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Auf dem linken Auge blind

Heidemarie Scheuch-Paschkewitz [1]Wie wird man (oder Frau) eigentlich links? Ein interessantes Beispiel dazu hat jetzt die Frankfurter Rundschau [2] ausgegraben, die über Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Foto) berichtet, Anwärterin auf den Landesvorsitz der Linken in Hessen und Paradebeispiel für die vollkommen verzerrte Wahrnehmung des Extremismus in unserem Land.

„Besonders wichtig ist mir die antifaschistische Arbeit“, schreibt die Kandidatin in ihrer Bewerbung. Dafür gibt es auch einen ganz persönlichen Grund. Scheuch-Paschkewitz ist die Mutter von zwei Jugendlichen, die bei einem Angriff von Neonazis auf ein Sommercamp am Neuenhainer See im Sommer 2008 verletzt wurden. Ihre Tochter sei „beinahe umgebracht“ worden, als die Angreifer mit einem Klappspaten auf das im Zelt schlafende Mädchen einschlugen. Auch sie selbst hat vor wenigen Monaten gewalttätige Rechtsextremisten erlebt, als sie in einem Gewerkschaftsbus saß, der auf der Rückfahrt von einer Anti-Nazi-Demo in Dresden überfallen wurde.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage gewesen, ob Frau Scheuch-Paschkewitz auch der NPD beigetreten wäre, wenn ihre Kinder nicht von Neonazis sondern von Ausländern verprügelt worden wären. Dem geht die FR allerdings nicht nach, und beteiligt sich lieber selber mit Beiträgen wie diesem an der schleichenden Entartung der allgemeinen Wahrnehmung politischer Extremismen in unserem Land. Dabei reicht ein Blick ins Buch der Geschichte, um zu lernen, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Extremismus sich links oder rechts oder göttlich oder sonstwie schimpft. Die verachtenswerten Folgen für die Allgemeinheit sind grundsätzlich dieselben, ihr Ausmaß hängt einzig und allein von der Perversion der jeweilig regierenden ab.

Wahrscheinlich wird es wieder viel Blut und Leid kosten müssen, bevor man grundlegende Wahrheiten wie diese auch wieder in der Mitte der Gesellschaft vorfindet. Bis dahin wird viel Wasser den Rhein herunter fliessen, und noch so manch ein widerlicher Artikel in FR und Co den Extremisten in unserem Land huldigen. Seid linke Extremisten, seid religiöse Extremisten, seid was ihr wollt. Hauptsache nicht „rechts“.

(Gastbeitrag von Frank Furter)

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