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Gefühl, im eigenen Land auf der Flucht zu sein

KulturbereichererObwohl hier wohl jeder seine eigene Geschichte von seiner ganz persönlichen Bereicherung erzählen kann, finde ich diese Aktion gut. Mir ging es ganz genauso! 2003 musste ich umziehen, da mein Vermieter seine Wohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln wollte und damals war ich froh, dass ich so schnell eine neue Wohnung mit meinen Kindern bekam. Ich bin ohne Vorurteile dort eingezogen und kannte noch nicht einmal PI.

(Gastbeitrag von Anja K. zur PI-Serie “So erlebe ich die Kulturbereicherer!”)

Besser wäre es gewesen, wenn ich damals schon informierter gewesen wäre. Aber so nahm die Bereicherung dann eben ihren Lauf! Ich zog in ein Sechsfamilienhaus, das aus vier Türkenfamilien, einer Armenierfamilie und uns bestand. Zuerst habe ich gedacht, wenn du die anderen in Ruhe lässt, machen sie das mit dir vielleicht genauso. Falsch gedacht, denn einen Grund gibt es immer!

Wir hatten gerade vier Wochen in dieser Wohnung gewohnt, als mein Sohn – damals acht Jahre alt -, tränenüberströmt zu mir kam. Ich fragte ihn, was los sei und er erzählte mir….

Vier Jungs aus dem Haus, zwischen 16 und 18 Jahren (auf einen Achtjährigen, was für Helden) hatten ihn verprügelt und mit den Worten, euch kriegen wir hier auch wieder raus, ihr Scheißdeutschen, versehen. Ich bin dann nach oben, habe mir eins dieser Früchtchen geschnappt und ihm angedroht, sollte er noch ein einziges Mal eines meiner Kinder anfassen, würde ich ihm höchstpersönlich ein paar aufs Maul hauen. Danach war erst mal Ruhe. Aber der Einstand hat mich schon genug schockiert.

Die einzigen, die im Haus ohne Kopftuch herumliefen, waren die Armenier. Sie sprachen auch nur Deutsch, während die Türken auch im Beisein von Deutschen nur Türkisch sprachen. Die älteste Türkin im Haus lebte schon über 30 Jahre in Deutschland und bekam keinen geraden Satz auf Deutsch heraus, nur Beschimpfungen, die kamen glatt über ihre Lippen.

Ein paar Monate nachdem das passiert war, bekamen wir regelmäßig Post von der Hausverwaltung. Die Herrschaften hatten sich über dies und das beschwert und lustigerweise waren immer wir blöden Deutschen schuld. Ich bekam eine Abmahnung, weil der Flur nicht geputzt war. Allerdings meinten die nicht meinen Flur, sondern den des ganzen Hauses. Meine Vormieterin hatte vor lauter Angst immer alles von oben bis unten geputzt. Dann folgte ein Schreiben, dass ich meine Satellitenschüsseln vom Dach abmontieren sollte. Meine Nachbarn hatten alle einstimmig beschlossen, dass die vier (!) Schüsseln alle der Deutschen gehören. Dass ich zu der Zeit Kabelfernsehen geguckt habe, interessierte keinen.

Müll flog in Säcken über die Balkonbrüstung in den Garten. Oh, die Säcke fliegen tief, es gibt wohl wieder schlechtes Wetter!

In den Sommermonaten, egal bei welcher Außentemperature mussten wir Türen und Fenster geschlossen halten, denn im Gemeinschaftsgarten wurde mit einem Holzkohlegrill die Luft verpestet. Pünktlich zur Ferienzeit kamen dann mit einer Art Reisebus die ganze Verwandtschaft angefahren. Es ist schon toll, wenn man aus seinem Wohnzimmerfenster schaut und auf 50 bis 60 tiefverschleierte oder Langbärtige guckt. Super Ausblick!

Als diese Leute angefangen haben zu singen, zu jaulen oder zu reden (keine Ahnung, was es war) habe ich meinen Kindern gesagt, sie sollen in den entgegengesetzten Teil der Wohnung laufen, weil ich dachte, ein Krieg bricht aus. An Schlaf war natürlich nicht zu denken. Vor allem nicht in Ramadanmonaten oder wenn die Temperatur zehn Grad überschritten hatte. Selbst wenn es regnete, wurden über die Wäscheleine eben blaue Müllsäcke gespannt und dann weiter gefeiert. Ein Anruf bei der Hausverwaltung brachte mir dann nur ein „Die haben eben einen anderen Lebensrhythmus als Sie, wenn Ihnen das nicht passt, sollten Sie ausziehen“ ein. Vielen Dank fürs Gespräch. Damit war also klar, dass ich auf mich allein gestellt war.

