Während hierzulande die Taliban immer heftiger umworben werden (jüngstes Beispiel durch den Clown Trittin), konnte ich mich im Urlaub in Dänemark bei der morgendlichen Zeitungslektüre über eine etwas andere Berichterstattung freuen, eine Real-Satire/Stichelei (Stikpille).

(Übersetzung von „Alster“ aus Jyllandsposten vom 25. Juli 2010)


Cancan mit Taliban

Schönen Sonntag und willkommen zur „Stikpille“. Mein Name ist Farshad Kholghi, und ich bin der investigative Reporter dieser Zeitung.

Ich war nach Afghanistan gereist, um eine Reportage über die viel beschriebenen „moderaten Taliban“ zu schreiben, die der Westen mit Geld dazu bringen wollte, ihre Waffen niederzulegen. Ich wollte herausfinden, ob diese „moderaten Taliban“ sich wirklich von ihrem Glauben abwenden konnten – und noch wichtiger: wollten -, um den Ungläubigen zu helfen.

Meine geheime Quelle „Deep Throat“ hatte mir einen ortskundigen Führer besorgt, der mich zu einer der Taliban-Basen irgendwo in den Bergen führen würde.

Nach vielen Tagen der Wüstenwanderung teilte mir mein Assistent mit, dass wir am Reiseziel angekommen wären. Ich hatte gewaltige Berge und unüberwindliches Terrain durchquert, nur um zu unserem Ausgangspunkt Kabul zurückzukommen. Es zeigte sich, dass in Wahrheit Präsident Karsais eigener Garten hinterm Haus der heimliche Stützpunkt der Taliban war. Ich erkannte auch Mullah Omar und Osama Bin Laden unter den Anwesenden.

Nur drei Meter entfernt, im Präsidentenpalast, fand die Sitzung über die prestigeträchtige Zukunft Afghanistans statt. Man konnte deutlich Karzai hören, der eine blumenreiche Rede hielt, in der er baldigen Frieden und Stabilität versprach. Die westlichen Länder glaubten einmal mehr Karsais Fabeln und unterstützten die Idee, die Sicherheit des Landes 2014 den afghanischen Soldaten zu übertragen. Als der Westen dann versprach, Millionen für die „Re-Integration der gemäßigten Taliban“ zu bezahlen, fingen die Taliban an, Cancan zu tanzen. Einige warfen sich sogar in den Staub und begannen, Allah für dieses Wunder zu danken: „Oh, du herrlicher Allah, du stehst uns wirklich bei. Du hast die Gläubigen mit Löwenherzen gesegnet und die Ungläubigen mit Hühner-Hirnen bestraft. Sie werden es nie lernen. Glauben sie ernsthaft, dass wir für 30 Silbermünzen käuflich sind? Es ist unglaublich, dass sie nach so vielen Jahren immer noch nicht unsere Denkweise verstanden haben. Wir müssen froh sein, dass unser Gegner der schnuckelige Obama mitsamt den Nebelköpfen der EU ist – und nicht ein Kemal Atatürk; denn sonst wären wir längst ausgelöscht“, rief Mullah Omar, während Glückstränen in den Dschungel des fettigen Propheten-Vollbart liefen.

„Liebe Freunde!“ rief Osama Bin Laden. Alle schwiegen sofort, um ihrem großen Helden zu lauschen. „Nun haben die Ungläubigen wirklich bewiesen, dass sie unsere Ausdauer nicht besiegen können. Der große Sieg steht unmittelbar bevor, aber er ist noch nicht da. Wir müssen uns vorbereiten, damit wir das Geld bekommen, das sie den gemäßigten Taliban geben wollen.“

Sofort begannen die Taliban zu üben, wie man moderat spielt. Die sonst so missmutigen Gesichter wandelten sich und zeigten ein freundliches Lächeln. Gefolgt von Osama gingen die Taliban daran, ihre Vollbärte zu trimmen. In ganz kurzer Zeit sahen sie genauso „moderat“ aus wie Ahmadinedschad und die ganze Hizbollah-Spitze.

