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PI goes Berlin

Es geht ein Ruck durch Deutschland, endlich! Ganz im Sinne der Herzog’schen Rede vor nunmehr zwölf Jahren sind wir dabei, die „verkrusteten Strukturen“ aufzubrechen. Viele waren begeistert von den Gründungen neuer Ortsgruppen überall im Bundesgebiet, und sehr viele möchten sich auch außerhalb des Internets engagieren. Denn sie wissen, nur so können wir etwas verändern in diesem unserem Heimatland.

(Bericht vom PI-Gründungstreffen in Berlin)

Die eigene Meinung öffentlich zu machen ist eines unserer Grundrechte – warum sollen wir uns nur darauf beschränken, unseren Frust, unsere Ideen und unsere Gedanken als Kommentare in einem Internet-Blog zu schreiben? Die Lösung ist einfach: FINDET EUCH! Wagt den Schritt aus der Anonymität des Kommentators und geht aufeinander zu! Schreibt das PI-Team an, dort erhaltet Ihr die Startunterstützung.

Betrachtet den folgenden Bericht als Hilfe und Ermutigung, EIGENE PI-GRUPPEN zu GRÜNDEN!

Viele Mitglieder unserer neu gegründeten Gruppe in Berlin sind seit langem Leser dieses Blogs, einige davon aktive Kommentatoren, andere eher zurückhaltend. In den letzten Monaten fanden sich bereits in Hamburg und seit längerem in München Leser und Freunde von PI zusammen, die der Gedanke verbindet, dass man gemeinsam mehr erreichen kann.

Besonders der Bericht aus München vom 9. August 2009 wirkte auf uns wie eine Art Donnerhall, ein lautstarkes Signal, ENDLICH auch selbst tätig zu werden. Die in diesem Beitrag erfolgten Gründungsaufrufe hatten ihre Wirkung. In den Postfächern des PI-Teams gingen gleichzeitig viele Anmeldungen ein – auch für Berlin. Bei dieser Gelegenheit ein großes Dankeschön für die Koordination.

Nachdem unsere zeitgleichen Anmeldungen gegenseitig an uns weitergeleitet wurden, haben wir angefangen, konkret über die Gründung der Berliner PI-Gruppe ins Gespräch zu kommen. Wir haben uns mit den Interessenten in der Nähe einer Berliner U-Bahnstation getroffen und sind zu einer Gaststätte gelaufen, wo wir einen separaten Raum nutzen konnten. Der Treffpunkt war nur den Organisatoren bekannt.

Am 25.09.2009, einem recht kühlen Freitagabend war es dann so weit. Nach einer kurzen Fahrt mit der U-Bahn durch die Berliner City, wurde ich am Treffpunkt von einer bunt gemischten fröhlichen Gruppe gut gelaunter Menschen empfangen. Man soll es kaum glauben, wir haben uns gleich gut verstanden, trotz so mancher erheblicher Altersunterschiede. Eine kleine Anwesenheitsliste half uns dabei, den Überblick zu behalten, wer schon da war oder wer eventuell später kam. Da zunächst noch keine Telefonnummern verteilt wurden, hatten wir uns (spontan) darauf geeinigt, eine Wartezeit von einer viertel Stunde am Treffpunkt zu bleiben und danach aufzubrechen.

Schon auf dem Fußweg zur Lokalität kamen wir vereinzelt miteinander ins Gespräch, tauschten uns über unsere Erfahrungen auf pi-news aus und merkten kaum, wie die Zeit verging, bis wir in der Gaststätte ankamen. Damit wir nicht in einem planlosen Durcheinander alle auf einmal redeten, haben wir als Organisatoren uns eine Art Agenda zurechtgelegt, also eine Tagesordnung, die wir jedem Teilnehmer als Kopie an den Platz legten. Weiterhin ist es wichtig, zur späteren Auswertung eine Art Flipchart oder einen größeren Schreibblock mitzubringen, auf dem für alle sichtbar die wichtigsten Punkte aus den Gesprächen notiert werden können.

Nach einer kurzen Begrüßung durch uns wurden alle Teilnehmer gebeten, ihre Namen oder Nicknames auf ein kleines Schildchen zu schreiben, damit wir uns mit Namen ansprechen konnten und es leichter war, eventuelle Wortmeldungen zuzuordnen. In loser Reihenfolge stellten sich dann alle, die gekommen waren, mit kurzen Worten den anderen vor: was ist mein Anliegen, wie bin ich zu meiner Meinung über den Islam gekommen, was für Ziele habe ich in dieser Gruppe und so weiter. Von Vorteil ist es auch zu wissen, wie jeder einzelne sich in die Gruppe einbringen kann, bestehen Vorkenntnisse aus anderen Vereinigungen, wer kennt sich zum Beispiel mit Computern aus, wer kann Grafiken entwerfen, wer hat Kontakte zu Politikern, wer ist zeitlich eher gebunden, etc.pp.

Nach der Vorstellungsrunde wurde eine kleine Pause eingelegt, in der (man muss ja auch an den Wirt denken) Essen bestellt wurde und die armen Raucher sich nach über einer Stunde Abstinenz in die Kälte stellen konnten. Wir merkten bei der darauf folgenden Diskussion jedoch schnell, dass es für ein sinnvolles Gespräch wichtig ist, die Länge der Redezeit klar zu vereinbaren und eine sogenannte „Anmeldungsliste“ zu führen, auf der die Teilnehmer für eine Wortmeldung eingetragen wurden (danke hierfür an den wachen Teilnehmer). Bei kleineren Runden ist es aber auch möglich, davon abzuweichen und eventuell ein anderes Verfahren zu wählen. Wichtig war es uns, erst einmal Termine für folgende Treffen zu vereinbaren. Nach einer kurzen aber eindeutigen Abstimmung einigten wir uns darauf, uns alle vier Wochen an wechselnden Orten wieder zu sehen.

Die Tagesordnung hatten folgende Themen zum Inhalt:

– Ideen der Teilnehmer für eine Vergrößerung unserer Gruppe
– Aktionen
– kommunikative Infrastruktur (also die Einrichtung eines E-Mail-Verteilers für alle Mitglieder, die Nutzung von lizenzfreien verschlüsselten Messenger-Programmen, z.B. zur schnellen Möglichkeit eines Chats usw., die Einrichtung eines eigenen geschlossenen Online-Forums).

Damit diese Ideen auch nutzbar gemacht werden können, wurden diejenigen, die diese Vorschläge eingebracht haben, darum gebeten, bis zum nächsten Treffen zum Beispiel Entwürfe von Flyern mitzubringen, beziehungsweise das Netzwerk im Internet aufzubauen. Ebenfalls haben wir über die Teilnahme an geplanten Demonstrationen wie der BPE-Kundgebung am 3.10.09 in Berlin gesprochen und für unsere Gruppe passende Treffpunkte ausgemacht. Außerdem wurden Termine und Veranstaltungen von befreundeten Vereinen oder islamkritischen und konservativen Politikern bekannt gemacht.

Ihr seht, wir haben in den dreieinhalb Stunden unseres ERSTEN Treffens schon sehr viel erreicht: 1. dass wir dazu stehen wollen, unsere Meinung öffentlich zu zeigen 2. dass wir erkannt haben, dass wir zusammen mehr erreichen können als alleine und 3. haben wir erkannt, dass es sehr befreiend ist, endlich auch einmal direkt mit den Menschen zu reden, die hinter den Kommentaren stehen, zu erkennen, dass wir eine gemeinsame Meinung teilen, für die demokratische Grundordnung, gegen die Islamisierung, gegen den Mainstream!

PI-Berlin