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Düsseldorf: Kreuze aus dem Gericht entfernt

Bereits vor 15 Jahren fällte das Bundesverfassungsgericht ein Urteil gegen Kruzifixe, nachdem Kreuze in öffentlichen Räumen entfernt werden müssen, wenn sich beispielsweise Schüler in Klassenzimmern oder Angeklagte im Gericht daran stoßen. Die Wirkung zu spüren bekam Düsseldorf vor wenigen Tagen mit der Entfernung der Kreuze aus den Gerichtssälen. Zu viele Angeklagte (nicht weiter spezifizierter kulturell-religiöser Herkunft) stießen sich an dem christlich-abendländischen Symbol.

Die JF schreibt:

Gegen diese Maßnahme regt sich inzwischen Protest: „Das Kreuz steht für die christlich-abendländischen Werte, auf denen unser Gemeinwesen basiert“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gegenüber der Rheinischen Post. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) empfahl, Kreuze nur im Einzelfall abzuhängen.

„Ein Staat, der sich im Grundgesetz ausdrücklich auf seine Verantwortung vor Gott und den Menschen bezieht, ist selbstverständlich berechtigt, ein Kreuz in öffentlichen Räumen aufzuhängen“, sagte der Chef der Senioren Union, Otto Wulff. „Es hat nichts mit Neutralität und auch nichts mit Toleranz zu tun, wenn man seine Wurzeln verleugnet.“ …

Scharfe Kritik kam von Vertretern der Kirche. Stadtdechant Rolf Steinhäuser wandte sich im Namen von evangelischer und katholischer Kirche „auf das Entschiedenste“ gegen die „Verbannung des Kreuzes“ aus den Gerichtssälen. Der Superintendent der evangelischen Kirche, Ulrich Lilie, verlangte mehr christliches Selbstbewußtsein. Der Zeitgeist sei derzeit so liberal, „daß wir nach allen Seiten offen sind und dabei nicht mehr wissen, für was wir stehen“.

Der Generalvikar des Erzbistums Köln, Dominik Schwaderlapp, sieht die unantastbare Würde des Menschen als ein „Geschenk Gottes, das unsere Rechtsordnung schützt“. Wer daher Kreuze aus Gerichtssälen entferne, trenne demonstrativ unser Recht von seinen Wurzeln.

Ein interessantes Detail. Es gab in der Geschichte Deutschlands zuvor nur eine Epoche, in der die Kreuze entfernt wurden – zur Zeit des Nationalsozialismus.

Wie der Kirchenhistoriker Ulrich Brzosa der RP gegenüber erläuterte, hingen die jetzt entfernten Kreuze seit ungefähr 1949 wieder in den Gerichtssälen. Zuvor waren sie während der Zeit des Nationalsozialismus gleichfalls verbannt worden.

(Spürnasen: Wachtmeister und M. B.)