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Militärische Lösung im Iran?

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Der neue japanische Chef der Internationalen Atombehörde erweist sich als noch unfähiger als sein ägyptischer Vorgänger. US-Präsident Obama zeigt wenig Entschlossenheit gegenüber dem Iran – von den Europäern ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite hat Israel jetzt eine Regierung, die willens ist, die Existenz Israels auch offensiv zu verteidigen. Benjamin Netanjahu konnte Obama bereits eine Deadline der Irandiplomatie für Ende des Jahres abringen. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung im Iran rückt eine militärische Lösung näher.

Nach einem Bericht des SPIEGEL [2] unter Berufung auf die Sunday Times stehen im Nahen Osten die Zeichen auf Krieg. Israel soll bereits von Saudi Arabien die wichtige Überflugerlaubnis Richtung Iran erhalten haben und bringt ein vermutlich teilweise atomar bewaffnetes U-Boot durch den Suezkanal vor die iranische Küste.

Die Saudis beobachten seit langem mit Sorge die regionalen Ambitionen der Iraner. Sie wollen um jeden Preis verhindern, von Teheran als muslimische Führungsmacht abgelöst zu werden. Dabei spielt nicht nur das Misstrauen zwischen Arabern und Persern eine Rolle, sondern auch der Machtkampf zwischen dem sunnitischen Islam, wie er in Saudi-Arabien in besonders strenger Form gelebt wird, und den Schiiten, die vom iranischen Gottesstaat angeführt werden.

Israels Interesse an einer Übereinkunft mit den Saudis liegt auf der Hand. Zum einen tut Jerusalem alles, um Verbündete in der arabischen Welt zu finden, auch wenn es zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen noch weit ist. Anfang vergangener Woche zum Beispiel unterstützte die israelische Regierung die Bewerbung des Golfemirats Abu Dhabi um den Sitz der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). Am Freitag ließ sie eine Delegation aus Bahrain in Tel Aviv landen, um vier bahrainische Staatsbürger abzuholen, die versucht hatten, mit einem Schiff nach Gaza zu gelangen.

Zum anderen sind die Überflugrechte eines der größten Hindernisse bei einem Militärschlag gegen Iran. Die arabische Halbinsel zu umfliegen würde wertvolle Zeit kosten und ginge zudem nur durch ein Auftanken der Kampfjets in der Luft. Mit der Abkürzung durch saudischen Luftraum würde sich die Flugzeit auf weniger als die Hälfte verkürzen.

Westliche Diplomaten warnen vor Flächenbrand

Einen Militärschlag wahrscheinlicher erscheinen lässt auch die Nachricht, dass Washington kürzlich dem Verkauf von F-35-Kampfjets zugestimmt hat. Der moderne Tarnkappenbomber ist in der Lage, in feindlichen Luftraum zu fliegen, ohne vom Radar erfasst zu werden. Ein strategischer Vorteil, der umso schwerer wiegt, wenn es darum geht, Ziele an verschiedenen Orten zu bombardieren.
Der F-35-Kampfjet hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Seine Reichweite liegt bei maximal 1800 Kilometern. Ein herkömmlicher F-15-Jet kann viermal so weit fliegen, ohne aufzutanken. Auch insofern klingt der Überflug-Deal mit den Saudis plausibel.

Warnungen westlicher Diplomaten, ein israelischer Angriff könne einen regionalen Flächenbrand auslösen, schreckt die Verantwortlichen in Jerusalem nur wenig, ebenso die Aussicht auf eine iranische Vergeltung mit Raketen. Zum einen wurde kürzlich mit Hilfe der Amerikaner in der Wüste Negev ein neues Raketenabwehrsystem stationiert. Zum anderen setzt der jüdische Staat auf Abschreckung. Jüngst schickte er – für die ganze Welt sichtbar – ein U-Boot der „Dolphin“-Klasse vom Mittelmeer durch den Suez-Kanal in das Rote Meer.

Vier der zehn Torpedorohre wurden auf Wunsch der Israelis vom deutschen Hersteller so ausgestattet, dass sie auch Raketen mit Nuklearsprengköpfen abschießen können. Für eine solche Drohung seien die Iraner empfänglich, glaubt man in Jerusalem.

Für kriegsbegeisterte  Hurrarufe besteht allerdings kein Anlass. Es ist schäbig, dass die westliche wie die arabische Welt, die gleichermaßen von der iranischen Bombe bedroht werden, Israel den schwarzen Peter zuschieben, endlich tätig zu werden, um im Ernstfall mit geheuchelter Empörung über die Juden herzufallen – ganz egal, was zuvor hinter verschlossenen Türen abgesprochen wurde. Und eine kriegerische Auseinanderstzunmg des kleinen Israel mit dem riesigen Iran ist auch keineswegs von vorneherein für Israel entschieden. Der Iran wurde insbesondere von den Russen in den letzten Jahren massiv aufgerüstet und unterhält gute Beziehungen zu den kommunistischen Regimen in China und Nordkorea. Wenn aus einem Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen ein kriegerischer Konflikt erwächst, könnte das die Welt schlimmstenfalls an den Rand eines neuen Weltkrieges bringen. Zur Vermeidung dieses Szenarios wäre die rechtzeitige Solidarität der Völker und Staaten gegen den Teheraner Kriegstreiber gefragt. Insbesondere Deutschland, als größter Handelspartner des Iran ist hier gefordert.

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