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Demo München: Stoppt die Hinrichtungen im Iran

Demo München: Stoppt die Hinrichtungen im IranGestern abend fand am Münchner Stachus eine Kundgebung vom Aktionsbündnis “München hilft Iran” gegen die Hinrichtungen des islamischen Terror-Regimes statt. Leider war nasskaltes Wetter, so dass nicht allzuviele Menschen stehen blieben. Aber im Vorbeigehen fanden die Transparente Beachtung.

Besonders markant war der Galgen, der den Menschen das tyrannische und mörderische Geschehen in Teheran plastisch vor Augen führte.

Die meisten der rund 20 Exil-Iraner hatten Angst, ihr Gesicht zu zeigen. Denn sie reisen immer wieder in den Iran und befürchten, dass sie dabei geoutet und verhaftet werden.

Die vier Vertreter von PI München konnten hochinteressante Gespräche mit den Iranern führen. Fast alle sind äußerst islamkritisch eingestellt und fordern die strikte Trennung von Politik und Religion. Manche sagten auch explizit, dass sie keine Moslems mehr sind. Außerdem erfuhren wir, dass die Iraner in Bezug auf den Islam anders ticken als Araber. Sie seien nicht so fanatisch und dem Modernen aufgeschlossen. In den Städten würden auch viele Witze über die Mullahs und ihre Steinzeitregeln gemacht.

Wenn es in Teheran Demonstrationen für das Regime gebe, dann würden dazu sehr viele als Zivilisten verkleidete Soldaten eingeschleust. Außerdem würden Schulen extra geschlossen werden, um den Kameras möglichst viele Jugendliche präsentieren zu können. Das Potential für den radikalen Islam sei im Iran bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie in arabischen oder nordafrikanischen Ländern.

Die Demonstranten wollten darüber aufklären, wie menschenverachtend und brutal das islamische Regime mit den Verhafteten umgeht. Die beiden vor kurzem Hingerichteten Mohammad Reza Ali Zamani (46) und Arash Rahmani Pour (20) seien schon Monate vor den Massenprotesten gegen die Wahlfälschung vom Juni 2009 verhaftet worden. Anschließend seien sie massiv gefoltert worden, um ihre Geständnisse erzwingen zu können. Die Rechtsanwältin von Arash Rahmani Pour, Frau Nasrin Sotudeh, durfte nicht an den Prozessen teilnehmen und konnte ihren Mandanten in der 15-monatigen Untersuchungshaft nur eine Viertelstunde sprechen. Der Vater habe von der Hinrichtung seines Sohnes in den Nachrichten erfahren.

Das despotische Regime im Iran missachte Rechte und Freiheiten der Iraner und sehe seine wichtigste Aufgabe darin, mit Hilfe der bezahlten Paramilitärs sowie Teilen des Militärs Terror und Schrecken zu verbreiten und damit die Menschen zu zwingen, seinen Islam zu achten und zu gehorchen. Das Regime unterdrücke Frauen, junge Menschen, religiöse Minderheiten und fast alle gesellschaftlichen Gruppen wie Lehrerinnen und Lehrer, Arbeiter und Studenten. Die Unzufriedenheit der Iraner wachse ständig: Die Wirtschaft sei ruiniert, Arbeitslosigkeit und Inflation drückten ständig auf die Stimmung der Menschen, der Iran sei in der Region und in der Welt politisch isoliert. Die Gefahr von weiteren wirtschaftlichen Sanktionen sowie die Gefahr eines Krieges mit unabsehbaren Folgen bedrohe seit langem den Frieden und das Land. Die Demonstranten machten kein Hehl daraus, was sie von Ahmadinedschad halten:

Doch die Hinrichtungen, Erschießungen auf offener Straße, Vergewaltigungen und Tötungen von Gefangenen unter Folter hätten die Menschen nicht eingeschüchtert, sondern sie würden immer wütender und ihre Proteste trotz allen Repressalien immer stärker.

Dass die Hinrichtungen das Ziel verfolgten, die Iraner weiterhin einzuschüchtern und von den Protesten abzuhalten, zeige unter anderem die Tatsache, dass die Medien des Regimes es nicht einmal für notwendig hielten, den genauen Grund für die Hinrichtungen bekanntzugeben. Während IranPress-TV berichtete, die beiden seien wegen der Sprengung einer Moschee 2008 in Shiraz verurteilt worden, habe die Nachrichtenagentur ISNA behauptet, die Hinrichtungen seien in Zusammenhang mit den Protesten nach den Wahlen vollstreckt worden.

Nun seien weitere neun Gefangene in Teheran und 20 kurdische Gefangene in großer Gefahr hingerichtet zu werden. Das Bündnis “München hilft Iran” ruft daher alle freiheitsliebenden Menschen sowie politische und Menschenrechtsorganisationen dazu auf, sich für den Stopp der Hinrichtungen im Iran einzusetzen und die Iraner in ihrem Kampf für Frieden, Freiheit und Demokratie in ihrem Land zu unterstützen.

PI München hat bei dieser Demonstration interessante Eindrücke sammeln können. Gerade auch die jungen Iranerinnen vermittelten den Eindruck von Courage und Aufgeschlossenheit gegenüber der modernen westlichen Gesellschaft. In dem Bündnis sind auch deutsche Unterstützer, die sich immerhin verhalten islamkritisch gezeigt haben. Allerdings gab es auch dort eine typisch deutsche GutmenschIn, die uns mal wieder mit den klassischen stereotypen Relativierungen daherkam: Auch das Christentum habe Gewalt angewendet, es gab ja schließlich die Kreuzzüge, nicht alle Muslime sind gewalttätig, in der Bibel gebe es auch viele Gewaltstellen, man müsse der Gewalt wie Gandhi begegnen etc. pp.

Sie demonstrierte zwar gegen das islamische Terror-Regime im Iran, wollte aber nicht begreifen, dass Ahmadinedschad dem Erfinder seiner Religion, der schließlich ebenfalls Kritiker töten ließ, nur willig und brav folgt. Aber vielleicht lernt auch sie noch. Des Gutmenschen Feind ist schließlich die Realität, und die wird auch sie irgendwann einholen..

(Text: byzanz / Fotos: RChandler)