Als guter Verbündeter des iranischen Staatschef Ahmadinedschad erwies sich der bayerische Baustoffhersteller Knauf. Er richtete sich schriftlich an seine Mitarbeiter und drohte ihnen mit Kündigung, sollten sie an Demonstrationen gegen das Regime teilnehmen. Nach Stirnrunzeln im Auswärtigen Amt sprach Knauf von einem Missverständnis.

Der bayerische Baustoffhersteller Knauf hat seinen Mitarbeitern im Iran verboten, an politischen Protesten teilzunehmen. „Falls irgendeiner unserer Mitarbeiter bei Demonstrationen gegen die aktuelle Regierung gefasst werden sollte, wird er oder sie mit sofortiger Wirkung entlassen“, zitiert die US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ aus einem Brief an die Mitarbeiter der dortigen

Unterzeichnet ist das Papier mit Datum vom 21. Juli 2009 von Isabel Knauf, die Mitglied der Geschäftsführung des Familienunternehmens ist.

Der Zeitung zufolge war ein führender deutsch-iranischer Mitarbeiter kürzlich bei einer Demonstration festgenommen worden. Der anschließende Drohbrief an die Knauf-Belegschaft im Iran sei die Bedingung für die Freilassung des Mannes gewesen.

Mittlerweile rudert Knauf zurück. „Das Schreiben ist unglücklich formuliert“, sagte der für das Auslandsgeschäft zuständige Jörg Schanow. „Selbstverständlich können unsere Mitarbeiter jederzeit an politischen Demonstrationen teilnehmen, ohne dass sie mit arbeitsrechtlichen Sanktionen rechnen müssen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Manfred Grundke.

um dann aber gleich zu bemerken, dass es allerdings

zu den Grundsätzen der Geschäftspolitik in allen Ländern, politische Zurückhaltung zu üben.

Na, dann sind sie in Diktaturen ja genau richtig.

Firmen als willige Vollstrecker des Tyrannen. Wann hatten wir das bloß schon mal?

(Mit Dank an alle Spürnasen)

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26 KOMMENTARE

  1. Morddrohungen gegen TV-Moderatorin aus Swisttal-Morenhoven

    26-Jährige präsentiert erste afghanische Superstar-Sendung und setzt sich via Satellitenfernsehen für Rechte von Frauen ein – Jüngste Drohanrufe stammen aus Deutschland

    Von Sascha Stienen

    Swisttal. Der TV-Produzent Seyed Hakim Sepas (54) sorgt sich um seine Mitarbeiterin Donya Porkar (26). Der Chef der Morenhovener Firma Pamir Entertainment berichtet, dass seine Moderatorin seit geraumer Zeit vor und nach ihren Livesendungen von Anrufern belästigt und sogar bedroht wird.

    Sepas produziert in einem Morenhovener Studio zwei Livesendungen für den Kanal “Ariana Afghanistan TV Europe”, der via Satellit auf Hotbird 13 Grad (Frequenz 11469) zu empfangen ist. Unter anderem moderiert Donya Porkar die erste afghanische Superstar-Sendung, wobei sie laut Sepas teilweise recht offensiv für die Rechte der Frauen in ihrem Heimatland eintritt.

    Zur jüngsten Bedrohung sei es am vergangenen Sonntag nach der abendlichen Liveshow gekommen. Sepas und Porkar spielten dem General-Anzeiger ein Tonband vor, auf dem eine männliche Stimme droht: “Ich bringe dich um. Ich warte draußen.” Körperlich angegriffen worden sei die 26-Jährige aber zum Glück noch nicht, sagt der Produzent, hegt aber bei solchen Ankündigungen schlimme Befürchtungen.

    Weil die jüngsten Drohanrufe aus Deutschland stammten, hat Sepas die Polizei benachrichtigt. Polizeisprecher Frank Piontek bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung laufe. Einen Tatverdächtigen gebe es aber noch nicht. Das Auftreten der emanzipierten Moderatorin missfalle schon länger fundamentalistisch gesinnten Menschen aus arabischen Staaten, berichtet Sepas.

    Das verwundere ihn nicht: Donya Porkar setze sich – auch über Youtube im Internet – teilweise provokativ für die Rechte der Afghaninnen ein. Die 26-Jährige plädiere gegen Verschleierung und Selbstverbrennungen, die leider immer noch üblich seien. “Warum verbrennst du dich”, frage sie via TV ihre afghanischen Landesgenossinnen. “Verlasse doch lieber das Land.”

    Dass seine Moderatorin nun Morddrohungen erhalte, findet der 54-jährige Sepas – gerade in einem freien Land wie der Bundesrepublik – geradezu empörend: “Sie ist doch nicht Salman Rushdie.” Dennoch müsse man diese Anrufe ernst nehmen, sagt der Fernsehproduzent. “Das ist kein Spaß.”

    Bonner General Anzeiger, Artikel vom 01.08.2009

  2. Oh Mann ist das abartig.
    KNAUF hat fascho-politischen Dreck am Stecken!

    DAS ist jenseits JEGLICHER DISKUTABILITAET!

    Soviel steht fest:
    I for one – ruehr von denen kein Prdukt mehr an, und wenn ich mir meine Mauer stattessen aus Lehm hochziehen muss !!!

  3. Dort wo die Moral sinkt, steigt der Ertrag.

    Das ist keine neue Geschäftsweisheit.

    Hier hat nun endlich auch mal eine FRAU echte Führungsqualität und Weitblick bewiesen.