Einer nach dem anderen gingen sie in die Sitzung und gaben genau die Antworten, von denen sie wussten, dass sie den westlichen Mächten gefallen würden. Niemand konnte sie wiedererkennen, und sie kamen heraus mit Taschen voller Dollars und Euros, die in kürzester Zeit zum Kauf neuer Waffen und Straßenbomben verwendet wurden.

„Der Kluge narrt immer den weniger Klugen!“ rief Mullah Omar und freute sich darauf, Afghanistan zurückzuerobern und die Gräueltaten des Taliban-Regimes wiederzubeleben.

Genau wie 1996. Dieses Mal mit finanzieller Unterstützung des Westens.

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35 KOMMENTARE

  1. Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken! Aber leider wahr! Die USA haben es zwei Mal verbockt! Erst im Kampf gegen Russland mit der massivsten Unterstützung der Taliban. Und jetzt mit dem Zahlen an die gemäßigten Taliban!

    Prima Lektüre…!

  2. #4 WahrerSozialDemokrat (09. Aug 2010 21:45)

    Mein liebgewordener Freund, ich stimme Dir zu:

    Die Politik der von Dekadenz zerfressenen europäischen Staaten, kennt eigentlich keine Abgrenzung mehr zur Satire. Das macht die Situation so tragisch.

    Ist es Satire, dass ein bekennender Schwuler den Taliban Millionen (sauerverdienter) Steuergelder zur Verfügung stellt, um „Aussteiger“ (Ausstieg von was?) zu finanzieren.

    Sollen die plötzlich von geprägten Schwulenhassern zu FDP-Wählern mutieren, nur, weil ein Studien- und Schulversager von anderen Versagern zum Anführer (mehr ist er nicht!) gewählt wurde?

    In der realen deutschen Politik hat Satire keinen Platz mehr!

  3. Ich war nach Afghanistan gereist, um eine Reportage über die viel beschriebenen “moderaten Taliban” zu schreiben, die der Westen mit Geld dazu bringen wollte, ihre Waffen niederzulegen. Ich wollte herausfinden, ob diese “moderaten Taliban” sich wirklich von ihrem Glauben abwenden konnten – und noch wichtiger: wollten -, um den Ungläubigen zu helfen.

    Man stelle sich vor, Merkel,Fatima Roth, Westerwelle bereisen Baustellen in Deutschland und geben Millionen oder Millarden dafür aus um “ moderate Handwerker“ dazu zu bringen, ihr Handerkszeug niederzulegen.

    Da lache ich mich kaputt.
    Das Geld im Kampf gegen Rechts fehlt hinten und vorne.Gegen „moderate“ Rechte natürlich!!!

  4. Solche Typen wie der Trittin sind die Fleisch gewordene Lüge.

    Bei uns „Kampf gegen Rechts“ gegen ein paar rechte Glatzkopfidioten, aber weltpolitisch den schlimmsten Mördern und bestialistschen Steinzeitfaschisten die Macht geben wollen.

    Der Typ gehört den Taliban geschenkt mitsamt seiner anderen Brut wie Roth, Beck, Schlauch und Konsorten.

    So ein widerlicher Kerl!

  5. Solche Typen wie der Trittin sind die Fleisch gewordene Lüge.
    @@@@@@@@@@@@@@

    Frau Westerwelle auch

  6. #11Fundichrist:

    Sind Sie sich eigentlich im Klaren darüber, dass wir im Kampf gegen die islamische Ideologie alle brauchen – auch die von Ihnen angefeindeten Homosexuellen? Was ist denn schlimmer: ein Homo, der in seinem Schlafzimmer macht, was er liebt, oder ein Islam-Fundi, der sinn- und wahllos andere abschlachtet?

  7. #7 David08 (09. Aug 2010 22:01)

    „In der realen deutschen Politik hat Satire keinen Platz mehr!“

    Deswegen ist auch das von mir geliebte politische Kabarett derzeit nur als Kollateralschaden zu betrachten!

    Andreas Rebers – Der Islamist
    http://tinyurl.com/36ht8bg

    Ich fordere Blaskapellen, Schuhplattler und Karnevalsumzüge für Afghanistan! Das ist viel nachhaltiger und zersetzender! Schenkt ihnen Freude und lasst die Herzen strahlen!

