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Bremen: Kapitulation vor dem Verbrechen?

Gestern berichtete PI über die Untätigkeit der Bremer Polizei, die sich offenbar von den Drohungen eines türkisch-libanesischen Familienclans hat einschüchtern lassen. Nun werden die Umstände immer mysteriöser.

Der Bremer Regionalsender buten un binnen wies in seiner gestrigen Sendung darauf hin, dass die 38-jährige Ladenbesitzerin Diana B. (Foto oben) zunächst eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen die Bremer Polizei vor der Kamera abgeben wollte, dieses anschließend aber verweigerte. Begründung sei, dass Diana B. mit den Tätern einen „Deal“ ausgemacht habe. Halte sie sich mit den Vorwürfen öffentlich zurück, dann werde ihr binnen 12 Stunden die Beute zurückgebracht!

Die BILD berichtet in ihrer heutigen Ausgabe noch über weitere Vorwürfe gegen die Bremer Polizei. So schreibt BILD-Reporterin Astrid Sievert unter der Schlagzeile: „Jetzt ermittelt der Innensenator“

Der Tag danach. Am Vormittag tauchten gestern Kripo-Beamte bei den Opfern auf, suchten händeringend nach Erklärungen. Boutique-Besitzerin Diana B. (38) zu BILD: „Sie gaben kleinlaut zu, Fehler gemacht zu haben.“

Was die Unternehmerin besonders erzürnt: „Beim Beobachten der Verlobungsfeier haben wir Fotos von Frauen in meinen gestohlenen Kleidern und dem Schmuck gemacht. Die Polizei verlangte, dass wir die Fotos löschen. Wörtlich sagte der Beamte: ‚Sie verletzten die Persönlichkeitsrechte dieser Menschen, löschen Sie sofort alle Aufnahmen.‘ Das ist unfassbar, dass hier die Täter noch geschützt und Beweise vernichtet wurden.“

Die Kriminalpolizei verlangt hier also von den Opfern beweiserhebliche Fotos von den Tätern und dem Diebesgut wegen der Persönlichkeitsrechte der Täter zu löschen.
Die BILD berichtet weiter:

Es ist übrigens schon die zweite Panne, die die Geschäftsleute mit der Polizei erleben. In der Nacht zum 2. Dezember 2008 wurde in der Boutique schon einmal eingebrochen. Inhaberin Diana B.: „Eine Polizei-Streife entdeckte nachts das eingeschlagene Schaufenster, durchsuchte den Laden. Dass die Klo-Tür verschlossen war, kam ihnen nicht verdächtig vor.“

Die Beamten ließen das Loch im Schaufenster von einem Glaser zukleben und fuhren weg. Diana B.: „Der Einbrecher hatte seelenruhig mit meinen Keksen auf dem Klo gesessen, während die Polizei die Räume durchsuchte. Als alle weg waren, trat er die frisch verklebte Scheibe nach draußen und flüchtete.“

Noch eine nahezu unglaubliche Geschichte – aber zugegeben nicht unmöglich. Auf die Täter wird so gut wie nicht mehr eingegangen.

Wir sind gespannt, was die Ermittlungen des verantwortlichen Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD) in diesem Fall noch ans Tageslicht bringen werden.

Auf Anfrage von PI gab der Bremer Landtagsabgeordnete der BÜRGER IN WUT (BIW), Jan Timke, heute folgende Stellungnahme zu den Ereignissen ab:

„Es ist sicherlich richtig und wichtig, die Versäumnisse der Bremer Polizei lückenlos aufzuklären. Die Wurzel des Übels liegt allerdings nicht bei der Polizei, sondern in der Politik. Die Bremer Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten haben seitens der politisch Verantwortlichen keinerlei Rückendeckung.

Die Bremer Polizei wurde in den letzten Jahren personell stark dezimiert, schon jetzt fehlen in der Hansestadt über 200 Beamte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Polizeireviere sind nachts oder an den Wochenenden geschlossen. Diese `Politik ohne Verstand´ wurde durch den damaligen Innensenator und jetzigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Röwekamp eingeleitet und wird von Innensenator Mäurer (SPD) konsequent fortgesetzt.

In Bremen fehlt ein umfassendes Konzept zur Kriminalitätsbekämpfung. Das Einknicken des rot-grünen Senates gegen die kriminellen Machenschaften der Großfamilie M. ist uns schon lange ein Dorn im Auge und so nicht mehr hinnehmbar. Auf diese `Organisierte Kriminalität´ müssen wir endlich mit einer großen Ermittlungskommission, notfalls auch unter Zuhilfenahme des Bremer Spezialeinsatzkommandos (SEK) reagieren. Die BIW werden das zum Thema bei der nächsten Bürgerschaftssitzung machen.“

Bei unseren Recherchen fiel uns auf, dass sogar der evangelische Bremer Polizeipastor Peter Walther mehr Rückendeckung für die Polizei fordert. Wir berichten weiter!

Kontakt:

» BILD-Reporterin Astrid Sievert: astrid.sievert@bild.de
» Polizei Bremen: Tel.: 0421-3620, office@polizei.bremen.de
» MdBB Jan Timke: info@buerger-in-wut.de