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Kopenhagen: Anschlag galt Jyllands Posten

Die Explosion in einem Kopenhagener Hotel (PI berichtete) war vermutlich ein Unfall bei der Vorbereitung eines Bombenanschlages. Nach den bisher gesicherten Beweisen war das eigentliche Ziel des Terrorangriffes die Zeitung Jyllands Posten, die seinerzeit die Mohammed-Karikaturen in Auftrag gegeben hatte. Damit engt sich der Hintergrund des bisher unidentifizierten Festgenommenen auf einen Personenkreis von etwas über einer Milliarde ein.

Der FOCUS berichtet:

Wie das Boulevard-Blatt „Ekstra Bladet“ am Sonntag unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, wurde bei einem Festgenommenen eine Karte mit der angekreuzten Zentrale der Zeitung gefunden. Der Mann hatte am Freitag wahrscheinlich versehentlich eine relativ kleine Sprengladung in einer Toilette des „Hotel Jørgensen“ ausgelöst. Er konnte bei der Flucht festgenommen werden.

„Jyllands-Posten“ hatte 2005 zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht. Wenige Monate später brachen massive Proteste in islamischen Ländern aus, bei denen mehr als 150 Menschen starben. Der Chef des dänischen Geheimdienstes PET, Jakob Scharf, sagte am Samstag, nach ersten Ermittlungen spreche „einiges für einen missglückten Terroranschlag“, der hier vorbereitet werden sollte. Er wollte keinen Einzelheiten nennen. Die Behörden erhöhten die Alarmbereitschaft für Terrorgefahr.

Der mutmaßlicher Täter machte gegenüber der Polizei keine Angaben. Er wurde im Kopenhagener Zentrum blutend in einem Park gestellt. Der Mann im Alter um die 40 sei von „europäischem oder nordafrikanischen Aussehen“ und spreche Englisch, teilte die Polizei mit. Seine Identität sei nicht geklärt.

Die Festnahme des verletzten Täters in einem Park gestaltete sich schwierig, da man befürchten musste, dass er weiteren Sprengstoff in einer Bauchtasche bei sich tragen könnte. Die Redaktion der Jyllands Posten wird aufgrund des Vorfalls jetzt noch schärfer bewacht, als ohnehin schon – mittlerweile auch mit Hubschraubern aus der Luft.