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Düsseldorfer Gerichtsstreit: Islamrat für Kreuze

Ali KizilkayaDie Entscheidung des Gerichtspräsidenten, im neuen Düsseldorfer Gerichtsgebäude keine Kreuze mehr aufzuhängen, hat der Islamrat kritisiert. Ihr Vorsitzender, Ali Kizilkaya (Foto), unterstützt die Verfechter des Kreuzes in deutschen Gerichten. „Die weit über ein Jahrtausend gewachsene abendländische Tradition verdiene allemal so viel Respekt, dass man ihre Symbole achte“. Blöd für SPD und Grüne, die über die Entscheidung begeistert waren.

Es ist verständlich, dass einem ausgewiesenen Islamisten an der Stärkung zunächst aller Religionen gegenüber dem säkularen Staat gelegen ist. Später kann er sich dann auf die Stärkung allein des Islam konzentrieren. Ein Zeichen für besonderes Wohlwollen der hiesigen Moslems gegenüber dem deutschen Staat, wie die WELT freudig vermutet, ist das nicht.

Bemerkenswert ist die Intervention des Islamrats in diesem Streit, weil sich Muslimverbände anderer europäischer Länder oft gegen christliche Symbole im öffentlichen Raum aussprechen. Die deutschen Verbände hatten sich in dieser Frage bislang nicht eindeutig festgelegt. Kizilkaya gilt jedoch als Fürsprecher einer interreligiösen Allianz gegen die Säkularisierung der Öffentlichkeit. Diese erkennt er aber nicht nur im Verzicht auf Kreuze, sondern auch im Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen.

Eben. Nur um die Stärkung der Religion geht es. Ich geb Dir Dein Kreuz, Du lässt mir mein Kopftuch. Kizilkayas drei Töchter tragen alle Kopftuch.

Kreuze sollten die Wände deutscher Gerichtssäle auch weiterhin schmücken. Das fordert der Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya im Gespräch mit WELT ONLINE. Er sei überzeugt, dass „ein Kreuz an der Wand keinen Richter davon abhält, nach Maßgabe des deutschen Rechts zu urteilen“, so Kizilkaya. Außerdem verdiene die „weit über ein Jahrtausend gewachsene abendländische Tradition allemal so viel Respekt, dass man ihre Symbole achtet“ – auch wenn er selbst sich mit anderen Symbolen identifiziere. Deshalb rate er persönlich davon ab, das Kreuz in Gerichten abzuhängen.

Taqiyya in Reinkultur!

(Spürnase: Rainer P.)