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Bremen: Dialogversuch mit Moslems

Bremen: Dialogversuch mit MoslemsFreitag, der 13., war für uns zwar kein Unglückstag, aber auch kein Tag mit besonders großem Erfolg. Lange vorher hatten wir eingeladen, am gleichen Tag, an dem sich Pierre Vogel nach Bremen ins Islamische Kulturzentrum Breitenweg angesagt hatte, zugleich vor Ort zu sein, um sichtbar gegen moslemische Diffamierungen und die bedrohliche Islamisierung zu protestieren. Doch am Ende hatten sich von uns nur fünf Personen angesagt, von denen dann immerhin drei kamen.

(Von Thatcher)

Wir trafen uns kurz vor sechs Uhr abends auf einem Parkplatz unweit der Moschee und „bewaffneten“ uns mit Material, das über uns informieren sollte – gerade im Norden Deutschlands sind wir noch nicht allzu bekannt. Einer von uns hatte ein selbstgestaltetes Transparent dabei mit den Worten: „Kritik ist keine Hetze – Für Meinungsfreiheit“ (siehe Foto unten).

Sicherheitshalber war die Bremer Polizei vorher informiert worden – und mit so großer Stärke angerückt, dass jeder von uns sechs Beamte zu seinem Schutz hatte. Das aber nur rechnerisch, denn die Ansage des leitenden Beamten lautete kurz und knapp „Unsere Strategie: Wir warten, bis Sie verprügelt worden sind – dann greifen wir ein.“ Als Gegenleistung zeigten sich die Beamten, was unser Anliegen betraf, aber wohlwollend; die Kriminalität vieler Zugewanderter, die zahlreichen Schikanierungen durch die Presse und das politische Kuschen vor den immer einflussreicheren islamischen Verbänden erregte auch unter ihnen Unmut. Interessiert nahmen sie daher den Hinweis auf das größte politische Blog an.

Dann ging es los. Binnen weniger Minuten kamen etliche Moslems, teils in langen Kaftanen und alle mit Bart, an der Moschee an. Auch sie hatten Flyer und Werbematerial, das sie uns im Tausch gegen unsere BPE-Kartenkalender gaben. Doch mit uns reden wollten sie zunächst gar nicht – sondern zur Polizei, um sich über uns zu beschweren. Doch da die Demonstration ordnungsgemäß angemeldet worden war, konnten sie nichts gegen uns tun. Ein selbstbewußtes Vertreten der eigenen Überzeugung gegen Andersdenkende sieht anders aus, liebe Moslems.

Dann kam auch Pierre Vogel des Weges – unverkennbar aufgrund der Statur, des roten Haares und Bartes, seines Häkelkäppis. Dennoch bestritt der Mann, der zu sein, für den man ihn hielt. Was haben diese Menschen nur für ein gebrochenes Verhältnis zu Wahrheit und Aufrichtigkeit? Der Mann ist doch deutscher Konvertit? Unbegreiflich.

Während nun die Moslems zum Gebet in die Moschee einrückten, konnten wir einige Passanten über die BPE informieren und vielleicht interessieren – obwohl niemand viel Zeit zu haben schien.

Nach dem Ende des Gebetes schwärmten die Moslems – dem Augenschein nach allesamt junge Männer zwischen 18 und 30 – wieder aus, und diesmal hatten sie sich überlegt, auf welche Weise sie den „Dialog“ mit uns führen wollten. Für sie war es ausgemacht, dass die „Hetzseiten wie PI“ direkt für die Mordtat im Dresdner Gericht verantwortlich seien und daher abgeschaltet gehörten. Mein Einwand, es gebe keinerlei Hinweis, dass der Täter überhaupt hier gelesen hätte, führte dann dazu, dass sie es auf andere, gleichwohl bekannte Weise versuchten: ob wir vielleicht „alle Moslems aus Deutschland ausweisen“ lassen wollten. Als ich auch dies verneinte, hatten sie schon ihre erste Munition verschossen, und ich konnte in die Offensive gehen, was ich bevorzugt durch Fragenstellen tat.

Dabei fand ich heraus, dass einer von ihnen sich binnen vier Wochen darüber klargeworden zu sein glaubte, dass der Qur’an die höchste denkbare Weisheit auf Erden sei, und dass wohl jeder „Hass im Herzen“ tragen müsse, der das nicht nachvollziehen könne. An welche Stelle im Koran er sich denn besonders erinnere? Die erste Sure wurde genannt – und sogar fehlerfrei auswendig hergesagt. Ob er denn auch die zweite Sure gelesen habe? Hier bekam ich keine Antwort. Aber dass er den Koran dennoch studieren wolle, daran ließ er keinen Zweifel aufkommen. Ich warnte ihn noch, dass es ihm dabei passieren könne, denjenigen zu begegnen, die den Islam mit Feuer und Schwert und Terror verbreiten wollen und dass diese sich sogar mit besserer Legitimation auf den Koran berufen könnten als er selbst. Nein, das könne er sich nicht vorstellen. Damit war dieses Gespräch beendet.

