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Moslems gegen Necla Kelek

Die türkischstämmige Autorin Necla Kelek (Foto) ist nächster Gast der „Zeitgespräche“ am Dienstag, den 3. November, um 19.30 Uhr zum Podium der Gmünder Tagespost, der Kreissparkasse Ostalb und der Buchhandlung Stiegele. Grund für die Moslemverbände schon mal riumzuzetern. Da es schwierig ist, Kelek als „Nazi“ zu betiteln (nicht wahr, Frau Wesely?), spricht man in Kreisenn türkischer Verbände jetzt von „importierter Kritik“, die „Angst und Unmut“ sorge. Wir dachten, das könnten nur Deutsche.

Denn Necla Kelek ist eine Gedanken-Verbrecherin. Sie macht sich Gedanken, was an der Integration ihrer Landsleute schief läuft und wie man es besser machen könnte. Und sie lüftet den Schleier der türkischen Parallelgesellschaft, was ebenfalls nicht gern gesehen wird. Schließlich gibt es keine Schattenseiten, nur wunderschönes Multikulti. Schwere Menschenrechteverstöße haben Einzelfälle™ zu bleiben, die in jeder Gesellschaft vorkommen. Die Gmünder Tagespost berichtet:

Kelek ist am kommenden Dienstag Gast der Gesprächsreihe der Gmünder Tagespost, der Buchhandlung Stiegele und der Kreissparkasse Ostalb. In der Türkischen Gemeinde herrsche „Aufregung“ vor dem Hintergrund, dass man genau wisse, welche Standpunkte Kelek zu den Themen Integration und Muslime vertrete. Es sei auch allgemein bekannt, dass Kelek mit ihren Äußerungen sehr oft für Unruhe gesorgt habe. In der vergangenen Woche, sagte Dincel, habe sie sich öffentlich auf die Seite von Bundesbanker Thilo Sarrazin gestellt. Sie unterstütze diesen ohne Wenn und Aber. „Deshalb ist die Türkische Gemeinde überzeugt, dass Kelek mit ihren Äußerungen und Vorstellungen keinen guten Beitrag zur Integration leistet“, sagte Dincel. Er habe die Sorge, dass durch solch „importierte Kritik eher Angst und Unmut“ verbreitet werde als konstruktive Diskussioen über das Thema Integration. Die Vertreter der Türkischen Gemeinde wollten das gute Miteinander von Deutschen und Türken, von Christen und Muslimen nicht einfach schlecht reden lassen. Dabei wolle die Türkische Gemeinde nicht den Eindruck erwecken, dass „Meinungsfreiheit dort ihr Ende hat, wo sie uns nicht passt“, sondern sie wolle das Thema Integration nicht auf der polemisch-populistischen Ebene Keleks diskutieren. Die gute Atmosphäre in dieser Stadt solle keinen Knick bekommen, sagte Dincel.
Necla Kelek, die in ihrem Bestseller „Die fremde Braut“ über die Rechte der Frauen schreibt und in „Bittersüße Heimat“ von einer Reise durch die Türkei erzählt, sagt, dass sie sich einmischt, „weil ich Integration will“. Dazu brauche es Bedingungen, die eingehalten werden müssten. Kelek: „Und daran hapert es. Auf beiden Seiten.“

(Spürnasen: Florian G. und Orakel_vom_Berge)