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Schweizer Bundesrätinnen in der Burka

Verbotenes Plakat mit islamisiertem BundesratDie Befürworter der Anti-Minarett-Initiative wollen die Bevölkerung mit provokativen Plakaten zum Nachdenken anregen. In einem jetzt zensierten, aber in diversen Zeitungen bereits publizierten Plakat (Foto) wird die Schweizer Regierung mit helvetisch-islamisiertem Hintergrund gezeigt. Die weiblichen Bundesräte tragen passend dazu die neue Landestracht Burka.

Das verfremdete Gruppenbild der Landesregierung zeigt die Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey, Eveline Widmer-Schlumpf und Doris Leuthard als Burka-Trägerinnen. Das Plakat soll in den nächsten Tagen in mehreren Schweizer Städten aufgehängt werden.

Die Urheber des Plakats nennen sich „Komitee Thema Islam“. Die Spuren führen ins Wallis zu einem Mann namens David Luyet. Der frühere Autorennfahrer, der in Savièse lebt, steht der SVP nahe, ebenso den katholischen Traditionalisten von Ecône. Laut „24 Heures“ bezeichnet sich Luyet als «einfacher Weinbauer und Familienvater». Über die Ziele des Komitees und dessen Mitglieder schweigt er sich aus, da es sich nicht um politisch aktive Personen handle.

Zum Aufhängen der Plakate wird es nicht kommen, weil die Bundeskanzlei das Motiv verboten hat.

Denn die Bundeskanzlei untersagt die Verwendung des offiziellen Bundesratsfotos für diese Initiative. Ein entsprechendes Gesuch des „Komitees Islamische Fragen“ sei abgelehnt worden, teilt die Bundeskanzlei mit.

Weder für politische Kampagnen noch für kommerzielle Aktionen dürfe das Bild der Landesregierung herhalten, heißt es in der Mitteilung weiter. Zudem könnte die Verwendung des Bundesratsfotos als indirekte Unterstützung der Initiative interpretiert werden, argumentierte die Bundeskanzlei. Stattdessen lehne der Bundesrat die Anti-Minarett-Initiative am 29. November ab.

Man will ja im islamischen Ausland weiterhin möglichst gut dastehen. Wobei, mindestens Außenministerin Micheline Calmy-Rey müsste sich eigentlich nicht aufregen – sie hat ja Übung darin, sich zu verschleiern.