht gerade Freunde von Demokratie und Menschenrechten) mit tatkräftiger Unterstützung der Gutmenschen an politischen und gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen.

Der Schuld-Kult hat jegliche positive gesellschaftliche Funktion verloren und dient nur noch der Disziplinierung und Unterdrückung konservativer und demokratischer Kräfte. Statt Solidarität mit Israel und den Juden hat die exzessive und nahezu pathologische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nur neuen Hass gegen die nun lebenden Juden geschürt. Der selbstgefällige Schuldkult oder Schuldstolz kann offenbar mit selbstbewussten und kampfbereiten Juden wenig anfangen. Statt gegen Totalitarismen aller Art zu kämpfen, was freilich Mut und Courage voraussetzen würde, fallen die Prediger und Anhänger des Schuldkultes über vier dumme Halbwüchsige her. So einfach und billig kann gesellschaftliches und politisches Engagement sein. Wer in vorauseilendem Gehorsam vor den neuen erstarkenden totalitären Kräften in Europa in die Knie geht, der braucht offenbar vier Jugendliche aus der Provinz, um seinen Frust abzureagieren, damit sich sein angeknackstes Ego wieder aufrichtet.

(Gastbeitrag von A. Wappendorf)