    Solch diktatorische Machtoperationen sind nicht selten für Frauen in Führungsriegen.

    Ich selbst kenne zwei Beispiele, wo mitwurstelnde, machthungrige Ehefrauen Betriebe mit zweistelligen Millionenumsätzen voll an die Wand fuhren und selbst im Nachhinein kein Einsehen haben.

    Aber ich will ja mal niemanden DISKRIMINIEREN und sage daher nur:

    SCHANDE auf Knauff. Blut klebt an euren Händen!

  4. Es wird für die Bundesregierung immer schwerer hinter der demokratischen Maniküre, die faschistische Fratze zu verbergen, wenn wie jetzt die Firma Knauf, freudig voranprescht und dabei jegliches demokratische Gehabe fallen läßt, wenn es um den Profit mit dem Henkerstaat Iran geht.

  5. Meidet Produkte solcher Firmen.
    Sagt es weiter.
    Verbreitet es.
    By the way: Meidet auch die Grenke Leasing AG, wenn euch euer Geld lieb ist.

  6. Ich kann mir gut vorstellen das wer mit Baustoffen handelt auch Baumaschinen im Programm hat. Krane zum Beispiel.

  7. Wann hatten wir das bloß schon mal?

    boah immer diese Anspielungen auf die NS Zeit, ist ja ätzend@ Beitragsverfasser.

  8. Leute!

    Ihr solltet mal in der Wirklichkeit ankommen.
    Fragt euch z. B. warum es Deutschland, im Vergleich zu fast allen Ländern der Welt, so gut geht.
    Z. B. weil wir der drittgrößte Waffenexporteur sind.
    …uuund so viele Demokratien gibt es in der Welt nicht, dass die Waffen nur bei „Guten“ landen
    Z. B. weil wir auch Sicherheitstechnik z. B. in den Iran liefern. Dazu gehören so profane Dinge wie der Tonfa (ein spezieller (Polizei) Schlagstock und andere „nette“ Sachen.
    Und das ist alles offiziell.
    An die Gaszentrifugen für Libyen könnt ihr euch erinnern?!
    http://ei21.de/news/2004-01-02_energieinfo_news_bauteile_urananreicherung_auf_frachter_20138.html

    Pecunia non olet oder so (Geld stinkt nicht).

    Ich kann mich gleichfalls an die antifaschistische DDR erinnern, die (zu Recht) auf Chile unter Pinochet geschimpft hat – Geschäfte mit denen haben sie aber trotzdem mit denen gemacht.

    Denn merke:
    Erst kommt das fressen, dann die Moral!

    Gruß

    Z1

    ps. Könnten wir bitte eine (zeitlich begrenzte, z. B. 5 Minütige) Editierfunktion bekommen?

  9. Nun mein Arbeitgeber hat gestern bereits entschieden:

    Knauf Produkte nur wenn unbedingt notwendig verwenden. Alternativ Produkte der Firma XELLA. (Bekannter unter dem Namen Ytong/Hebel)

    Die paar Tonnen Spachtelmasse etc und ein paar tausend Qm Gipskartonplatten wird Knauf zwar nicht jucken, aber es tut gut zu sehen, das ein Chef auch mal mitdenkt.(Er hatte mich vor einiger Zeit beim Pi lesen erwischt.Nun liest er selber).

  10. Auch auf die Knauf-Firmenpolitik passt perfekt die Aussage eines alten Römers: „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht).

  11. Boykott von Produkten – Wann hatten wir das bloß schon mal?

    Mit sonem Scheiss kommen wir nicht weiter,…
    naja, was solls. Hoffe bald bricht dieser ganze scheiss zusammen und wir können neu anfangen.

  12. #5 Korat (01. Aug 2009 11:31)

    Hat Knauf nur Geld und Gips im Kopf?

    Ja, das nennt sich im Managerdeutsch „Besinnung auf Kernkompetenzen“.

  13. Besonders der letzte Satz ist schockierend: Wer gegen die derzeitige iranische Regierung demonstriert, wird sofort entlassen.

  14. endlich erfahr ich mal den Namen der Firma. Aus politischer Korrektheit erfährt man den auf Spiegel.de etc ja nicht…
    Unerträglich ist ja sowieso, wieso Deutschland Wirtschaftsbeziehungen mit diesem Teufelsstaat hält.

  15. Hhhhmmmhhh, die produzieren Gips, aha!

    Kein Wunder daß sie mittlerweile selber zu Gipsköpfen geworden sind. Also ich sehe da Kausalitäten…

    Wahrscheinlich sorgt die Gipsproduktion auch dafür, daß es immer mehr Gipsköpfe gibt, hö, hö… 😉

  16. Leute wer nimmt schon Knauf,und dann noch Gipsputz ?!?
    Überteuert und Gips schimmelt,stinkt,fault,und sonst was….
    Aber das scheint zur Familientradition zu gehöhren.
    Wer was aus „Familienhand“ und günstig und gut haben möchte….(Kalkedel-oder Kalkzement)der schaue sich im Schwarzwald um.
    Ich saniere mein Haus damit,Top Leistung,Top Support,Vertreter ruft an und fragt nach ob alles in Ordnung ist,kurzfristige Nachbestellungen-kein Thema,holen Sie es ab,oder sollen wir liefern !!!
    Wow,sowas war ich gar nicht mehr gewöhnt.
    Steilpass von Knauf…“Danke“ Ihr habt mich schon seit langem genervt.

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