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Rütli für alle

Spiegel Online titelt heute: „Staatliche Bekenntnisschulen – Andersgläubige müssen draußen bleiben“ und meint damit, dass staatliche katholische und evangelische Schulen bevorzugt katholische und evangelische Kinder aufnehmen. In Wahrheit – so belehrt uns SpOn, ginge es gar nicht um die Protagonisten dieses Artikels, sondern darum, Migranten auszuschließen. Die wirklichen Opfer seien nämlich, so wird perfide suggeriert, die nicht – man beachte die Wortwahl – „rechtgläubigen“ Kinder.

In der Tat dürften die Beweggründe für den Kampf der Eltern schon dort gelagert sein, nämlich in der Angst, dass ihre Kinder Opfer sein könnten, an einer Schule, die eben nicht christlich-europäische Werte vermittelt. So ist denn auch der Aufschrei gegen diesen „religiösen Protektionismus“ augenscheinlich von Gutmenschen und Werterelativisten am lautesten – das zeigt in gewisser Weise, dass diese das Problem der Korrelation von Gewaltbereitschaft und Migrantenanteil muslimisch geprägter Kulturkreise schon erkennen, wenn es um die eigene Haut geht, der Restgesellschaft dies jedoch zuzumuten bereit sind.

Dass SpOn dann noch die Dreistheit besitzt, unter Berufung auf die Religionsfreiheit an deren Grundsätzen zu rütteln, schlägt dem Fass den Boden aus. Auch für mich als Atheisten liefe es absolut wider dem Gedanken der Religionsfreiheit, in eine katholische Schule nicht bevorzugt katholische Schüler aufzunehmen. Eine Nichtberücksichtigung der Konfession oder – noch schlimmer – eine Konfessionsquote würde dazu führen, dass diese Schulen letztlich nicht mehr als katholische Schulen bezeichnet werden könnten und das kann ja nun nicht der Sinn der Sache sein.

(Gastbeitrag von Thomas V.)