1

Salute to Israel Parade 2010 in New York City

Es war Regen angesagt, als ich am Sonntag-Morgen die Grundausstattung für die Teilnahme an der Salute to Israel Parade 2010 zusammenpackte. Doch Downtown gingen die Vorbereitungen unbeirrt weiter: die Stadt hatte sich für das Ereignis geschmückt und die Polizei war dabei, letzte Vorbereitungen zum Schutz der Parade abzuschließen.

(Aktueller Fotobericht von der Salute to Israel Parade am 23.05.2010 und dem anschließenden Konzert im Central Park von B. Sham)

Um Schlag 11 Uhr sammelte sich die Eröffnungsmannschaft inklusive Bürgermeister Bloomberg, Abgeordneten und Konsulen aus Israel, Stadträten sowie der Führung von Polizei und Feuerwehr hinter dem traditionellen Schofar-Bläser.

Und dann ging sie los, die größte Parade der Welt zur Feier Israels entlang der 5th Avenue in der New Yorker Innenstadt.

Angeführt wurde die Parade von einer stolzen Hebrew Academy in New York, deren Schüler Matthew Hoenig den Poster-Wettbewerb zum diesjährigen Parade-Thema „Lights…Camera…Action…Israel“ gewonnen hatte.

Gegenüber hatte sich wieder eine bizarre jüdische Winzigsekte versammelt, die den jüdischen Staat zum jetzigen Zeitpunkt als Häresie ablehnt, da nach jüdischem Glauben der Messias noch nicht erschienen ist und eben erst dann ein jüdischer Staat seine Berechtigung habe.

Das führt zu völlig verqueren Allianzen, über die jeder normale Jude/Israeli nur den Kopf schütteln kann.

Das tat aber der Begeisterung der Zehntausenden keinen Abbruch: Schlag auf Schlag kamen nun die marschierenden Gruppen zu Hunderten an den begeisterten Zuschauern vorbeigezogen. Im Hintergrund sammelten sich bereits die „Dancing Captains“ der israelischen Fluggesellschaft El Al wieder für ihren Tanz entlang der 5th Avenue.

Zwischendurch gaben auch immer wieder nichtjüdische Bands Israel musikalisch die Ehre.

Viele Umzugsgruppen hatten ihre deutlichen politischen Aussagen aus Gegenwart und Geschichte des Staates Israel mitgebracht.

Dabei kam wieder ganz klar heraus, wie anständig sich Israel gerade auch für seine Soldaten einsetzt.

Aber bei weitem nicht alles auf der Parade war tagespolitisch ausgerichtet; viele Gruppen drückten ihre typisch jüdische Gelehrsamkeit aus.

„Denker“ einer ganz anderen, niederträchtigen Art konnten sich am Rande der Parade wieder hinter westlicher Meinungsfreiheit und Rechtsstaat verstecken: die „Gedanken“ der islamischen Denker sind von Mal zu Mal übler, werden aber von Polizisten notgedrungen geschützt.

Kein Wunder, dass islamische Terrorregime abgelehnt werden. Gleichzeitig befürchten viele Juden und Israelis, dass US-Präsident Barack Hussein Obama ihnen gar nicht wohlgesonnen ist. Die heitere, gelassene, aber auch selbstbewußte Stimmung auf der Parade für Israel konnten diese Randerscheinungen nicht wirklich stören.

Denn vielfach war die reine Freude an der Existenz Israels ein wunderbarer Anlass, Spaß auf der Parade zu haben.

Und wer wollte da seine Verbundenheit mit Israel nicht einmal besonders originell nach Außen zeigen.

Dem Thema „Gemeinsamkeit der Werte“ widmeten sich übrigens ganz unterschiedliche Ansätze.

Viele hatten gleich ihr eigenes Parade-Thema mitgebracht.

oder staunten nur, wieviel selbstverständliche Fröhlichkeit es auf der Welt geben kann.

Ein ganz wichtiges Element der Parade sind die vielen Ehrenamtlichen, die z.B. als Crews alle Vorbeiziehenden lauthals per Mikrophon feiern oder die zahlreichen jüdischen Katastrophen-Paramedics vorort, die zum Glück nicht zum Einsatz kamen.

Den Abschluß der Parade selbst bildete die Aufforderung, 2011 wieder bei der Salute to Israel Parade dabei zu sein.

Dem möchte man doch nur zu gerne folgen!

Weiter ging es nun zu einem großen, entspannten Gratis-Konzert mitten im Central Park unter dem Motto „For the sake of Jerusalem I shall not be silent“ („Um Jerusalems Willen werde ich nicht schweigen“).

Hier hielten amerikanische und israelische Politiker – unter anderem auch der Knesset-Abgeordnete Danny Danon, der hier und da schon mal als späterer Netanjahu-Nachfolger gehandelt wird – kurze, proisraelische Reden, die vom Publikum mit Jubel aufgenommen wurden. Das in jüdischen Kreisen bei Jung und Alt sehr angesagte Verschmelzen von konservativen, teilweise religiösen Inhalten mit moderner Musik spiegelte sich auch hier deutlich wieder und wurde teilweise mit spontanen, akrobatischen Tanzdarbietungen gefeiert.

3000 Jahre jüdische Tradition kann man schließlich auch in der Musik nicht einfach verleugnen…

Also: nächstes Jahr auf nach New York City zur Israel-Parade 2011!

Und übrigens: geregnet hat es natürlich nicht.

Weitere Fotos von der Parade und dem Konzert:

» Videos der Parade