Teppiche hingen überall herum und alte Autobatterien wurden in die gelbe Tonne gestopft, was aber auch niemanden besonders störte, war man doch fast unter sich.

Eine Türkin lebte dort, die war so arrogant, dass sie mit überhaupt keinem Deutschen ein Wort wechselte. Es sei denn, es war zu ihrem Vorteil. Sie hat es fertig gebracht mich sechs Jahre lang einfach zu übersehen oder mir, wenn ich mit dem Kinderwagen ins Haus wollte, die Tür vor der Nase zuzuknallen. Aufgrund dieser Person hatte ich dann irgendwann meine Wohnungskündigung auf dem Tisch liegen. Ich sollte innerhalb von sechs Wochen meine Wohnung (freiwillig) räumen, sonst würde ich gekündigt werden. Der Grund war mein Hund (ein Dackel), er sollte ein türkisches Kind gebissen haben. Das habe ich aber erst im Nachhinein erfahren. Da mein Hund mit Kindern groß geworden ist, konnte ich mir das gar nicht vorstellen und bin erst einmal zum Anwalt gegangen. Es gab nämlich keine Beweise, kein Arztbesuch, keinen Anruf oder Besuch vom Ordnungsamt, kein gar nichts. Nachdem ich den Anwalt eingeschaltet hatte, fragte die Hausverwaltung (die vorher ohne Nachfragen auf sofortige Kündigung bestanden hatte) noch einmal bei den Nachbarn nach und siehe da unter Androhung einer Gerichtsverhandlung hieß es dann….oh, ware Missverständnis! Hast du was falsch verstande!

Wenn wir schon beim Thema Hund sind, möchte ich euch noch den Supergau erzählen. Meine Nachbarn haben sich einen Hund angeschafft und wie könnte es anders sein, einen Kampfhundmischling. Es war irgendwas aus American Stafford und Schäferhund. Der Hund hatte mit einem halben Jahr die Größe einer Dogge erreicht. Sie ließen den Hund ohne Leine laufen, obwohl alle Angst vor ihm hatten. Als ihn ein Autofahrer angefahren hatte, wurde dafür der Autofahrer verprügelt. Denn ein Türke hat niemals Schuld, es sind immer die anderen! Dieser Hund durfte dann in den Garten sein Geschäft verrichten oder auch mal im Treppenhaus. Irgendjemand hat sich dann wohl über diese Schweinerei beschwert und eines Nachmittags hatte ich meinen (mal wieder total besoffenen und bekifften) Nachbarn vor der Türe stehen. Der Typ ging mir vielleicht bis zur Schulter, aber war so voller Hass und mit einem glasigen Blick, dass einem ganz anders werden konnte. Er brüllte mich an, dass ihn irgendjemand verpfiffen hätte und das könnte ja nur ich, die Scheiß-Deutsche, gewesen sein. Ab dem Zeitpunkt hatte ich ihn am Hals hängen und konnte nur noch einen Gegenangriff starten. Voller Wut ging er in seine Wohnung zurück, was mir blieb war die Angst. Nicht mal die Angst um mich, sondern die um meine Kinder. Seine Mutter brüllte mir noch hinterher, dass ich Scheißdeutsche mal ein bisschen kleiner werden sollte und wir sollten nicht immer so groß tun, wir Deutschen.

Ich hatte dieses ganze Anpöbeln, die Arroganz, die Beleidigungen und auch die körperlichen Angriffe so satt, dass wir uns eine andere Wohnung gesucht haben. Hier im Ruhrgebiet stellt es sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist eine Wohnung ohne Bereicherer zu finden. Ich habe mir Wohnraum angesehen und meistens war ich die einzige Deutsche weit und breit. Ich hoffe nur, dass wir jetzt hier erst einmal ein bisschen zur Ruhe kommen und uns wieder erholen können.

Übrigens sagte die Armenierin als ich auszog zu mir, sie kann das gut nachvollziehen. Wenn ihr Sohn sein Studium abgeschlossen hat, ist sie dort auch weg. Nur unter Türken zu wohnen ist Quälerei!

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin im eigenen Land auf der Flucht!

Alle auf PI veröffentlichten Gastbeiträge zur laufenden PI-Serie “So erlebe ich die Kulturbereicherer!”, küren wir mit dem neuen Buch von Udo Ulfkotte „Vorsicht Bürgerkrieg“. Wir bitten daher alle, deren Beitrag bei uns erschienen ist, uns ihre Anschrift mitzuteilen, damit wir ihnen ihr Buch zustellen können.

Bisher erschienene Beiträge zur PI-Serie:

» Erfahrungen eines Hauptschullehrers
» “Ruhe, ihr deutschen Drecks-Schlampen”
» Kulturbereicherung im Krankenhaus
» Von bereicherten Löwen und grünen Antilopen