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Niedersachsen: Islamunterricht flächendeckend

„Wenn die Deutschen etwas machen, dann machen sie es gründlich“, heißt ein geflügeltes Wort. Nach dem Motto scheint jetzt auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (Foto, CDU) bei der Islamisierung seines Bundeslandes vorzugehen. Nach einem Modellversuch in Niedersachsen, bei dem seit 2003 an 42 Schulen das Fach Islamkunde angeboten wurde, soll die Gewaltideologie Friedensreligion jetzt flächendeckend eingeführt werden. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir im übernächsten Schuljahr damit beginnen können“, so Althusmann.

Die Hessisch Niedersächsische Allgemeine schreibt:

Auch in anderen Bundesländern gibt es laut Ministerium ähnliche Projekte. So werde in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ebenfalls ein konfessioneller Unterricht angeboten. Althusmann hat für Niedersachsen ehrgeizige Ziele: Bis 2012 soll das Bundesland als erstes in Deutschland den Islamunterricht als reguläres Fach einführen – zumindest an Schulen mit ausreichend muslimischen Schülern. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir im übernächsten Schuljahr damit beginnen können“, sagt er.

Staatliche Vorgaben

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland begrüßt die Anstrengungen des Kultusministeriums. „Wir bemühen uns um eine bundesweite Einführung“, sagte der stellvertretende Vorsitzende, Yakup Tufan, gestern in Köln.

Bislang fehlt Staat und Ländern dazu aber ein anerkannter Ansprechpartner, der die Inhalte eines regulären Islamunterrichts festlegen könnte. „Darüber müssen sich die muslimischen Verbände verständigen, und es muss unseren staatlichen Vorgaben entsprechen“, sagte Althusmann.

Der Zentralrat der Muslime sieht sich dafür bereit. Vor einigen Jahren bereits habe die Gemeinschaft einen Lehrplan erarbeitet, der als Vorschlag für ein Unterrichtskonzept dienen könnte. Verwendet wird er allerdings noch nicht, sagte Tufan.

Ein weiteres Problem ist die Lehrerausbildung. An der Universität Osnabrück gibt es einen Masterstudiengang. Zusätzlich greift man auch auf ausländische Studenten, etwa aus der Türkei, zurück. „Wir arbeiten daran, wie wir die unterschiedlichen Abschlüsse anerkennen können“, sagt Althusmann. „Uns fehlen aber nach wie vor viele geeignete Lehrer.“ Sobald ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen, solle der Unterricht auch an weiterführenden Schulen eingeführt werden. „So weit sind wir aber noch nicht“, betont er.

» bernd.althusmann@mk.niedersachsen.de

(Spürnase: Bernd R.)