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Sankt Florian in Stuttgart

ahmadiyyasekte

Da war PI wohl zu pessimistisch: Beeindruckt vom hervorragenden Wahlergebnis der GRÜNEN in Stuttgart, hatten wir das Vorhaben der Ahmadiyya-Sekte (Foto), dort die nächste ihrer 100 geplanten Moscheen zu bauen, schon als so gut wie gelaufen angesehen. Was wir nicht bedacht haben: Auch die Wähler der GRÜNEN mögen, wie ihre Funktionäre, den Islam nur, wenn er andere bereichert, vom eigenen Häusle aber gebührend Abstand hält. 

Wie der türkische Schwabe Cem Özdemir, der zum prominenten Moscheegegner wird, sobald eine Moschee in Hör- und Sichtweite seines  Kreuzberger  Wohneigentums liegt  (PI berichtete).

Der betroffene Bezirksbeirat Stuttgart-Zuffenhausen hat das Bauvorhaben der ultrakonservativen – manche sagen dazu auch islamfaschistischen – Ahmadiyya-Sekte jetzt hinter verschlossenen Türen und  „fast einstimmig“ mit schwäbischer List abgeschmettert.

Die Stuttgarter Nachrichten berichten:

Die Entscheidung ist eindeutig ausgefallen: Fast einstimmig hat der Bezirksbeirat Zuffenhausen in seiner jüngsten Sitzung die Pläne der Muslimgemeinde Ahmadiyya Jamaat, an der Porschestraße ein Gebetshaus zu bauen, abgelehnt. Viel will Bezirksvorsteher Gerhard Hanus über den Verlauf der nichtöffentlichen Sitzung nicht verraten, nur dies: Die große Mehrheit des Gremiums sei der Ansicht, dass an besagter Stelle „das Planungsrecht so geändert werden soll, dass auf dem gesamten Areal Wohnungsbau stattfinden kann“, gibt Hanus das Abstimmungsergebnis der Sitzung wieder.

„Das wäre an der Stelle günstiger als eine Moschee.“Wie berichtet, plant die Stuttgarter Ahmadiyya-Gemeinde, die bereits Gebetsräume in Hedelfingen und in Bad Cannstatt betreibt, in Zuffenhausen an der Ecke Stammheimer Straße/Porschestraße eine kleine Moschee mit 200 Plätzen in zwei Gebetsräumen, dazu einen Sanitärbereich und eine Bibliothek. Die Höhe des Gebäudes, das auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei entstehen soll, würde 9,50 Meter betragen, eine kleine Kuppel und ein kleines Minarett sind Teil der Pläne. Die Gemeinde rechnet mit 50 bis 60 Besuchern beim wöchentlichen Freitagsgebet, an Feiertagen auch einmal mit bis zu 200.

Nach Angaben der Stabsstelle des Oberbürgermeisters, mit der die Gemeinde schon Kontakt wegen des Projektes hatte, heißt es, man habe bisher nur positive Erfahrungen mit der Gemeinde gemacht. Auch das Stadtplanungsamt sieht bisher keine planungsrechtlichen Einwände gegen das Vorhaben. Bei dem Gelände handle es ich um ein Mischgebiet, in dem Einrichtung für kirchlich-religiöse Zwecke zulässig seien. „Es gibt in diesem Bereich zwar einige Wohnhäuser, mehr Wohnen geht an der Stelle aber nicht, weil sich das Areal an der Nahtstelle zwischen einem Wohn- und einem Gewerbegebiet befindet“, sagt der zuständige Stadtplaner Ralf Johann.

Diese Haltung tritt der Bezirksbeirat nun entgegen. „Die Festsetzungen des Bebauungsplanes entsprechen nicht mehr der heutigen Situation“, sagt Bezirksvorsteher Gerhard Hanus. „Die Lage wäre ideal für Wohnungsbau“, sei die Überzeugung des Bezirksbeirates. „Emotionale Gründe“, wie sie von Bürgern vorgetragen werden, hätten keine Rolle bei dem Votum gespielt, betont Hanus.

Eine kritische Stimme zu dem Vorhaben kommt aus der Nachbarschaft von Wolfgang Niegel. Der 68 Jahre alte Hauswart eines Siedlungshauses am Bauerweg nebenan verweist auf den „hohen Migrantenanteil“ in Zuffenhausen, der sich, so fürchtet Niegel, durch die Anziehungskraft religiöser Einrichtungen für Muslime noch erhöhen könnte. „Wir sind geschockt und empfinden das als bedrohlich“, gibt der Rentner die Meinung einiger Hausbewohner wieder. Zudem ist Niegel überzeugt, dass es durch den Moscheebetrieb Verkehrsprobleme in den Gebiet geben wird.

Verwaltung und Rat der Stadt, die in sicherer Entfernung des geplanten Sektenprojektes sitzen, hoffen weiterhin, den geplanten Standort entgegen der Entscheidung des demokratisch zuständigen Gremiums durchboxen zu können. Das kann man verstehen, denn sonst würde die Sekte sich wohl nach einem neuen Bauplatz umsehen. Und der könnte ja direkt neben dem eigenen Häusle liegen. Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an …