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Zwei Ereignisse – zwei Arten, zu berichten

Das Qualitätsmedium Rheinische Post hat eine etwas eigene Art, seine Leser über bestimmte Ereignisse zu unterrichten. Da wären zunächst einmal drei als Skinheads identifizierte junge Männer, die aus ausländerfeindlichen Motiven heraus in Viersen einen 18-jährigen Deutsch-Türken angegriffen und mit Tritten schwer verletzt haben sollen. Weniger freigiebig ist man mit den Herkunftsangaben, wenn Migranten als Täter in Erscheinung treten, wie bei einer Massenschlägerei in Hamburg.

Oben rechts (als erstes) mit fetter Überschrift gesetzt (größer als alle anderen Überschriften in der rechten Spalte) damit sie direkt ins Auge springt, stand die folgende Meldung:

Drei unbekannte junge Männer haben am Nachmittag des ersten Weihnachtstags in Viersen einen 18-jährigen Deutsch-Türken angegriffen und mit Tritten schwer verletzt. Nach Polizeiangaben beschimpften sie ihn wegen seiner ausländischen Herkunft und warfen ihn zu Boden. Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden und wurde stationär aufgenommen. Nähere Auskünfte zum Tathergang machte die Polizei nicht. Bei den Tätern soll es sich um etwa 18 bis 19 Jahre alte Männer handeln, deren Köpfe kahlgeschoren waren. Sie sollen mit blauen Jeans, mit Springerstiefeln sowie mit grünen und schwarzen Bomberjacken bekleidet gewesen sein. Der Staatsschutz Mönchengladbach leitet die Ermittlungen und sucht nach Zeugen des Vorfalls, der sich gegen 14 Uhr in der Fußgängerzone ereignet hatte.

Weniger ausführlich und als vorletzten Beitrag findet man folgenden Artikel (kleinere Überschrift und keine Angaben der Nationalitäten):

In Hamburg haben sich am Samstagabend etwa 70 Jugendliche anscheinend zu einer organisierten Massenschlägerei verabredet. Bei der Auseinandersetzung in der City wurden zwei 21 und 22 Jahre alte Männer durch Messerstiche in Rücken und Oberarme verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Vier Beteiligte im Alter zwischen 18 und 22 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei musste 13 Streifenwagen einsetzen, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Völlig vergessen bzw. vorenthalten wurde zudem diese Nachricht:

Zeitweise sind mehr als 40 Kontrahenten mit «südländischem Temperament» aufeinander losgegangen

Ein Einbruch in ein Einfamilienhaus zum Heiligabend in Osterholz-Scharmbeck hat Tumulte, eine Massenschlägerei und mehrere demolierte Autos zur Folge gehabt. Sympathisantengruppen von Tätern und Opfern gingen mit Baseballschlägern und Fäusten aufeinander los und lösten damit einen Großeinsatz der Polizei aus, wie deren Sprecher am Samstag berichtete.

Zeitweise seien mehr als 40 Kontrahenten – alles Nicht-Deutsche – mit «südländischem Temperament» aufeinander losgegangen, sagte der Sprecher. Die Polizei musste Verstärkung aus Bremen, Rotenburg/Wümme und Zeven sowie zwei Diensthundeführer heranholen. Die beiden mutmaßlichen Einbrecher wurden festgenommen, gegen vier Beteiligte ermittelt die Polizei wegen schweren Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs.

Die Familie der Hausbesitzerin hatte am Abend bei der Heimkehr bemerkt, wie zwei Männer aus einem Fenster im ersten Stock sprangen und das Weite suchten. Ein 21-jähriger Flüchtender konnte überwältigt und der Polizei übergeben werden. Der entkommene Komplize mobilisierte daraufhin das eigene Lager, das zahlreich und mit Baseballschlägern bewaffnet aufmarschierte und die Familie bedrohte. Diese flüchtete sich zwar zur Polizeiwache, wurde bei der späteren Rückkehr jedoch von den Sympathisanten der mutmaßlichen Einbrecher erwartet. Beide Lager gerieten daraufhin aneinander.

Verstärkten Polizeikräften gelang es schließlich, die Schlägerparteien zu trennen, auch den zweiten mutmaßlichen Einbrecher dingfest zu machen und die Beute zu sichern: lediglich eine Armbanduhr. Die Polizei ermittelt unter anderem, ob die südländischen Parteien sich möglicherweise bereits vorher kannten und eventuell schon Spannungen bestanden.

Qualitätsmedien – damit Sie immer Bescheid wissen.

(Spürnasen: missnovesia und Puseratze)