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Die Foltertyrannen aus dem Hause Gaddafi

Hannibal und Aline GaddafiBei seinem Besuch in Libyen hat sich der Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz dafür entschuldigt, dass die Genfer Polizei ein Ehepaar (Foto), das seine Angestellten mit Kleiderbügeln und Fäusten grün und blau geschlagen, sie mit dem Tod bedroht und ihre Verwandten als Druckmittel zum Verschwinden gebracht hat, ohne Rücksicht auf das libysche Herrscherhaus festnahm.

Diktatorensohn Hannibal Gaddafi ist ein gewaltbereiter Säufer, seine Frau Aline eine sadistische, jähzornige Domina. Beide gemeinsam haben sie ihre aus Tunesien und Marokko stammenden Angestellten pausenlos misshandelt, bis diese sich bei einem Aufenthalt in der Schweiz getraut haben, die Polizei einzuschalten – mit Erfolg. Die Genfer-Justiz wollte von Dhimmitude nichts wissen.

Auf jeden Fall verlässt Hannibal am 12. Juli seine Hotelgemächer, und Aline fährt in die Klinik. Ihre Gesellschaftsdame kann sie nicht mitnehmen, denn deren blaues Auge würde bei den Ärzten Aufsehen erregen.

Die beiden Bediensteten nutzen die Abwesenheit und schlagen Alarm bei der Genfer Polizei. Auf dem Posten Pâquis belasten sie die Qadhafis schwer. Leila erzählt, die hochschwangere Aline habe sie in den vergangenen Tagen zweimal mit hölzernen Kleiderbügeln angegriffen. Bei beiden Attacken sei der Bügel kaputtgegangen. Hannibal habe sie „ein bisschen besser behandelt“. Das heißt: Im Hotelkorridor habe ihr der Herrschersohn ein einziges Mal unvermittelt die Faust ins linke Auge geschlagen. „Er kam von einem Streit mit seiner Frau“, erklärt Leila der Polizei, und er war wütend.“

„Diese Frau hält mich für ihre Sklavin“, sagt die Hausangestellte über ihre Peinigerin, „und schlägt mich regelmäßig und ohne einen Grund.“ Aline, „die an schweren psychischen Problemen leidet“, habe gedroht, sie aus dem Hotelfenster zu stoßen oder zu töten, wenn sie fliehe. Einem schwarzen Leibgardisten mit dem Übernamen Tyson habe sie befohlen, die Telefone aus Leilas Hotelzimmer 345 zu entfernen und sie zu schlagen. Die Apparate wurden abmontiert, die Schläge habe Tyson nur simuliert, „um Madame Qadhafi zufriedenzustellen“. …

Eskaliert sei die Situation in Genf, als Omar Alkohol für seinen Herrscher beschaffen musste. Aline, die nicht wollte, dass ihr Hannibal trank, habe die Flasche Château Margaux 1988 in den Gemächern entdeckt und habe den Diener geschlagen. Wenig später sei der Hüne Hannibal – 1,93 Meter gross – auf ihn losgegangen und habe ihm mehrere Fusstritte in den Unterleib versetzt. „Monsieur Qadhafi hat mich bedroht und gesagt, ich solle niemandem etwas davon erzählen“, sagt der Diener der Polizei. „Sonst würden mein Bruder und meine Mutter getötet.“ Hannibal habe angedeutet, „er sei Gott und habe das Recht, über mein Leben und das anderer Menschen aus meiner Familie, die sich in Libyen befinden, zu entscheiden“. Nach dieser Aussage Omars wird seine Mutter auf dem Flughafen von Tripolis verhaftet, sein Adoptivbruder verschwindet.

Am 15. Juli führt ein 21 Mann starkes Polizeikommando Hannibal in Handschellen aus seiner Hotelsuite ab. Von Qadhafi angeheuerte Genfer Personenschützer belasten ihren Soldgeber und dessen Gattin schwer. Sie und mehrere Hotelangestellte haben gesehen, wie die tunesische Dienerin mehrmals weinend und einmal blutend aus den Gemächern kam, in dem sich nur das Ehepaar Qadhafi und deren dreijähriger Sohn befand. Zeugen haben gehört, wie Leila sagte: „Sie hat mich geschlagen.“

Der Polizeieinsatz blieb nicht ohne Folgen: Die Angestellten wurden mit Geld und Entführung ihrer Angehörigen zu falschen Bekenntnissen erpresst, sie hätten sich die Schläge selbst zugefügt. Der Bruder Omars ist bis heute spurlos verschwunden. Gaddafis mussten freigelassen werden, Libyen gab sich beleidigt und nahm Schweizer als Geiseln und am Ende hat sich der Schweizer Bundespräsident auch noch in Eigenregie entschuldigt und dabei gleich eine Generalamnestie für die ganze Gaddafi-Sippe erlassen, man wolle es nie wieder zu so etwas kommen lassen. Angestellte zu versklaven und zu misshandeln ist in der Schweiz jetzt erlaubt – wenn man Gaddafi heißt.

(Mit Dank an alle Spürnasen)