    Saufen gegen Taliban! Freibier für alle!

  8. #13 WahrerSozialDemokrat (09. Aug 2010 22:55)
    Ich habe mir den Link gespeichert.

    Immer das ganze Sortiment!

    🙂

  9. <bEs zeigte sich, dass in Wahrheit Präsident Karsais eigener Garten hinterm Haus der heimliche Stützpunkt der Taliban war.

    LOL! der war gut 🙂 🙂 🙂

  10. <bEs zeigte sich, dass in Wahrheit Präsident Karsais eigener Garten hinterm Haus der heimliche Stützpunkt der Taliban war.

    LOL! der war gut 🙂 🙂 🙂

  11. <bEs zeigte sich, dass in Wahrheit Präsident Karsais eigener Garten hinterm Haus der heimliche Stützpunkt der Taliban war.

    LOL! der war gut 🙂 🙂 🙂

  12. 2014 gehen alle raus und überschütten die Taliban mit Stillhalte-Geld (Italien und England habens vorgemacht, dann kamen die ahnungslosen Franzosen in das Gebiet, haben nicht gezahlt, und wurden abgeschlachtet), 2024 krachen das Empire State Building, der amerikanische Kongress in Washington und das Frankfurter Bankenvirtel brennend zusammen, Enya bringt ein neues Lied dazu raus, dieses mal nicht „Only Time“ sondern ein Cover von „Oops i did it again“ und der ganze Robuster-Frieden-Zirkus-mit-Potsdammer-Staatsanwaltschaft rückt wieder zum brunnenbohren in Afghanistan ein. 2033 wird dann jeweils eine 30stöckige Riesen-Moschee auf den rauchenden Trümmern des Empire State Buildings, des amerikanischen Kongresses in Washington und des Frankfurter Bankenvirtels gebaut.

  13. Es drängt sich mir gerade die Frage auf, was unsere pakistanischen Freunde gerade mit dänischen Hilfsgütern anstellen. Ob sie die wieder boykottieren und dazu jubelnd dänische Fahnen verbrennen?

  14. Genau wie 1996. Dieses Mal mit finanzieller Unterstützung des Westens.

    Hat niemand diese Anspielung bemerkt? 1996 ??

    Dann kläre ich euch mal auf:

    Mohammed Nadschibullah, Präsident der Demokratischen Volksrepublik Afghanistan

    († 27. September 1996, gefoltert und erhängt an einer Kabuler Straßenlaterne)

    Nach dem Abzug der Sowjets im Jahr 1989 überstand er 1990 einen Staatsstreich des Verteidigungsministers. Daraufhin lockerte er seine autokratische Herrschaft, um öffentliche Unterstützung zu gewinnen.

    Er versuchte, Kabul zu verlassen, wurde aber von seinem usbekischen Gegner Abdul Raschid Dostum daran gehindert. Nadschibullah suchte Schutz im UN?Hauptquartier von Kabul. Dort blieb er bis zur Eroberung Kabuls durch die fundamentalistischen Taliban, die ihn am 27. September 1996, nach Folter und Verstümmelung, an einer Straßenlaterne aufhängten

    Nadschibullahs Politik der „nationalen Aussöhnung“ mit den moderaten Taliban:

    […]
    SPIEGEL: Wie viele Mudschahidin und Flüchtlinge haben von Ihrem Angebot zur „nationalen Aussöhnung“ bislang Gebrauch gemacht?

    NADSCHIBULLAH: Über 30000 Emigranten und 60000 frühere Widerstandskämpfer sind allein während des letzten Monats nach Afghanistan zurückgekehrt und haben sich der Regierung angeschlossen. Über 100 bewaffnete Gruppen verhandeln derzeit mit uns. Andere warten ab, nur die Extremisten setzen diesen Kampf fort. Das sind etwa 15000.
    […]

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13521036.html

    Und hier das Siegerfoto – erstellt von den moderaten Taliban nach der nationalen Aussöhnung:

    http://www.islamfortoday.com/President_Najibullah_hanged.bmp

  15. #9 magpitdererste (09. Aug 2010 22:07) Das Geld im Kampf gegen Rechts fehlt hinten und vorne.

