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Dominik Brunner: Zivilcourage mit Leben bezahlt

Solln: Opfer (l.) und Täter (r.)Deutschland ist in einem maroden Zustand. Kaum jemand traut sich, Schlägern mit Zivilcourage entgegenzutreten und die Opfer zu schützen. Einer, der es getan hat, war der 50-jährige Manager Dominik Brunner (Foto l.), der dafür mit seinem Leben bezahlen musste (PI berichtete). Die Schläger heißen diesmal nicht Erkan oder Ali, es sind Markus Sch. (18, Foto r.), Sebastian L. (17) und Christoph T. (17) – also “Urdeutsche” ohne Migrationshintergrund.

Eine Chronik des Grauens:

Samstag, 15.45 Uhr, S-Bahnhof Donnersbergerbrücke, nahe der Innenstadt. Markus S. (18), Sebastian L. (17) und Christoph T. (17) bedrohen auf dem Bahnsteig zwei Jungs und zwei Mädchen – 13 bis 15 Jahre jung.

„15 Euro, sonst gibt’s Schläge“, pöbelt das Trio, schlägt die Schüler ins Gesicht. „Bitte helft uns doch“, flehen die Kinder Passanten an. Der Bahnsteig ist voll – aber niemand bleibt stehen, nur eine ältere Frau (62) ruft: „Lasst sie in Ruhe!“ Die Jugendlichen beschimpfen die Frau.

Als die S-Bahn Richtung Wolfratshausen einfährt, folgen Markus S. (vorbestraft wegen Erpressung und Körperverletzung, saß in U-Haft), und Sebastian L. (drogensüchtig, polizeibekannt wegen Diebstahls) den Kindern in den Waggon. Christoph T. bleibt am Bahnsteig zurück, heizt seinen Kumpanen ein: „Besorgt’s denen richtig!“

In der Bahn setzen sich die Schläger neben die Kinder, bedrohen sie weiter. 20 Passagiere schauen weg. Manager Dominik Brunner (50) nicht. Er ist auf dem Weg zu seiner Freundin. Brunner, kaufmännischer Vorstand der Erlus AG (Deutschlands größter Dachziegel-Hersteller, 549 Mitarbeiter) fährt die Pöbler an („Das ist ja nicht auszuhalten!“), ruft mit dem Handy die Polizei. Dann bietet er den Kindern an, mit ihm in Solln auszusteigen („Ich beschütze euch“).

Als die Bahn um 16.05 Uhr stoppt, folgen die Schläger Dominik Brunner und den Kindern. Ohne Vorwarnung schlagen sie auf den mutigen Mann ein. Erst kann er sich noch verteidigen, dann stürzt er. „Seine jungen Begleiter konnten ihm nicht helfen“, so der Chef der Mordkommission.

Die Kinder müssen mit ansehen, wie die Täter dem Mann mehrfach gezielt ins Gesicht treten, regelrecht auf ihn einstampfen, bis er bewusstlos wird. Als die Polizei eintrifft, türmen die Schläger über die Gleise. Feige verstecken sie sich im Gebüsch. Dort stellt sie eine Polizistin mit gezogener Waffe. Im Krankenhaus erliegt Dominik Brunner um 18.20 Uhr seinen Verletzungen.

Wer Markus Sch. – neben Sebastian L. der Haupttäter – ist, wird auf seinem mittlerweile gelöschten Lokalisten-Profil deutlich: Ein von sich selbst eingenommener, sexistischer Gangsa-Rapper (für volle Ansicht der Bilder anklicken):

Bild 1:

Lokalisten1

Bild 2:

Lokalisten2

Bild 3:

Fotoalbum

Bild 4:

Gästebuch

Die Münchner Polizei fürchtet nun negative Auswirkungen des Falls auf die Zivilcourage:

Polizeisprecher Wolfgang Wenger: „Wir sagen weiterhin ganz klar: Misch dich ein. Wenn sich niemand mehr einmischt, wenn wir in eine Wegschaugesellschaft rutschen, dann droht höchste Gefahr.“ Doch der Polizist weiß auch: „Manchmal ist Zivilcourage aus der Distanz sinnvoller.“ Es sei wichtig, andere Personen zu Hilfe zu rufen. So wie der 50-Jährige, der per Handy die Polizei rief. Leider kam die Hilfe für den couragierten Münchner zu spät.

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(Spürnase: deb)