kraftilantiDie hessische SPD-Legende Andrea Lygilanti scheint den Genossen doch endlich peinlich zu werden. Jedenfalls wehrt sich die NRW SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft (Foto) jetzt gerichtlich gegen den liebevollen Spitznamen „Kraftilanti“, mit dem die CDU sie zu rufen pflegt. Das hat zur Folge, dass der Insiderwitz jetzt im ganzen Land belacht wird, und einige mehr bemerken, dass es durchaus Parallelen zur hessischen Senkrechtlanderin gibt. 

Die WELT berichtet:

Die Kampagne blieb mau in ihrer öffentlichen Wirkung, zumal die Erinnerung an die Causa Ypsilanti verblasst. Die derben Sprüche („Kraftilantis Bruderkuss mit Erich Honecker“) wurden daher von etlichen als Schabernack des forschen Generalsekretärs der NRW-CDU, Hendrik Wüst, abgetan.

Doch nun könnte der „Kraftilanti“-Slogan unerwartete Brisanz und Bekanntheit erlangen und Wüst sich spät bestätigt fühlen. Heute wird vor dem Landgericht Köln eine Unterlassungsforderung von SPD-Landeschefin Kraft gegen die CDU mündlich verhandelt. Es ist eigentlich eine Posse über die zu geringe Schmerzgrenze einer Politikerin. Allerdings ist Krafts drastisches Vorgehen bundesweit beachtlich. Denn gerichtlich geht es indirekt um die Grundsatzfrage, welche Zuspitzungen in der Politik zulässig sind.

Kraft engagierte namhafte Anwälte, nachdem die nordrhein-westfälischen CDU eine Postkarte verbreitet hatte mit der Aufschrift: „Kraftilantis Lebenslauf-Lüge: Zensiert“, wobei die Buchstaben „ZENIT“ rot hervorgehoben sind. Auf der Rückseite steht der Hinweis: „Liegt es vielleicht daran, dass die Zenit GmbH in einen großen Förderskandal verwickelt war und auch ihre Rolle dabei kritisch hinterfragt wurde. Haben Sie etwas zu verbergen, Frau Kraft?“

Lücke im Lebenslauf

Zuvor hatte der Journalist David Schraven, der auch für die WELT Gruppe schreibt, in seinem Weblog „Ruhrbarone“ über eine Änderung auf der persönlichen Homepage der früheren NRW-Wissenschaftsministerin Kraft berichtet. Früher war dort für den Zeitraum 1989 bis 2001 zu lesen: „Unternehmensberaterin und Projektleiterin beim Zentrum für Innovation und Technik NRW (Zenit GmbH) in Mülheim an der Ruhr“. Inzwischen fehlt der Firmenhinweis: „Unternehmerin und Projektleiterin“. Im Weblog wurde gefragt, warum dies weggelassen worden sei und ob dies vielleicht daran liege, dass die Zenit GmbH in einen der NRW-Förderskandale verwickelt gewesen sei, in dessen Verlauf auch die Rolle von Kraft kritisch hinterfragt worden sei.

Die dünnhäutige Kraft nimmt den medialen Wirbel in Kauf und ließ zudem eine kuriose Begründung für die Änderung geben: Der Lebenslauf im Internet wäre insgesamt zu lang geworden, auch weil andere Details etwa bei den Hobbys hinzugekommen seien. Außerdem sei der Hinweis auf Zenit in Krafts Biografien auf Internetseiten der NRW-SPD und der SPD-Fraktion im Landtag weiterhin zu finden. Die SPD in Krafts Heimatstadt Mülheim an der Ruhr ist presserechtlich verantwortlich für die persönliche Homepage von Kraft, und deren Geschäftsführer Arno Klare sprach auf Anfrage der WELT ONLINE über eine „begrenzte Lesekapazität“ bei Lesern und darüber, dass möglichst viele Informationen auf eine Bildschirmseite passen müssten.

Na passt doch: Kraftilanti.

» Ruhrbarone: Kraft gegen CDU: Unentschieden in Runde 1

(Spürnase: Columbine)

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30 KOMMENTARE

  1. Und so etwas will Deutschland in die Zukunft führen. Die wäre als Hausfrau bestimmt nützlicher.

  2. Ziemlich dumm – so gibt sie ihren Kritikern eine wesentlich größere Bühne und Öffentlichkeit. Das nennt man wohl Eigentor.
    Naja, mir solls recht sein.

    P.S.: Bei „ruhrbarone“ findet man eine sehr gute Darstellung der Auseinandersetzungen; vor allem die selten dämliche Begründung, wegen „Platzmangels“ sei der Lebenslauf geändert worden, wird da schön auseinandergenommen.

  3. Ich frage mich bei solchen TypInnen, wie Frau Kraft, was aus der Partei eines Kurt Schumacher, eines Helmut Schmidt und eines Heinz Kühn geworden ist!

  4. „Geschäftsführer Arno Klare sprach auf Anfrage der WELT ONLINE über eine „begrenzte Lesekapazität“ bei Lesern“

    Frau Kraftilanti geht wahrscheinlich von einer begrenzten Gedächtnis- und Verständniskapazität bei Wählern aus.