Der nächste, mit dem ich ins Gespräch kam, war ein 25-jähriger deutscher Philosophiestudent. Mit ihm kam ich zumindest auf den Nenner, dass der Begriff „Integration“ ein „leeres Gefäß“ sei, in das jeder das füllen könne, was er sich darunter bevorzugt vorstelle – was für den einen eben Assimilation in die deutsche Kultur, für den anderen hingegen Teilhabe an Sozialstaat und Machtpositionen sei. Ich war so ehrlich zu sagen, dass ich mir von Muslimen Assimilation wünschte – oder, wie im Falle der staatlichen türkischen Islambehörde Ditib, Auswanderung oder gar Ausweisung. Dann, so der Student, müsse ich ja wohl ein Ausländerfeind und Rechtspopulist sein – das Kalkül, ich würde angesichts dieser Einsortierung verschreckt alles zurücknehmen, ging jedoch nicht auf. Ich habe derartige gedankenlosen Anwürfe schon so oft gehört, dass ich darüber nur noch lachen könne.

Das nächste Argument, das er brachte, war recht abenteuerlich. Deutschland bestünde aus Dutzenden verschiedenen Stämmen, die alle ihre Unterschiede haben. Was denn also mein Problem mit Türken und Arabern sei? Meine als Gegenfrage formulierte Antwort war, ob er denn auch den Unterschied zwischen einem Meter und einem Kilometer kenne. Keine Reaktion.

Die Überzahlsituation führte dazu, dass jeder von uns sich durch mehrere der Moslems mit solchen mehr aggressiven als interessierten Beiträgen bestürmt sah. Dafür, dass dadurch eine recht stressige Situation entstand, entschuldigte ich mich sogar – worauf mir natürlich stattgegeben wurde; niemand habe daran ein Interesse.

Ein anderes Thema, an das ich mich erinnere, waren der immergrüne Nahostkonflikt, zu dem sie eingestehen mussten, dass Israel ja wohl irgendetwas gegen die Selbstmordbomber hätte tun müssen und dass die zahlreichen getöteten Palästinenser vor allem auf das Konto ihrer eigenen Verantwortungslosigkeit, Kompromissunwilligkeit und allgemeinen Verachtung für alles irdische Leben gingen.

Viel schneller als gedacht waren so eineinhalb Stunden herum. Wir waren nicht verprügelt worden, so dass die Polizei nicht eingreifen musste. Wir verabschiedeten uns freundlich und wurden auch freundlich verabschiedet. Wünsche nach dem Austausch von Namen und Adressen wurden geäußert – die wir aber selbstverständlich ablehnten. Wir verwiesen statt dessen auf die BPE-Seite und Politically Incorrect.

Um ein Fazit zu ziehen:

Moslems sind keine Außerirdischen; ein echter Dialog ist durchaus möglich, wenn man ein paar Dinge beachtet.

1. Moslems diskutieren ungern. Wenn möglich, versuchen sie die Dialog-Interessierten lieber durch Missbrauch polizeilicher oder juristischer Gewalt loszuwerden. Man sollte also zusehen, dass die Polizei im Fall des Falles auf der richtigen Seite eingreift.

2. Wenn sie das nicht schaffen, dann diskutieren sie bevorzugt nach Schema F. Ihre Manöver sind vorhersehbar; man kann sich darauf einstellen, was für Themen und was für Tricks man geboten bekommt. Und man sollte sich nicht einschüchtern lassen; sie wissen, dass political correctness ein prima Hebel ist, um deutsche Ungläubige zum Schweigen zu bringen, und sind irritiert, wenn das nicht fruchtet.

3. Der Islam ist nun mal nicht dafür bekannt, die hellsten Köpfe als Konvertiten anzuziehen, was die Situation für uns erleichtert. Wenn man sich vorher bei der Polizei absichert, ist es nicht sonderlich schwer, sie argumentativ in die Defensive zu bekommen. Man sollte aber Fachkunde durchblicken lassen – wenn man den Koran zitiert, dann sollte es korrekt erfolgen.

4. Wichtig ist nicht, dass man ihnen seine eigene Sichtweise aufs Auge drückt – erstens kann man sich über deren Wahrheit selbst nicht sicher sein, und zweitens werden sie die so oder so abstreiten –, sondern eher, dass man sie mit Fragen zu eigenem Nachdenken provoziert und dazu, mehr wissen zu wollen und nicht den Autoritäten blind zu folgen. Wenn mir und uns das am Freitagabend gelungen sein sollte, dann hätten wir wenigstens bei ein paar jungen Männern etwas erreicht und sich unser Einsatz doch gelohnt.