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Ermordeter Deutscher starb aus Christenhass

Ibrahim A.Der Mörder des in Istanbul brutal abgestochenen und zum Sterben liegen gelassenen deutschen Bauunternehmers – der, um bloß nicht zuviel Mitleid aufkommen zu lassen, nach seinem Tod als Finanzsünder geoutet wurde – war doch kein einfacher Bettler, der für 50 Cent einen Mord begeht. Sein Motiv war nach eigenen Angaben „Christenhass„. Ibrahim A. (Foto) war an dem Tag losgezogen, um einen Christen zu töten. Der Erstbeste, der ihm auf seine Bettelei hin nichts geben wollte, musste dran glauben.

Ihren Verlobten (Gregor K.) schilderte Isik als sehr frommen Christen – er habe jeden Tag in einer Kirche an der Istiklal Caddesi gebetet, jener Istanbuler Einkaufsstraße, auf der er am Montag seinen Mörder traf.

Wie A. der Staatsanwaltschaft sagte, hatte er sich an jenem Morgen auf die Suche nach Christen gemacht und sich deshalb in der Nähe von Istanbuler Kirchen umgeschaut. „An diesem Tag wollte ich einen Christen töten“, sagte er nach türkischen Medienberichten. „Ich sah diesen Mann und brachte ihn um.“

In den vergangenen Jahren sind bereits mehrmals Christen von muslimischen Türken getötet worden. Im April 2007 schnitten Rechtsradikale in der ostanatolischen Stadt Malatya einem deutschen und zwei türkischen Protestanten die Kehlen durch – sie sahen die Einheit der türkischen Nation durch christliche Missionare bedroht.

In der Türkei gehen also „rechtsradikale Türken“ um, die Christen und Deutschen die Kehlen durchschneiden. Ob es solche rechtsradikalen Türken wohl auch im bereicherten Deutschland – wo ein Türke unmöglich ein Nazi sein kann und wer etwas anderes behauptet, ist ein Rassist – geben könnte? Ob die spezifische Gewalt gegen Christen doch auch etwas mit der Religion zu tun hat? Aber einen solchen Rückschluss würde die Qualitätspresse nie wagen.

Der Tagesspiegel schwächt in seiner Einschätzung auch gleich ab und meint, der Mörder sei gestört oder hätte sich nur wichtig machen wollen. Er hätte in Wirklichkeit bestimmt keine religiösen Motive gehabt. Die Begründung dafür ist allerdings auch nicht schlecht: „Er hofft auf einen rechtsnationalistisch eingestellten und deshalb gnädigen Richter.“ Ja, wie? Gibt’s denn in der Türkei etwa Nazi-Richter, die besonders gnädig sind, wenn man Fremde und Ungläubige umbringt? Das Ende des Artikels überlegt deshalb auch schon fieberhaft, ob Gregor K. wirklich nicht mitschuldig sein könnte an seinem Tod.

(Mit Dank an alle Spürnasen)