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Plädoyer im Sauerland-Prozess

Im Prozess gegen die im Sauerland festgenommenen islamischen Terroristen hat Bundesanwalt Brinkmann heute sein Plädoyer gehalten. Die Mohammedaner hätten sich auf den Massenmord gefreut, stellt der Ankläger fest. Allerdings bevorzugt er den Ausdruck Islamisten – denn dem Islam habe dieses Verhalten geschadet.

Die WELT berichtet:

Die Angeklagten hätten sich an der Vorstellung erfreut, 150 Amerikaner zu töten. Dass es auch Frauen und Kinder hätte treffen können, „tat ihrer Freude auf einen Massenmord keinen Abbruch“, sagte Brinkmann im Plädoyer.

Auf der anderen Seite hörten ihm Fritz Gelowicz, Adem Yilmaz, Daniel Schneider und Attila Selek regungslos zu. Die 24- bis 31-Jährigen haben umfassende Geständnisse abgelegt, so dass er der Prozess erheblich verkürzt wurde. Eine „geständige Einlassung“ hat in der Rechtsprechung gemeinhin günstigere Auswirkungen auf das Strafmaß, weshalb Brinkmann erklärte, die Angeklagten wollten sich eine „Strafmilderung erkaufen“.

„Selbst der härteste Gotteskrieger will nicht im Gefängnis sitzen und den heiligen Krieg an sich vorüberziehen lassen“, sagte Brinkmann. Was wie Polemik klang, wurde durch weitere Einschätzungen weiter unterfüttert. Nach Ansicht des Bundesanwalts hätten die Angeklagten eine erschreckende Menschenverachtung offenbart. Sie hätten weder Reue gezeigt noch empfunden. „Emotionale Regungen sind ihnen fremd“, sagte Brinkmann.

Das Mammutverfahren füllt 530 Aktenordner. Rund 2000 Asservate wurden sichergestellt, davon allein 800 Datenträger mit Unmengen an Informationen. Es gebe ein „erdrückendes Beweisergebnis insbesondere durch technische Aufzeichnungen“, sagte Brinkmann und lobte die Überwachung bis zur Festnahme der Bombenbauer am 4. September 2007.

Rund 400 Beamte mehrerer Bundesländer waren im Einsatz gewesen. Die Gespräche der Terroristen im Auto und im Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschledorn wurden aufgezeichnet. Wer über solche Maßnahmen die Nase rümpfe, „der hat die Dimension des Krebsgeschwürs islamistischer Terrorismus nicht erkannt“, sagte Brinkmann. Die Arbeit der Nachrichtendienste sei unverzichtbar geworden, um dschihadistische Strukturen zu erkennen.

Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus sei nicht fassbar und dadurch allgegenwärtig. „Es gibt bei der Wahl der Mittel keine Tabus mehr. Die Auswahl der Opfer wird beliebiger“, betonte der Bundesanwalt. Die Islamische Dschihad Union (IJU), die das Quartett in einem Ausbildungslager im pakistanischen Waziristan angeworben hatte, wolle den „Heiligen Krieg“ auch auf die Bundesrepublik ausweiten.

Die Gefahr erkennt der Bundesanwalt richtig, und versucht gleichzeitig die Ursachen des Terrors zu verschleiern:

Der Bundesanwalt sprach auch über die „religiöse Verblendung“ der Angeklagten. „Sie haben dem Islam geschadet. Sie haben den Vorbehalten gegen die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Welt neue Nahrung gegeben“, betonte er.

Tatsache ist: Terror, Gewalt und Massenmord haben in seiner 1400-jährigen Geschichte bis zum 11. September dem Islam niemals geschadet, sondern seine Verbreitung unterstützt. Auch die willkürliche Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus, die niemand bislang an islamischen Quellen belegen konnte, ist letztlich ein Erfolg des islamischen Terrors und der dadurch erzeugten Angst, den Islam zu provozieren. Man darf gespannt sein, ob die Angeklagten es auf sich sitzen lassen, von einem Ungläubigen wie dem Staatsanwalt Brinkmann Belehrungen über den in Wahrheit friedlichen Islam hinzunehmen.