    Warum reitest Du denn auf den „rechten“ rum ? Sind die Linken besser ???

  16. #25 SteveHH72

    Ich bin extrem rechts, möchte aber moderat rechts werden. Wo kann ich mir das Geld abholen?
    😉

    Politiker sind Prostituierte, sie verkaufen sich für Geld. Allerdings sind die richtigen Huren ehrenhafter!

  17. Dass die uns regelrecht verarschen und an
    der Nase herumführen ist mir seit langem
    bekannt.
    Gründe sind hierfür unsere Waschlappen die
    sich Volksvertreter und Politiker nennen.
    Von der Geschichte keine Ahnung aber dann
    Halloluja schreien wollen.
    Afghanistan ist schuldenfrei und hat eine
    prächtige Zukunft vor sich. Bodenschätze,
    Rauschgift. Alles vom Feinsten. Was für
    eine Veranlassung sollten die haben moderat
    zu werden.
    Das sind Wunschvorstellungen unserer Politiker
    auf Kosten unseres Geldbeutels.

  18. @ #27 Feuersturm (10. Aug 2010 10:40)

    Ja – die Sache mit dem „moderat“ ist völliger Quatsch!

    Und ist nichtmal neu! das gabs alles schon in den Jahren 1986 bis 1989! Ich rate dringend, zumindest von Wikipedia mal die Infos über den Afghanischen Präsidenten der damaligen Zeit „Mohammed Nadschibullah“ durchzulesen!

    Alle Verhandlungs- und Kooperationsideen unserer Bundes-Dödels gabs damals schon! Und das Ergebnis kennt man auch schon!

    Allerdings kennt das nur derjenige, der Lesen kann – Bundes-Guido und Trittin gehören jedenfalls nicht dazu!

  19. #27 Feuersturm

    Vielleicht hat ja Schwesterwelle ein paar Kilo des Hauptexportartikels bekommen und lässt das nun den deutschen Steuermichel über „Aussteigerprämien“ finanzieren?
    Wer weiß, wer weiß?

  20. Vor wenigen Jahren wurde in Afghanistan ein Mensch zum Tode verurteilt, der zum Christentum übergetreten war. Die Westmächte versuchten ihn zu retten (was letztendlich auch gelang), was dem damaligen und jetzigen Regierungschef Karsai absolut unverständlich war.

    Man kann also mit Fug und Recht Karsai als einen moderaten Taliban bezeichnen. Seine Aussöhnungsgesten gegenüber den Radikalen bestätigen diesen Eindruck.

    Deutsche Soldaten sollen also sterben, damit ein gemäßigter Taliban vor seinen radikaleren Genossen geschützt bleibt.

  21. @ pinetop

    Für den Apostaten fans der Afgahnische Religionsrichter Abdul Sayyaf (ein enger Freund von Hamid Karzai und Osama Bin Laden, mit Verwicklungen in den 9/11) einen gute Notlösing: Der Kafir wurde nicht hingerichtet, stattdessen hat man ihn für verrückt erklärt. Wer vom Islam abfällt muss ja irre sein. Seit dem darf er sich von dem kompetenten psychologischem Personal mit Rute und Bart bis zum Bauchnabel in einem Kabuler Lehmbau mit Gitterstäben therapieren lassen. Das Ganze wird womöglich gerade von 2 Bundeswehrsoldaten bewacht, um unsere Werte vor Angriffen zu schützen.

  22. #31 silencium (10. Aug 2010 11:28)
    @ Denker
    Guter Beitrag, darf ich den auf meinen Blog setzen? =)

    Schliesse mich an, wäre auch einen eigenen Beitrag bei PI wert.

  23. Hätte der blöde Ami damals die Russen massiv unterstützt gäb es das Problem Afghanistan heute nicht. Genau so wie es das Problem Hitler nach 1945 nicht mehr gab. Weil beide sich mal kurzfristig einig waren. So ist das!

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