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Özkan stößt auf breiten Widerspruch

Aygül ÖzkanEin Gutes hat die Diskussion um Aygül Özkan (Foto): CDU und CSU entdecken plötzlich ihre christlichen Wurzeln wieder. Selbst die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, lehnt Özkans Vorstoß für ein Kruzifix-Verbot an Schulen ab. Zustimmung erhält Özkan dagegen aus der SPD, allen voran von Berlins Partygroßmeister Klaus Wowereit.

Der DDP berichtet:

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt weist den Vorstoß der künftigen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) für ein Kruzifix-Verbot an Schulen als «abstruse Idee» zurück. «Solche Verunsicherungen unserer Stammwähler sind wirklich überflüssig», sagte Dobrindt am Montag in München und betonte: «Bei uns bleiben die Kruzifixe in den Klassen und die Gipfelkreuze auf den Bergen.»

Der CSU-Politiker kritisierte, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hätte mit Özkan vor ihrer Berufung «besser ein Gespräch über christdemokratische Politik» geführt. «Dann wäre manche Irritation unter den Unionsanhängern über die neue Ministerin vielleicht unterblieben», betonte Dobrindt.

Auch Maria Böhmer meldet sich zu Wort, die eigentlich Wulffs Entscheidung ganz toll findet:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Maria Böhmer (CDU), lehnt den Vorstoß der neuen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) für ein Kruzifix-Verbot an Schulen ab. Kruzifixe seien eine «jahrhundertealte christliche Tradition in Deutschland», sagte Böhmer am Montag im Deutschlandfunk. Die Kreuze seien «Ausdruck unserer Tradition und unseres Werteverständnisses». Dennoch sei es «geradezu richtungsweisend», dass Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) die türkischstämmige Ministerin in sein Kabinett berufen habe.

Mittlerweile hat Wulff den Streit um Özkan für erledigt erklärt.

„Frau Özkan akzeptiert, dass in Niedersachsen in den Schulen Kreuze willkommen und gewünscht sind. Sie trägt diese Linie mit. Damit ist das Thema erledigt. Das Missverständnis ist ausgeräumt worden.“ Özkan hatte sich unter anderem für ein Kruzifix-Verbot an den Schulen ausgesprochen. Regierungschef Wulff verteidigte seine Entscheidung, die Juristin zur ersten türkischstämmigen Ministerin in Deutschland zu machen. Er betonte: „Sie wird eine grandiose Ministerin sein.“ Wulff sagte aber auch: „Die Irritation hätte nicht sein müssen.“

Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

(Spürnase: Faustrecht2000)