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Ein Mann für Europa – Mustafa Ceric

Mustafa CericDen regelmäßigen Lesern von PI wird der Name Mustafa Ceric (Foto) ein Begriff sein. Er ist der Mufti von Sarajevo, der Hauptstadt Bosnien und Herzegowinas. Er wird im Westen als ein „Moderater“ und „Moderner“ Gesprächspartner akzeptiert, als eine Stimme der Moslems in Europa. In der Tat versucht er sich als „Europäischer Mufti“ zu positionieren.

Er hat mit seinem Ansinnen sogar einen beachtlichen Erfolg, PI berichtete bereits über sein Einwirken und seine Vorträge in Europa. Ich glaube, dass es interessant wäre, die neuesten Ereignisse über seine Person zu beleuchten, denn diese entlarven den „Kultureuropäer“, als was er sich dreist bezeichnet, als das, was er tatsächlich ist – ein Opportunist, von denen es auf dem Balkan nur so wimmelt. Es ist leider abzusehen, dass er in Europa zu mehr Einfluss kommen wird, deshalb ist es umso nötiger, die Person Mustafa Cerics und seine Tätigkeiten in Bosnien und den Nachbarstaaten zu beleuchten.

Aktuell hat Ceric ein Interview dem serbischen Wochenblatt „NIN“ gegeben. Dieses ist, wie die meisten Medien in Serbien, stark national gerichtet. Das liegt nicht daran, dass die Medien in diese Richtung gesteuert werden, sondern daran, dass die Serben ein selbstbewusstes Volk sind, die sich ihrer Geschichte und Traditionen bewusst sind. Eine Eigenschaft, die den kulturell verarmten Westeuropäern natürlich extrem erscheinen muss. Die Aussagen Mustafa Cerics in dem Interview sind, sagen wir mal, seltsam. Aber fangen wir mal von Vorne an.

Ceric:

„Und die Frage nach meiner Identität? Ich habe vier Identitäten: ich bin ein Moslem dem Glauben nach, ein Bosnier der Nationalität nach, ethnisch bin ich ein Bosniake und gesellschaftlich bin ich ein Europäer.“

Gesellschaftlich ein Europäer? Bitte seht Euch mal ein Bild von Mustafa Ceric an. Er sieht aus wie ein iranischer Mullah. Und er benimmt sich teilweise so. Sicherlich soll das ein Wink in Richtung Westen sein, wo er seine Ziele verfolgt, Aber sogar in seinen Amtsschreiben benutzt er den islamischen Kalender, z. B. Rebu-l-ahir 19, 1430 anstatt 14 April 2009. Das ist wirklich alles andere als europäisch. Dann kommt aber der Hammer.

Ceric:

„Ich als Moslem erwähne nicht, was der Westen uns angetan hat, sondern sage, dass ich die Angriffe in New York, Madrid und London verurteile. Und zwar unabhängig davon, was sie uns alles angetan haben.“

Hier müssten sich jedem Bosnier die Zehennägel aufrollen. Der Westen war es, der die Besatzung und die Zerstörung von Bosnien aufgehalten hat, durch konsequentes eingreifen. Zu spät zwar, um solche Massaker wie das von Srebrenica zu verhindern, aber immerhin. Und anstatt zumindest einen Hauch von Dankbarkeit zu zeigen, dass durch die Intervention von EU und USA nicht noch Tausende von seinen Landsleuten zu beweinen wären, spielt er sich als der Obermoslem auf. So viel zu seiner Qualifikation, für Bosnier zu sprechen.

So viel zu diesem Interview, kommen wir zu etwas viel schlimmerem, nämlich seinem Einfluss in Bosnien selbst. Die Europäer sollen mal hier sehen, wen sie als Gesprächspartner gewählt haben.

Aktuell hat sich Ceric als der Verteidiger von bosnischen Leistungen im Medizinbereich in die Öffentlichkeit gedrängt, indem er einen Brief an den Gesundheitsminister der Föderation geschrieben hat. Es geht um die Zusammenlegung von Kontrollämtern der bosnisch-kroatischen Föderation mit der serbischen Republik. Eigentlich ein Schritt zur Einheit des Landes. So schreibt er

„Die Nachricht, dass das Amt für die Medikamentenkontrolle FBiH als einziges befugtes staatliches Labor auf dem Territorium ex-Jugoslawiens das prestigeträchtige System zur Qualitätssteuerung besitzt nach ISO 17025, vergeben von EDQM, hat mich sehr erfreut, wohlwissend, dass das der Verdienst von 53 Angestellten ist, von denen 90% Bosniaken sind. Ich stelle fest, dass das ein löblicher Verdienst ist.“

Was will uns der Reisu-l-Ulema Mustafa Ceric damit sagen? Dass die 90 Prozent Bosniaken es trotz der restlichen 10 Prozent Serben oder Kroaten geschafft haben, das Zertifikat zu ergattern? Oder waren die 10 Prozent ein Klotz am Bein? Das war wirklich ein exzellenter Beitrag zur Versöhnung und Einheit. Ferner formuliert er seine Sorgen, dass in dem neuen, gemeinsamen Amt die Bosniaken zu kurz kommen könnten, inklusive eines Rechtschreibfehlers. Hier ergreift er natürlich populistisch die Seite der Leute, die es vielleicht ohne den Eingriff des Westens nicht mehr gegeben hätte. Soweit, so gut. Aber, seine Absichten sind ganz andere. Den Brief hat er erst dann verfasst, als der Inhaber der Pharmafirma „Bosnalijek“, Edin Arslanagic, ihm dafür versichert hat, eine große Geldsumme zum Bau von Cerics Prachtvillen beizusteuern. Das kann man wohl Lobbyismus nennen, ich nenne es Bestechung. Das Ergebnis dürfte eine weitere Monopolstellung von „Bosnalijek“ sein, die dann die Medikamente zum dreifachen Preis verkauft. Ein großer Dienst am Volk, fürwahr.

Und nun schauen wir uns mal die Clique des europäischen Lieblingsmoslems an. Neben seinem Kumpel Arslanagic, der zwecks Geldvermehrung die Medikamente teilweise so hoch einstuft, dass sie ein normaler Bosnier nicht kaufen kann und dessen Konkurrenten schon mal Besuch von seinen Leibwächtern bekommen, nachdem sie dann selbst ihr bester Kunde werden, gehören dazu auch Wahhabiten. Ja, genau, die durchgeknallten radikalen Moslems aus Saudi Arabien. Mit ihnen versucht er sich zu einigen, damit er möglichst viel von seinem Einfluss behält. Er hat kein Problem damit, an einer Pressekonferenz zusammen mit dem Rechtsanwalt eines wegen Pädophilie verurteilten Imams teilzunehmen (wie soll er das als Korantreuer auch), ebenso mit dem Rechtsanwalt der Verbrecherbande um den Albaner Ali Gashi, der in Sarajevo für Unruhe sorgt.

Ja, Mustafa Ceric ist ein Mann für Europa. DER Mann für Europa. Wegen solchen Leuten ist der Begriff „Balkanisierung“ erfunden worden.

(Gastbeitrag von Amir)