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„Deutsche Kartoffel, ich zerquetsch Dich!“

„Kopf ab“-Geste im Werbefilm (bei 0:36 min).

Das Internationale Werbefilmfestival „spotlight“ wurde am 4./5. März 2010 in Mannheim veranstaltet. Moderiert vom Altmeister der TV-Verarsche Oliver Kalkofe, musikalisch umrahmt von Helmut Zerlett & Band. Mittelpunkt des Festivals war die Vorführung von kreativen Filmspots. Mit anschließender Prämierung.

Der Beitrag „Deutsche Kartoffeln“ belegte in der Publikumswertung den zweiten und in der Fachjury-Wertung den dritten Platz:

Selten wurde in einem Kurzfilmchen treffender dargestellt, was uns im Zuge des Geburtenjihads in unseren Städten bald täglich blühen wird: Die rechtgläubigen Herrenmenschen werden Straße um Straße, Viertel um Viertel unter Kontrolle zu bringen versuchen. Wie Polizist André Baudach aus Berlin Anfang Februar in den Tagesthemen berichtete, was ihm in Wedding und Neukölln schon öfters mitgeteilt wurde: „Die Polizei hat hier nichts mehr zu sagen – das ist unser Viertel!“

Dieser Film soll uns also in ironischer Weise schonmal auf unseren künftigen Alltag einstimmen. Damit die Dhimmi-Kartoffeln später nicht mehr klagen können: „Warum hat uns keiner gewarnt?“

In einem offenen Brief schreibt der Karikaturist Götz Wiedenroth an die Firma Pfanni:

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter http://spotlight-festival.de/film/deutsche-kartoffeln wird ein Video-Film von einer Minute Länge gezeigt, von dem man annehmen muß, daß es sich um einen Werbebeitrag Ihres Unternehmens handelt. Der Webseite zufolge wurde der Film auf dem 13. Internationalen Werbefilm-Festival Anfang März 2010 gezeigt. Platzierung der Fachjury: Bronze.

Folgendes ist darin zu sehen und zu hören:

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Südländer-Gang mit Axt, bedrohlich aufgebaut, böse blickend, Mundwinkel nach unten, aggressive Gestik des Sängers, teilweise auch der Gangmitglieder im Hintergrund, in Richtung Kamera.

Liedtext, im Rap-Gesangsstil vorgetragen:

Ich zerquetsch‘ dich, du Kartoffel.

Die Zeit ist reif
ich werde nicht mehr warten.
Opfer, begreif‘: Ich hol dich aus dem Garten.
Ich werde dich klatschen, zerfetzen, zerquetschen
Mach keine Faxen, jetzt gibt’s action.

100 Prozent, deutsche Kartoffel
100 Prozent, ich tu dir weh.
100 Prozent, deutsche Kartoffel
100 Prozent, Kartoffelpüree.

(Sänger hebt die Hand, zerdrückt eine Kartoffel, die zwischen seinen Fingern hervorquillt. Es erscheint die Bildunterschrit: „Unser Mitarbeiter des Monats“).

(Schwarzer Hintergrund. Pfanni-Emblem. Text: 100% deutsche Kartoffeln).

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Angesichts dieser unfaßbaren Instrumentalisierung täglich erfahrenen Leids von Deutschen ohne Migrationsbiographie zu Werbezwecken möchte ich mich bei Ihnen höflich erkundigen, ob dieser Werbefilm von Ihnen autorisiert wurde und eine offizielle Werbemaßnahme darstellt.

Falls die Antwort „ja“ lauten sollte, möchte ich Ihnen Nachstehendes mitteilen:

Ihnen ist, wie es den Anschein hat, der Umstand bekannt, daß die rassistisch-chauvinistisch gebrauchte Anrede „Du Kartoffel“ zum Standardrepertoire deutschenfeindlicher Beschimpfungen gehört, die regelmäßig von aggressiv auftretenden Personen türkischen, arabischen oder sonstigen „südländischen“ Hintergrunds gebraucht werden. (Ungeahndet, wie Sie offenbar auch wissen, denn die herrschende Rechtsprechung erblickt darin keine Straftat nach Paragraph 130 Strafgesetzbuch.) Und mutmaßlich auch gebraucht wurden gegenüber den ungezählten, auch im Film so angeredeten, „Opfern“, die sich nach überfallartigen Kopftritten von großen Gruppen presse- und polizeiberichtnotorischer „südländischer Jugendlicher“ (Personalstärke also etwa wie im Film) mit Kiefer-, Schädel-, Rippen-, Nasen- und Jochbeinfrakturen sowie überhaupt gebrochenen Seelen im Krankenhaus wiederfinden, oft für viele Wochen, gesundheitlich geschädigt nicht selten für den Rest ihres Lebens. Die Täter erhalten für solche Verbrechen unter der gegenwärtig herrschenden Rechtsprechung, die erziehen statt strafen und Integrationschancen wahren will, mit entsetzlicher Regelmäßigkeit läppische Bewährungsstrafen und können anschließend an das Gerichtsverfahren mit dem im Film so drollig verkauften „Kartoffel-Klatschen“ weitermachen. Ebenso regelmäßig erhalten diese Täter im Wiederholungsfall Bewährung in der Bewährung, nicht selten viele dutzend Male.

Mit solchem Kontext machen Sie ernsthaft Werbung? Sie wollen Produktinteresse mit dem höchst realen schmerzhaften „Opfer“-Alltag erregen? Sie finden es in Ordnung, daß Deutsche wegen ihres Deutschseins rassistisch beschimpft werden? Dreimal Pfui, Pfanni!!!

In Erwartung Ihrer Nachricht verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Götz Wiedenroth

Kontakt:

Pfanni-Service
Unilever Deutschland GmbH
Strandkai 1
20457 Hamburg
Tel.: 040-34930
Fax: 040-354742
Geschäftsführer: Henricus Brouwer
www.unilever.de
pfanni.service@unilever.com

UPDATE: Das Video auf der Website des Werbefilmfestivals wurde inzwischen entfernt (siehe Screenshot von 14 Uhr) und auch in der Awards-Kategorie taucht es nicht mehr auf. Der Film „Deutsche Kartoffeln“ ist mittlerweile auf Youtube zu sehen.

(Text: byzanz und Götz Wiedenroth / Spürnasen: ralf2008, isa)