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Wie viel Antizionismus ist erlaubt?

Shlomo SandIm 3sat-Magazin Kulturzeit vom 7. April 2010 erschien ein Beitrag über den jüdischen Pseudohistoriker Shlomo Sand (Foto). Der bekennende Antizionist/ Antisemit (er nennt sich selbst Postzionist) veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Die Erfindung des jüdischen Volkes“. In diesem Buch konstruiert Sand die These, ein jüdisches Volk, vergleichbar mit etwa dem deutschen oder französischen Volk, existiert nicht.

Damit stellt er sich deutlich Abseits aller historischen und genetischen Forschungsergebnisse, welche sehr wohl von einem semitischen Volk der Juden ausgehen. Nach Sand handelt es sich bei den aus Osteuropa nach Israel ausgewanderten Juden nicht um Semiten, sondern um ein Turkvolk. Diese These, dass es sich bei den Juden Osteuropas um so genannte Chasaren handelt, wurde schon vor längerer Zeit aufgestellt, ist vor allem bei Rechtsextremen sehr beliebt und gilt als wissenschaftlich nicht haltbar. Die Geschichtsschreibung geht davon aus, dass die Juden von den Römern nach diversen Aufständen aus ihrem historischen Siedlungsgebiet, dem heutigen Israel, gewaltsam vertrieben wurden. Eine Gruppe dieser Juden zog auch ins damals römische Rheinland, so lassen sich die Spuren der Juden am Rhein bis auf das Jahr 321 für die Stadt Köln zurückverfolgen. Keiner dieser Antisemiten, der die „Chasaren-Theorie“ verbreitet, konnte bis heute erklären, wieso denn die Juden Osteuropas Jiddisch, also eine dem deutschen entlehnte Sprache sprechen, welche auch von den Juden in Deutschland bis zur jüdischen Aufklärung (Haskala) gesprochen wurde, wenn es sich dabei um ein Turkvolk aus Asien handeln soll und nicht aus dem Rheinland nach Osteuropa emigrierte Juden.

Diese Art der Berichterstattung bei der extrem linken Kulturzeit ist kein Einzelfall. Bereits am 24. November 2009 wurde dort ein Bericht gezeigt, der von Tausenden jüdischen Siedlern im Gazastreifen sprach, obwohl Israel bereits im August 2005 die letzten jüdischen Siedlungen im Gazastreifen zwangsweise räumen lies. Siehe hierzu auch einen Bericht von Karl Pfeifer auf der Achse des Guten.

Selbstverständlich hat der Autor des Buches mit dem Titel „Die Erfindung des jüdischen Volkes“ auch schon einen Plan für Israels Zukunft. Die „Ein-Staaten-Lösung“, also das Ende des jüdischen Staates, denn durch den starken Geburtenüberschuss der Muslime, die in der Tat kein eigenes so genanntes „palästinensisches Volk“ sind, sondern einfach Araber, wäre der einzige jüdische Staat der Welt und auch der einzige demokratische Staat des nahen Ostens Geschichte. Natürlich blieb bei dem Bericht auch die Tatsache unerwähnt, dass es sich bei den Juden in Israel nur etwa zur Hälfte aus von europäischen Ländern, stammende Juden handelt und die restlichen Juden aus den muslimischen Ländern wie etwa dem Jemen, Ägypten oder dem Sudan stammen und zumeist gewaltsam vertrieben wurden. Und das die in muslimischen Ländern vertriebenen Juden mehr Land durch ihre Vertreibung verloren haben, als der gesamte Staat Israel an Fläche besitzt wird ebenfalls nicht erwähnt.

Hier das Interview mit Shlomo Sand:

(Text: Daniel M. / Videobearbeitung: Antivirus)