  5. Wahrscheinlich in der Sache kein grosses Ding, so wie es oberflächlich aussieht. Fr. Kraft hat nur versucht, eine mögliche politische Schwachstelle in ihrem Lebenslauf zu retuschieren, wie das wahrscheinlich viele in der Politik machen, um dem politischen Gegner keine Angriffsfläche zu bieten. Dumm gelaufen. Sie hätte den Rechtsanwalt gegen den Blogger zurückhalten sollen.

    Jetzt wird sie gejagt, bis ihre Politkarriere erlegt ist.

  6. Sozenzicke , typisch .Allerdings frage ich mich wer schlimmer ist. DIE oder die Hohlschädel die so etwas wählen.

  7. Solange die deutschen Bürger sowas wählen wird sich nichts ändern. Schade. Sie leiden noch zu wenig unter solchen PolitikerInnen

  8. @Steinway:
    Als Hausfrau ware sie noch unnützer und ist deshalb in die Politik gegangen.

  9. Passend zum Thema Polit-Zicken meldet sich auch Frau „Zensursula“ :

    Von der Leyen brüskiert Indien mit falscher Anschuldigung

    Peinlicher Fehler mit politischen Folgen: Familienministerin Ursula von der Leyen hat Indien beschuldigt, Kinderpornografie nicht zu ächten. Nach Protest des indischen Botschafters musste sich das Ministerium nun entschuldigen – man hatte eine drei Jahre alte Studie zitiert.
    […]

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,636397,00.html

  10. Hoppla- ist mir beim ersten lesen gar nicht aufgefallen:

    Die indische Botschaft läßt die Zurechtweisung gegen Zensursula durhc deutsche BLOGGER verbreiten,

    und nicht durch Nachrichtenagenturen ….
    hihihi

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,636397,00.html

    In einem Brief, den deutsche Blogger erhalten haben, hat die indische Botschaft in Berlin die Äußerung von der Leyens offenbar scharf zurückgewiesen: Die Behauptung, dass es in Indien keine Gesetze gegen Kinderpornografie gebe, sei „völlig unbegründet und irreführend“. Das im Februar 2009 erlassene erweiterte Informationstechnologiegesetz ahnde Fälle von Kinderpornografie mit bis zu sieben Jahren Gefängnis und Geldstrafen von bis zu einer Million Rupien, umgerechnet etwa 15.000 Euro.

  11. Bei den Zensurkammern Deutschlands, insbesondere der in Hamburg, treten SPD-Politiker besonders haeufig als Klaeger auf. Unvergessen ist die Einstampfung einer Titanic-Ausgabe fuer einen humorlosen Problembaeren vor ca 2 Jahren und der Haarfarben-Prozess des Genossen der Bosse kurz zuvor ebenso wie seins Siege gegen Westerwelle und andere. Dass jetzt auch mal eine Frau aus den Reihen dieser Mimosenpartei klagt, hat nichts mit Zickigkeit zu tun. Die Frauenquote von 40% ist noch laengst nicht erreicht. Wir brauchen noch mehr Beleidigtinnen.

  12. Wenn Kraftilanti von der Firma Sozilanti Partie Dutschistan sonst keine Schmerzen hat, dann is ja alles gut. Noch schnell die Einschlaftabletten nicht vergessen…
    :mrgreen:

  13. #20 Denker (15. Jul 2009 19:57)

    Hoppla- ist mir beim ersten lesen gar nicht aufgefallen:

    Die indische Botschaft läßt die Zurechtweisung gegen Zensursula durhc deutsche BLOGGER verbreiten,

    und nicht durch Nachrichtenagenturen ….

    Die wissen wie es publik wird und wo es untergeht. Bei den MSM.

    Das wievielte zu Null für die Blogger-Szene?

    Zieht euch schon mal warn an, Volkszertreter!

  14. Das Foto dieser Dame ist entlarvend.
    Der erhobene Zeigefinger und der Gesichtsausdruck kennzeichnen eine dogmatische Fanatikerin.

  15. Kraftilanti scheint unangenehme Geschichten unaufhörlich anzuziehen, ich erinnere nur mal an ihr kleines „Rendezvous“ mit dem münsteraner NPD-Vorsitzenden Dennis Dormuth.

    Die NRW-Grünen behaupten inzwischen, die CDU würde mit „Dreck nach dem politischen Gegner werfen“. Die Grünen (!!!) behaupten, der Gegner würde mit Dreck werfen. So eine Doppelmoral und selbstgefällige Lebensferne kann man nur noch Realsatire nennen.

  16. warum darf man nicht mehr kraftilanti sagen? macht man sich strafbar, wenn man weiterhin kraftilanti sagt? dann wollen wir in zukunft mal ganz huebsch nicht mehr kraftilanti sagen.
    schade, hat so gut gepasst zu lueginslandi.

  17. SPD-Leser haben nunmal eine „begrenzte Lesekapazität“, da hat der SPD-Geschäftsführer vollkommen recht.

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